Moskau ǀ Ausstellung Based on these new dependencies, we define five normal forms

D21 © Peter Grosse

Mi, 16.05.2018 -
So, 26.08.2018

MMOMA, Bildungszentrum

Ermolayevsky per., 17
Moskau

Eine Ausstellung des D21 Kunstraums, Leipzig, im Rahmen des gemeinsamen Projekts des Goethe-Instituts und des Moskauer Museum für Moderne Kunst „Raum für Kunst“

ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG
16.05.18 von 19:00 bis 22:00 Uhr

VERANSTALTUNG AUF FACEBOOK
20:00 Uhr: FÜHRUNG durch die Ausstellung mit der Kuratorin Lena Brüggemann (auf Deutsch mit russischer Übersetzung)

20:00 Uhr: TAROT FoR COLLEKTIVE BODIES (Performance, Teilnahme unter Anmeldung)

ANMELDUNG
Wie können wir in einer komplexen, vernetzten und unbeständigen Welt agieren? In was für Beziehungen stehen wir zueinander und von welchen träumen wir? Von der Kernfamilie bis zu Verbündeten aus menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren – „Based on these new dependencies, we define five normal forms“ zielt darauf ab, die Entwicklung neuer sozialer Beziehungen anzustoßen, unartikuliertes Begehren nach anderen Beziehungsweisen auszudrücken und alternative Vorschläge für das Zusammenleben zu machen. Dafür wird in der Ausstellung der Blick auf einen Moment in der Geschichte geworfen, in dem utopische Formen des Zusammenlebens und -arbeitens ausprobiert wurden. Die Ausstellung und das Begleitprogramm greifen Bruchstücke aus dem Proletkult heraus, um heutige soziale Beziehungen radikal zu rekombinieren.

Die Proletkult-Bewegung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderem vom Philosophen und Revolutionär Alexander Bogdanov geprägt. Er sah die Welt als komplexe Beziehungsgeflechte und vertrat die Ansicht, dass für eine wirkliche Veränderung der Verhältnisse zuerst eine neue Kultur entstehen müsse. Innerhalb kurzer Zeit gründeten sich in Russland Hunderte von Proletkultklubs, -ateliers und -fabrikgruppen, in denen durch Selbstbildung eine neue, unabhängige, proletarische Kultur entstehen sollte, die den Geist des Kollektivs widerspiegelte.

„Based on these new dependencies, we define five normal forms“ sucht und spinnt Verwandtschaften und Verbindungen zwischen den Werken der MMOMA-Sammlung und zeitgenössischen Werken. Inspiriert von historischen Arbeiterklubs bietet die Ausstellung Raum für eine Vielzahl unterschiedlicher Nutzungsweisen: als Ort, um Kunst zu erleben, aber auch als Bibliothek, Trainingsfeld und Orakel.
 
Künstler*innen:

Agency of Singular Investigations (RU); Elsa Artmann & Samuel Duvoisin (DE); Zbyněk Baladrán (CZ); Ilmira Bolotyan (RU); Paula Gehrmann (DE); Pavle Heidler (SE/HR), Marko Gutić Mižimakov (HR), Silvia Marchig (HR), Sonja Pregrad (HR) & Elli Kuruş (DE); Adelita Husni-Bey (IT); Anne Krönker (DE);  Kirill Savchenkov (RU); Katharina Zimmerhakl (DE/US)
und Werke aus der Sammlung des MMOMA von: Andrey Brey (RU), Nicolay Kuprianov (RU), Vera Milyutina (RU), Gerta Nemenova (RU), Alexander Rodchenko (RU).
Kuratorin: Lena Brüggemann
 
„Raum für Kunst“, ein gemeinsames Projekt des Goethe-Instituts und des Moskauer Museum für Moderne Kunst (MMOMA), zeigt bis Anfang 2019 unabhängige Kunsträume aus Deutschland. Den Auftakt machte die Simultanhalle aus Köln, deren letzte Ausstellung am 11. März 2018 endete. Der nächste Projektraum ist D21 aus Leipzig. Danach wird der Kunstraum District Berlin präsentiert.
 
Im April 2006 gründete sich der D21 Kunstraum mit dem Ziel ein internationales Ausstellungsprogramm zeitgenössischer Kunst, vor allem aus den Bereichen Neue Medien, Installation und Performance, in Leipzig zu zeigen. Im selben Jahr konnte durch den Einsatz der Gründungsmitglieder ein eigener Ausstellungsraum in Leipzig-Lindenau eröffnet werden.   

 

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