Internationale Konferenz/ International conference From Marx to Hegel and Back to the Future

From Marx to Hegel and Back to the Future Poster (Ausschnitt)

25.-27.2.2016

Goethe-Institut Stockholm

Bryggargatan 12A
111 21 Stockholm

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In einer Zeit globaler wirtschaftlicher Krisen, zunehmender gesellschaftlicher Ungleichheiten sowie neuer sozialer Bewegungen und politischer Kämpfe gibt es ein wiederaufblühendes Interesse an Marx und seinem Denken.  Für eine kritische Auseinandersetzung mit unserer Welt ist eine erneute Lektüre von Marx tatsächlich von entscheidender Bedeutung. 


Das ist der Ausgangspunkt dieser internationalen Konferenz. Aber: Auf welchen Marx aber sollte man zurückgreifen? Ein Vorschlag, der auf dieser Konferenz diskutiert werden soll, ist: auf den hegelianischen Marx. Hegels politische Philosophie und Sozialphilosophie, mit ihrem Fokus auf Anerkennung, Begierde, Entfremdung, soziale Freiheit und ihrer Kritik am Liberalismus, war für Marx ausschlaggebend. Sie wurde darüber hinaus zu einer der produktivsten Ideen in der heutigen kritischen Theorie.

Mit dem Ziel, die hegelschen Grundlagen im marxschen Denken zu analysieren und revitalisieren, kehrt die Konferenz zu einigen zentralen Fragen zurück: War Marx Hegels wichtigster und schonungslosester Kritiker? Hat er wesentliche Aspekte bei Hegel missverstanden? Wo war Marx mehr Hegelianer als er selbst einsah? Die Untersuchung der hegelianischen Grundlagen des marxschen Denkens führt auch zu der Frage: Welcher Hegel? Die Antwort muss dann, in einer zeitlichen Inversion, lauten: der marxistische Hegel. Wie können wir Hegel in einer Weise neu lesen, die von Marx eröffnet wurde? Wie würde eine Hegelianische Kritik an Marx heute aussehen? Ist es möglich, den ethischen Gehalt von Hegel mit der Erklärungskraft von Marx, den hegelschen Idealismus mit dem marxschen Realismus und Materialismus zu vereinigen?

Nicht nur wurden die Schriften von Hegel und Marx in den letzten Jahrzehnten neu beleuchtet, zu beobachten ist auch ein verstärktes Interesse an der spezifischen Tradition des hegelianischen Marxismus. Es lohnt sich daher zu untersuchen, wie Hegels Philosophie von marxistischen Theoretikern – von Georg Lukács bis Slavoj Žižek – in den vergangenen 100 Jahren verwendet wurde.

Die Auseinandersetzung mit Theorien von Marx und Hegel sowie mit Perspektiven der späteren hegelianischen Marxisten stellt einen Versuch dar, deren Denken und deren Aktualität zu verstehen. Dabei möchte die Konferenz eine Tradition revitalisieren, mit deren Hilfe unsere Zeit ‚in Gedanken erfasst‘ (Hegel) werden kann, und die in der Reflexion auf die Gegenwart dazu beitragen kann, diese zu verändern. Während das politische Klima weitgehend von einem Gefühl der Alternativlosigkeit geprägt ist, kann auf diese Weise die Möglichkeit von alternativen Zukunftsszenarien eröffnet werden. Dieser Weg wird hoffentlich von Marx zu Hegel – und zurück in die Zukunft führen, in einen Raum anderer möglicher Welten.

English version:

In the face of the global financial crisis, growing social inequalities, and a resurrection of political struggles and social movements, we have witnessed a wide-ranging revival of interest in Marxist thought. For the task of critically understanding and contesting our social and political world, a re-reading of Marx is of vital importance.
 

But to which Marx should we return? Which of all the Marxian guises should be explored anew? Our suggestion is the Hegelian Marx. Hegel’s social and political philosophy, with its focus on re­cognition, desire, alienation, social freedom, and its critique of liberalism, was not only crucial to Marx. It has become one of the most productive ideas in critical theory today.
 
In an attempt to explore and revitalize the Hegelian foundations of Marx’s thinking we return to some key questions: was Marx Hegel’s most important and merciless critic? Did he misapprehend essen­tial aspects of Hegel’s thought? At what points was Marx more Hegelian than he realized him­self?
 
In exploring the Hegelian foundations of Marx’s thinking we also have to ask ourselves: which Hegel? The answer must be, with a temporal inversion, the Marxian Hegel. How can we re-read Hegel in ways that were opened up by Marx? What would a Hegelian critique of Marx look like today? Would it be possible to unite the ethical content in Hegel with the explanatory power in Marx, and Hegelian idealism with Marxian realism and materialism?
 
It is not only the writings of Hegel and Marx that have been highlighted in new ways during the last decades. We have also seen a resurgence of different strands of Marxism, not least the spe­cific tradition of Hegelian Marxism. It is worth investigating how Hegel’s philosophy has been used by Marxist theorists during the past century, from Georg Lukács to Slavoj Žižek.
 
At this conference we would like to explore concepts and perspectives from Hegel and Marx as well as those of later Hegelian Marxists in an effort to understand their thinking and its actuality. These per­spec­ti­ves are united in their effort to articulate a thinking that comprehends its own time in thought; but that also, in reflecting on its own time, can contribute to changing it.
 
Against the current social atmosphere, which sees reduced possibilities or a lack of real alter­na­ti­ves, the con­fe­rence aims to revitalise a tradition of thinking that can help us regain a sense of there being alter­native fu­­tures. This path will hopefully lead us from Marx to Hegel—and back to the future, to a space of other possible worlds.

Hegel-Marx (outline)
 

From Marx to Hegel and Back to the Future Poster OrganisatorInnen: Anders Bartonek, Anders Burman, Victoria Fareld och Hannes Kuch.

Die Konferenz wird veranstaltet vom Institut für Philosophie und Geistesgeschichte, Södertörns högskola, dem Institut für Kultur und Ästhetik, Universität Stockholms und dem Forschungsprojekt ”Hegelian Marxism”.

Durchführung in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Schweden und mit Unterstützung von Vetenskapsrådet und Centre for Baltic and East European Studies (CBEES)



Program (74 KB)
Speakers Biographies (33,5 KB)
Poster (PDF 293 KB)

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