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Power in Constraints workshop - Alle Regeln loswerden

Power in Constraints workshop
Goethe Institut

“Filme machen wird immer als etwas mit vielen Regeln dargestellt“, kommentiert der ruandische Filmemacher Philbert Aimé Mbabazi (*1990). „Was wir hier hauptsächlich versuchen, ist alle Regeln loszuwerden.“ Er und sein Produktionspartner Samuel Ishimwe (*1991) mentorieren im Rahmen ihres Workshops „Power in Constraints“, der sich mit den wenigen Mitteln des Independent-Films auseinander setzt, im Goethe-Institut Kigali acht junge ruandische Drehbuchautoren*innen und Filmemacher*innen.

Von Ingo Eisenbeiß

Ishimwe, der für seinen Kurzfilm „Imfura“ bei der Berlinale 2018 mit einem Silbernen Bären in der Kategorie Kurzfilm geehrt wurde, erläutert, „dass es darum geht, seine Erfahrung mit jemandem zu teilen, der sich in einer ähnlichen Situation wie man selbst befindet.“ Beide haben selbst bereits an vielen Workshops teilgenommen, bei denen jedoch die meisten Mentoren aus den USA oder Europa kamen und „Erfahrungen teilten, in denen wir uns nicht wiedererkennen.“

Aus diesem Grund haben sich die beiden jungen Regisseure dazu entschieden, sich selbst in die Rolle des Mentors zu begeben. Während des zweiwöchigen Workshops zeigen sie die Herausforderungen des Filmens in Ruanda, aber vor allem, wie man diese überwinden und „sie als Stärke einsetzen kann“, wie Mbabazi sagt.

Philbert Mbabazi, der bei dem Internationalen Kurzfilmfestival Oberhausen 2019 mit dem Großen Preis für seinen Kurzfilm “I Got My Things and Left” ausgezeichnet wurde, definiert die beiden größten Herausforderungen für Filmemacher in Ruanda so: “Filmen ist vielleicht die teuerste Kunst und außerdem gibt es in Ruanda keine Tradition des Filmemachens.“

Aber, wie der Titel des Workshops es schon impliziert, befindet sich in diesen Einschränkungen auch eine besondere Kraft. Um die Hindernisse zu umgehen und kostensparendere Filme in Ruanda zu produzieren, „muss man echte Drehorte finden, Laien-Schauspieler suchen und die Geschichte auf etwas Wahrem gründen“, was, wie Mbabazi findet, jemandem die Möglichkeit eröffnet „Filme mit einer enormen Freiheit zu verwirklichen.“

In der ersten Woche des Workshops haben die beiden Mentoren den aufstrebenden Drehbuchautor*innen und Filmemacher*innen die theoretischen Grundlagen des Cinéma du Réel vermittelt und zwei Drehbücher ausgewählt, die in der zweiten Woche produziert werden. „Wir gingen so vor, dass sich jeder mit uns zu vier-Augen-Gesprächen (One-on-One Mentoring Sessions) zusammensetzt, damit wir alle Ideen diskutieren und gemeinsam verbessern können“, sagt Samuel Ishimwe, „denn ein Ziel, das wir haben, ist jedem und jeder dabei zu helfen, seine oder ihre eigene Stimme zu finden.

Die beiden Filme („Fish Bowl“ von Ngabo wa Ganza und „Breaking Ground“ von Ines Girihiwe) feierten im Goethe-Institut in Kigali am 28.01 um 18.30 Uhr Premiere. Beide Filme wurden inzwischen auf verschiedenen Filmfestivals lobend erwähnt und mit Preisen gekrönt.

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