Krasnojarsk | Experten-Roundtable DIE FRONTIER ALS (OFFENE) GRENZE

Die Grenze © Sophia Tabatadze, Nadia Tsulukidze, Khinkali Juice/Georgian National Anthem/Video_2006

Do, 18.05.2017

Museumszentrum "Platz des Friedens"


Krasnojarsk

Im Rahmen der Ausstellung des Goethe-Instituts „Die Grenze“ am Internationalen Museumstag präsentiert das Krasnojarsker Museumszentrum „Ploschad Mira“ zusammen mit dem Goethe-Institut einen internationalen Experten-Roundtable zum Thema der Grenze.

Wo verläuft die Grenze zwischen dem europäischen und asiatischen Russland? Welche Rolle spielt diese Grenze heute für Sibirien? Diese Frage berührt die Geschichte von Einflussbereichen einer kulturellen Eroberung, die auf die Migration aus dem damaligen Russischen Reich zurückzuführen ist. Heute ist das Krasnojarsker Gebiet die letzte Ballungsregion russischer Sprache in Ostrussland. Weiter östlich werden nur noch wenige Städte durch die Eisenbahnstrecke zusammengehalten und mit den ethnisch gemischt sowie nur dünn besiedelten  Landschaften darum herum verbunden. In diesen schier grenzenlosen und oft wilden Weiten, kann man sich, so scheint es, schnell verlieren.
 
Diese räumliche Figuration übt einen starken Einfluss auf ostrussische Städte aus, ganz gleich wie sehr sie darüber hinaus von urbanen Planungsstrategien, Kapital- oder Migrantenflüssen geprägt wurden. Die Menschen partizipieren dadurch auf eine spezielle Weise am Leben der Stadt – sie fühlen sich nach eigenem Bekunden „in the middle of nowhere“. Das Gefühl der Leere bringt Techniken des Eskapismus und der freiwilligen Isolation hervor, die Menschen lernen mit schlecht laufenden Geschäften und knappen Ressourcen umzugehen.
 
Welche Rolle kann die Kultur dabei spielen, solche Territorien wirtlicher zu machen? Darüber kommen Künstler und Philosophen ins Gespräch. Sie diskutieren die Möglichkeiten der Grenzüberschreitung im Angesicht der Frontier und fassen dabei topografische, soziale und individuelle Aspekte ins Auge.

Speakers:
Sören Urbansky, Deutschland, Historiker
Alexander Ugay, Kasakhstan, Künstler
Aleksey Ulko, Usbekistan, Linguist, Schriftsteller, Künstler
Oleg Naumow, Russland, Philosoph
Thibaut de Ruyter, Deutschland/Frankreich, Kurator

Moderator:
Stanislaw Scharifullin, Russland, Musiker, Kurator

Begrüßung:
Astrid Wege, Goethe-Institut, Leiterin der Programmarbeit in der Region Osteuropa-Zentralasien und Initiatorin des Projektes „die Grenze“.
 
Der Roundtable findet in englischer Sprache und mit russischer Synchronübersetzung statt. Für die Kopfhörer ist ein Ausweis als Pfand zu hinterlegen.
Zum Eintritt berechtigt ein Museumsticket der Aktion „Nacht der Museen“.

„Die Grenze“ ist ein Ausstellungsprojekt des Goethe-Instituts, das in Moskau, Sankt-Petersburg, Krasnojarsk, Kiew, Tbilissi, Minsk, Dortmund und in Zentralasien präsentiert wird. Kuratoren des Projektes sind Inke Arns und Thibaut De Ruyter. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes.

Medienpartner:
Radio „Silver Rain“
TV „Enissej“
Zeitschrift „MK in Krasnojarsk“
„1-Line“ Agentur

Zurück