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Gemeinsam einsam im Theater

Foto: Asja Kopitschnikowa

Im Frühjahr 2016 wurde das Programm „Kulturelle Bildung in Russland und Deutschland im Dialog“ im Goethe-Institut durch ein „Zukunftslabor“ ergänzt. Kulturmanager aus Deutschland waren dazu eingeladen worden, ihre Arbeitserfahrungen mit russischen Kollegen auszutauschen und gemeinsam Strategien der Vermittlung kulturellen Wissens an ein Kinder- und Jugendpublikum zu entwickeln. Im Zuge dieser russisch-deutschen Zusammenarbeit wurden in fünf Kultureinrichtungen Sankt Petersburgs Bildungsprojekte initiiert. Im Rahmen des Programms entstand im Kinder-Musiktheater „Zazerkalje“ das Theaterprojekt von und für Jugendliche „Probier‘ dich aus!“.

Im Frühjahr kam Franziska Reymann als Kulturmanagerin und erfahrene Projektkoordinatorin nach St. Petersburg, um gemeinsam mit ihren russischen Kollegen neue Wege der Zusammenarbeit mit Jugendlichen zu entwickeln. Dabei stand vor allem die Vermittlung der in Deutschland weit verbreiteten Theaterpädagogik im Vordergrund, welche in Russland für viele noch Neuland darstellt. Das Ziel der Arbeit von Theaterpädagogen ist nicht die Ausbildung von Nachwuchskünstlern, sondern der Prozess der Erarbeitung eines gemeinsamen Stückes. In diesen Prozess werden alle Teilnehmer einbezogen, unabhängig von Erfahrung oder Talent. Die Jugendlichen nehmen dabei nicht nur als Schauspieler, sondern gleichzeitig als Regisseure und Dramaturgen teil. Theater dient hierbei als Raum des Austausches und der Erfahrung.

«Es bewarben sich wesentlich mehr Studenten auf das Projekt als erwartet».

Franziska erklärt, sie habe mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass es so leicht werden würde, ein solches Projekt in St. Petersburg umzusetzen. Es bewarben sich wesentlich mehr Studenten auf das Projekt als erwartet. Die angehenden Pädagogen wurden anschließend dazu eingeladen mehrere Workshops zu besuchen, die von erfahrenen Theaterregisseuren und Dramaturgen durchgeführt wurden. Sie sollten darauf vorbereitet werden, im Anschluss selbstständig gemeinsam mit Schülern eigene kleine Theaterstücke zu entwickeln. Schwierigkeiten gab es dabei erstaunlich wenig; weder mit den Schulleitern, noch mit den Jugendlichen selbst und mit deren Eltern. Nach Abschluss der Workshopphase wurden die Studenten in Gruppen aufgeteilt, an verschiedene Schulen in den Randbezirken der Stadt geschickt und begannen dort intensiv mit jugendlichen Schülern zu arbeiten. Zwischen dem Beginn der Zusammenarbeit an den Schulen und der Premiere verging gerade mal ein Monat. Dabei kam dem Projekt sehr zu Gute, dass sich fast alle Teilnehmer mit viel Einsatzbereitschaft und Engagement beteiligten. Ihnen lag die Arbeit am sozialen Theater so sehr am Herzen, dass die Koordination teilweise fast von alleine zu laufen schien. Denn so sehr das soziale Theater engagierte Teilnehmer braucht, so brauchen eben diese Teilnehmer auch das soziale Theater. Doch was verändert ein Theater, in dem die Jugendlichen ihr eigenes Stück kreieren? Außerordentlich viel. Ohne Zweifel hat das Theater diejenigen glücklicher gemacht, die an den Tagen der Aufführung auf der Bühne standen und sicher hat es auch das Gedächtnis der Eltern ein wenig aufgefrischt.

Sobald die Aufschrift „9 Schulen, 150 Schüler, 21 Regisseure und Pädagogen“ zu Beginn der Aufführung auf dem Bildschirm erschien, wurden viele im Saal zunächst hellhörig. Zurecht, denn gibt man Jugendlichen den entsprechenden Raum, scheinen sie oftmals nur Konventionen brechen und randalieren zu wollen. Dabei sind sie meist unberechenbar und ungemütlich. Doch genau das zeichnete die neun Kurzinszenierungen aus, die durch das Geschick der Chefdramaturginnenen Natalia Borenko und Elina Petrowa auf der Bühne zusammenkamen. Ihre Unvollkommenheit stand gleichzeitig für ihre Aufrichtigkeit. Obwohl sich die einzelnen Inszenierungen sehr voneinander unterschieden, war ihnen gemein, dass sie einzig und allein den Köpfen der Jugendlichen entsprangen und ein gemeinsames Thema behandelten: Einsamkeit. Ein Thema, dass jeden von uns auf die ein oder andere Weise schon einmal betroffen hat. Und unabhängig davon, ob die Jugendlichen ihre eigenen Geschichten oder die ihrer Freunde erzählen – sie sprachen sich durch ihren Text alles von der Seele und erzählten von der Bühne aus darüber, was sie wirklich beschäftigt.

«Und unabhängig davon, ob die Jugendlichen ihre eigenen Geschichten oder die ihrer Freunde erzählten – sie sprachen sich durch ihren Text alles von der Seele und erzählten von der Bühne aus darüber, was sie wirklich beschäftigt».

Das Stück „Nicht über mich“ (St. Petersburger Technisches College) behandelt das Thema Mobbing und erzählt, wie eine Schülerin zunächst kollektiv ausgeschlossen wird (Dabei erinnert die Handlung an Bücher wie „Die erste Stunde“ oder „Livia, 13" aus SchАG 11+)(1). Nach einem Aufenthalt in den USA fühlt sich die Hauptdarstellerin allerdings plötzlich wie ein Star: Ihren Status als Klassenschönheit Nr. 1 unterstreicht dabei auf einfältige Weise ihr Outfit, das mit himbeerfarbenen Pumps und dem rosa Minirock eher einer Barbiepuppe gleicht. Die frischgebackene Klassenqueen erlaubt sich, den Ranzen eines Mitschülers fast zufällig durch den Raum zu schmeißen... und prompt hat die Klasse ihr Opfer gefunden. Jetzt werfen sich nicht nur alle Mitschüler Iljas Ranzen gegenseitig zu, sondern sie sprechen auch nicht mehr mit ihm. Denn sie alle haben Angst, an seiner Stelle zu sein. Jeder der äußerst sympathischen Mitschüler stellt seine Position in einem kurzen Monolog am Mikrofon vor, während im Hintergrund gleichzeitig und unerbittlich wie eine Chronik ein schwarz-weißes Video läuft, das die Knotenpunkte der Geschichte illustriert. Paradoxerweise stellt sich jedoch heraus, dass das Mädchen selbst mindestens genauso unter ihrer Situation leidet. Sie erkennt, dass sie von ihren Mitschülern lediglich auf Grund ihres Status so viel Aufmerksamkeit bekommt. Schlussendlich ist ihre Einsamkeit nicht weniger schmerzhaft als die von Ilja.

Ob die Teilnehmer selbst überhaupt verstehen, dass der berüchtigte „Verrat“ (wer ist nicht schon mit zwölf, dreizehn, vierzehn Jahren damit in Berührung gekommen?) vor unseren Augen, buchstäblich live seinen ominösen Heiligenschein verliert, um einem nahezu rührenden Eingeständnis von Schwäche und eigener Unsicherheit zu weichen? Dies sind Randbemerkungen aus dem Fragment „Alles war so wunderbar“ (Mittelschule 359): Jedes der drei Mädchen erzählt von einem hohen Stuhl aus seine erschütternde, aufregende Lebensgeschichte. Das Ohr des Zuhörers bleibt an dem Satz „Kindheit hört mit zwölf auf“ hängen. Zur achten Geschichte hin schockiert es nicht nur nicht mehr, dass ein Mädchen von zuhause weggeht, weil ihre Mutter ihre Seite in einem sozialen Netzwerk besucht hat; es wundert vielmehr schon gar nicht mehr. Auf einmal setzt bei einer der Erzählerinnen das Mikrofon aus. Das unvorhersehbare technische Missgeschick hat in diesem Fall eine noch eindrücklichere Wirkung als jeder Texthänger. Die zwei anderen Mädchen erzählen mit Hingabe weiter von ihrer Einsamkeit und kommen der dritten in keiner Weise zu Hilfe, die man jetzt überhaupt nicht mehr hört. Der eigene Schmerz macht sie taub.

Das Bekenntnis, eine Art Dokumentarmonolog, wird zur meist verbreiteten Erzählform; wahrscheinlich ist es auch die natürlichste. Doch hinter der Schlichtheit dieser bewussten Inszenierungsentscheidung versteckt sich das möglicherweise schwerste Moment: eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Ohne das Vertrauen zwischen Theaterpädagogen und denen, die sich trauen, von der Bühne aus über wahrhaft schreckliche und intime Dinge zu sprechen (im Fragment „Auf dem Kaminsims“ geht es im Grunde um physische und psychische Gewalt in der Familie), würde keine Geschichte zustande kommen, und das würde bedeuten, dass das Ziel nicht erreicht wäre. Aber was soll eigentlich erreicht werden? Ziel ist es, an Stelle des Schmerzes des Nichtverstandenwerdens Schaffensfreude entstehen zu lassen. Innerhalb dieses Prozesses, werden die Jugendlichen sowohl zu Autoren als auch zu Zuschauern und sollen letztendlich verstehen, dass sie nicht allein sind. Wichtig ist für die Jugendlichen dabei auch, von ihren Eltern nicht enttäuscht zu werden. „Unsere Eltern hören uns, aber sie hören uns nicht zu!“, kommt es mit unverkennbar gekränkter Stimme nach der Vorstellung von den Teilnehmern. „Gut, dass sie morgen zur Vorstellung kommen. Endlich werden sie es mal verstehen!“ Auch zwei Stunden nach der Aufführung am nächsten Tag, ist noch keiner gegangen. Sie geht in Form einer kollektiven Diskussion weiter. Eine Frage aus einem der Fragmente kommt auf: „Kann man heute von Einsamkeit sprechen, wenn es um uns herum so viele technische Spielereien gibt?“ Angesichts der Tatsache, dass wir schon fünf Stunden lang in der einen oder anderen Form (Vorstellung, Diskussion) live über Einsamkeit sprechen und nicht über WhatsApp, ist die Antwort offensichtlich.

«Das Bekenntnis, eine Art Dokumentarmonolog, wird zur meist verbreiteten Erzählform; wahrscheinlich ist es auch die natürlichste».

Allerdings bleiben viele der Fragen, die im Laufe des Stückes aufgekommen sind, doch unbeantwortet. Die Fragen, die die Jugendlichen völlig ungeniert schon im Alter von zwölf Jahren stellen, können auch mit viel Lebenserfahrung teilweise nicht beantwortet werden. Und vielleicht ist es auch nicht peinlich, sie sich auch später noch zu stellen? In dem Fragment „Warum?“ (Gymnasium 441) gibt es nicht nur keine einheitliche Handlung, sondern im Grunde genommen nicht einmal Monologe. Wir sehen blutjunge Mädchen, die gerade erst in die Pubertät kommen und in ihren blauen Kleidchen-Uniformen einem Vogelschwarm gleichen. Diese zarten Wesen scheinen so wehrlos gegenüber dem Gewicht an Fragen, das sie sich selbst aufbürden, als sie der Reihe nach ans Mikrofon treten und sich so von dem „Schwarm“ lösen, dessen Geschlossenheit in diesem Moment plastisch betont wird. Mit solchen Fragen ist man immer allein, und doch sind genau diese Fragen essentiell für den späteren Eintritt ins Erwachsenenalter. „Warum leben Menschen?“, „Warum gibt es so viel Unglück auf der Erde?“, „Warum helfen wir Fremden mehr als unseren Nächsten?“...

Ich komme nicht umhin zuzugeben, dass der Erwachsene in mir sich bei Sätzen wie „Mir war langweilig, also bin ich auf den Friedhof gegangen“ und „Warum sind Jungs solche Schweine?“ oder „Die Menschheit verblödet direkt vor unseren Augen.“ vor Lachkrämpfen geschüttelt hat. Aber genauso muss ich gestehen, dass auch ich als Teenager damals die gleichen Sätze in mein Tagebuch mit grauem Einband geschrieben habe. Und dieser Teenager freut und wundert sich nun, dass er damit anscheinend doch nicht so alleine ist.



Franziska Reymann:

Ziel unseres Projektes war es, die Menschen an eine neue Form des Theaters heranzuführen, nämlich an die gemeinsame Inszenierung eigener Theaterstücke zusammen mit Jugendlichen. Bei uns ist diese Form des Theaters, die Theaterpädagogik, weit verbreitet; Sie wird an Universitäten gelehrt und ist fester Bestandteil des theatralen Geschehens in Deutschland. Bisher ist sie in Russland nicht besonders bekannt. Aus diesem Grund hatten wir es uns zum Ziel gesetzt, den Menschen zu zeigen, dass auch Jugendliche eigene Stücke zu sogar schwierigen Themen inszenieren können.

Worin sich unser Format vom Theaterstudio unterscheidet? Normalerweise geht es im Theater nur um das Ergebnis, also um die Aufführung. Bei uns ist es genau andersrum. Unser Ziel war es nicht, eine gelungene Vorstellung zu kreieren, sondern alle Schritte des Projektes zu durchleben. Uns ging es alleine um den Prozess. Selbst wenn es keine Zuschauer gegeben hätte, wäre der Erfolg des Projektes ebenso groß gewesen, da sowohl die Jugendlichen als auch die jungen Theaterpädagogen viel Neues gelernt haben und sich ausprobieren konnten.

Wichtig ist zudem, dass die Jugendlichen viel eigenes Material mitbrachten, Interviews aufnahmen, sich Texte ausdachten, das Erarbeitete einstudierten und mehr. Die Regisseure fungierten in unserem Projekt eher als Koordinatoren, Manager und Dramaturgen. Sie gaben Hilfestellung beim Entwerfen der Texte, leiteten die Recherchen an und unterstützten die Jugendlichen dabei, ihre Stücke aus dem Klassenzimmer auf die Bühne zu bringen.

Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass es so leicht werden würde, unser Projekt wie wir es uns vorgestellt haben, umzusetzen. Im Kontakt mit den Schulen gab es fast gar keine Probleme. Auch bei der Suche nach interessierten Studenten hatten wir keine Schwierigkeiten: Wir bekamen mehr Anfragen, als ich mir je hätte erträumen lassen. Ich dachte, es würden sich vielleicht fünf, sechs Leute bewerben– aber schlussendlich hatten wir mehr als sechzig Bewerbungen vorliegen, von den¬en etwas mehr als zwanzig schlussendlich am Projekt teilnahmen. Genauso hatte ich befürchtet, dass wir nicht genügend interessierte Jugendliche finden würden. Aber wie man spätestens bei der Premiere sehen konnte, gab es auch damit kein Problem. Auch die Eltern unserer Teilnehmer warfen weniger Fragen auf als anfänglich befürchtet.

Wichtig war, dass alle Projektteilnehmer neue Erfahrungen sammeln konnten und sich sämtliche Beteiligte im Projekt untereinander vernetzten würden. So lernten die Studenten nicht nur einander kennen, sondern auch sämtliche Agitatoren aus dem Bereich des sozialen Theaters in St. Petersburg, darunter Alisa Iwanowa aus dem Kinder- und Jugendtheater, Maria Kolosova und Natascha Borenko vom Theaterprojekt „Vmeste“, den Regisseur und Pädagogen Boris Pawlowitsch sowie die Regisseurin und Schauspielerin Galina Zdanowa.


Dmitri Krestjankin,
Student an der Russisch-Staatlichen Institut für Darstellende Künste (RGISI), eingeschrieben im Schauspiel- und Regiekurs bei Krasowski, Theaterpädagoge im Projekt ‚Probier‘ dich aus!‘ (Theaterstück „Warum?“):

Ich habe mich dazu entschlossen, beim Projekt mitzumachen, weil das Institut, an dem ich studiere, praktisch keinerlei Fähigkeiten und Wissen im Bereich soziales, Dokumentar- und Forumtheater vermittelt. Und überhaupt gibt es das Problem, dass die Workshops am RGISI komplett von den Realien des modernen Theaters isoliert unterrichtet werden. Vor diesem Hintergrund bin ich also genauso (wenig) vorbereitet gewesen wie jeder andere, der sich für das Projekt interessiert hat. Und außerdem sehe ich oft den Sinn hinter Inszenierungen zeitgenössischer „namhafter“ Regisseure nicht mehr. Selbstverwirklichung? Geldmacherei? Kritikerfreuden? Es ist ein totes Theater ohne Sinn und Risiko. Völlig leer. Bei Projekten wie „Probier‘ dich aus!“ hingegen wird einem klar, wem es wie von Nutzen ist, und dabei geht es nicht um einen selbst. Man spürt, dass man wirklich etwas bewegt.

Während der Arbeit an den Theaterstücken gab es keine Probleme mit den Kindern und auch nicht mit dem Material oder den anderen Pädagogen. Die Proben waren nicht schwierig oder dergleichen. Ganz im Gegenteil, es war eine sehr angenehme Arbeit in einem angenehmen Team. Das war echte schöpferische Arbeit und ging wie im Flug. Ich würde sagen, dass ein Regisseur bei dieser Arbeit wirklich etwas lernen kann. Beispielsweise lernt man zuzuhören, denn, wenn man den jungen Akteuren nicht zuhört, hören sie auch irgendwann einem selbst nicht mehr zu. Wenn man sich ihnen gegenüber nicht öffnet, erfährt man auch nichts über sie. Mir scheint, dass das ein Manko vieler Regisseure ist, da sie taub sind. Mag sein, dass sie Talent haben, aber gegenüber ihren Schauspielern sind sie taub. Zu diesem Schluss bin ich im Laufe des Projekts gekommen. Wichtig ist bei dieser Arbeit zu verstehen, dass man Freund und Helfer ist und vielleicht auch anleitet, aber man ist kein Chef oder Anführer. Ein schreckliches Eingeständnis für einen Regisseur, aber ohne diese Erkenntnis bleibt man arm und von seinen Ängsten und Ambitionen einschränkt.

Auf der allgemeinen Welle der Euphorie nach der erfolgreichen Umsetzung des Projekts haben sich wahrscheinlich viele gewünscht, weitere, immer neue Projekte ähnlich diesem ersten ins Leben zu rufen. Aber ein alltägliches Wunder ist kein Wunder mehr. Deshalb muss man sich, will man damit weitermachen, ernsthaft mit neuen Grenzen und inhaltlichen Tiefen dessen auseinandersetzen, womit man gerade vertraut geworden ist.

Unser Team hält jeden Tag online Kontakt. Wir diskutieren über verschiedene Themen, was es so Neues gibt, tauschen Musik, irgendwelche Meme und Anekdoten aus. Ich finde, dass das wichtig ist, denn das Theater ist Teil unseres Lebens geworden, und jetzt können wir alles schaffen. Und wenn es nötig ist, werden wir uns wieder schöpferisch zu Wort melden.

Text: Julia Kleiman
Übersetzung: Franziska Reymann

Copyright: Goethe-Institut Russland
Dezember 2016



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(1) SchAG 11+, ist eine Anthologie mit zwölf Texten für Kinder und Jugendliche von Theaterautoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ist Russische übersetzt wurden. Der vorliegende SchAG-Band – ein Akronym aus Deutschland, Österreich und Schweiz – ist die Fortsetzung einer Reihe russischer Erstübersetzungen deutschsprachiger Theaterstücke. Entstanden ist er im Rahmen des Jahres der deutschen Sprache und Literatur in Russland, das gemeinsam vom Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt veranstaltet wird. Kooperationspartner sind die Schweizer Kulturstiftung PRO HELVETIA und das Österreichische Kulturforum.





Foto: Asja Kopitschnikowa







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Franziska Reymann

Als studierte Slawistin widmet sich Franziska Reymann vor allem dem kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Osteuropa, vorrangig im Rahmen von kreativen Jugendprojekten oder Projekten zur Pflege jüdischer Friedhöfe.

Neben ihrer Projekttätigkeit ist sie seit Jahren in der Stiftung EVZ im Bereich der Verwendungsnachweisprüfung tätig gewesen. Zudem arbeitet sie seit dem Studium als freiberufliche Übersetzerin oder führt seit neustem als Referentin englischsprachige Besucher durch das ehemalige Stasigefängnis in Berlin-Hohenschönhausen.

Neben ihren beruflichen Interessen kümmert sich die gebürtige Berlinerin um ihre zwei Katzen, spielt Gitarre, lernt Sprachen, schreibt Poetry Slams oder reist mit dem Rucksack um die Welt.