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Courtesy of The ArtistFoto: Walther Le Kon

Residenzprogramm
Bericht von Le Hien Minh

Das Goethe-Institut fördert seit 2020 Residenzaufenthalte in Leipzig für Künstler aus Südostasien. Die erste Künstlerin aus Vietnam, die an diesem Programm teilnimmt, ist Frau Le Hien Minh aus Ho-Chi-Minh-Stadt. Seit dem 1. März lebt und arbeitet sie in dem Kunst- und Kulturzentrum Leipziger Baumwollspinnerei. Seit Anfang März hat sich die Corona-Virus Epidemie auch nach Deutschland ausgebreitet. Wir haben Frau Le Hien Minh gebeten, zu berichten, wie es ihr geht.


Fünt Fragen 2 - Die Unsichtbarkeit weiblicher Arbeit

2020
Vietnamesisches handgeschöpftes Dó-Papier, Gouache, Metall und Stoff
 
Die Arbeit Fünf Fragen (Version 2) wurde von der Künstlerin Le Hien Minh speziell für die LIA-Residenz in Leipzig erstellt. Es ist die sechste Arbeit in einer Serie, die 2016 begonnen wurde und sich auf wichtige soziale Themen wie Geschlechterrollen, Hierarchien in der Gesellschaft und weibliche Identität konzentriert.

Die Installation enthält zwei Objekte: Ein Mopp und ein Eimer. Sie werden mit großformatigen, handgemalten, typografischen Fragen gepaart. Wer ist Frau? Was ist eine Frau? Wo ist die Frau? Warum ist sie eine Frau? Wann ist sie eine Frau?

“Sowohl der Mopp als auch der Eimer sind eine Art universelles Objekt. Man findet sie weltweit in den meisten Haushalten, wo sie zur Reinigung zu verwenden. In meiner Arbeit sind sie das Symbol einer bestimmten Art von Arbeit, nämlich Hausarbeit. Weltweit liegt die durchschnittliche Zeit, die Frauen mit Tätigkeiten im Haushalt verbringen, weit über der von Männern.

Die Familie und die Gesellschaft erwarten oft von den Frauen, dass sie die Aufgaben im Haushalt wie Putzen, Kochen, Kinderbetreuung, Pflege von Verwandten usw. ganz selbstverständlich und freiwillig erbringen. Es wird den Frauen oft zu verstehen gegeben, dass sie im Dienst an der Familie am besten aufgehoben wären, und egoistisch, wenn sie sich auf ihre eigenen Wünsche und Ziele konzentrierten. Als Folge dieser gesellschaftlichen Erwartungen setzen Frauen ihre Energie häufig dafür ein, sich um die Familie und das Familienheim zu kümmern. Diese Aufgabe hält Frauen davon ab, sich weiterzubilden, Einkommen zu verdienen oder einen Weg zu mehr Berechtigung und einer stärkeren Einflussnahme in der Gesellschaft zu beschreiten. Trotz ihrer hohen Bedeutung wird die Hausarbeit in der Gesellschaft als so gut wie nichts abgetan. Es wird als eine der niedrigsten Formen der Arbeit angesehen, weil es nicht zum Erwerb beiträgt. Es ist eine unbezahlte Arbeit, für die Frauen verpflichtet sind, Verantwortung zu übernehmen. Sie bilden eine unsichtbare Arbeiterschaft und erfüllen eine unbezahlte Aufgabe für eine Gesellschaft, die ihre Beiträge abwertet.

Die Arbeit Fünf Fragen (Version 2) würdigt den Wert der Hausarbeit von Frauen. Um die Arbeitsleistung von Frauen aus dem Schatten zu rücken und stereotypen Geschlechterrollen ein Ende zu setzen müssen wir zunächst einen Schritt in Richtung Anerkennung und Respekt gegenüber der Vielzahl von Frauen tun, die in den Familienhaushalten arbeiten.”

Fünf Fragen (Version 2) lädt die Betrachterin und den Betrachter dazu ein, mit der Arbeit zu interagieren, indem er oder sie eine oder mehrere der fünf gestellten Fragen beantwortet. Die Antworten können sich auf das Kunstwerk beziehen oder allgemeiner auf Erfahrungen oder Gefühle in Bezug auf Geschlecht oder weibliche Identität. Der Betrachter oder die Betrachterin kann dann seine oder ihre Antworten in den Eimer legen.

Diejenigen, die nicht an der Ausstellung teilnehmen können, können ihre Antworten an fivequestionsart@gmail.com senden. Die Künstlerin wird die Antworten sammeln, aufschreiben und in den Eimer legen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Antworten ohne Namen veröffentlicht.
 
Für mehr Informationen besuchen Sie bitte:
Webseite: www.lehienminh.com
instagram @le_hien_minh
facebook @lehienminh

  • Courtesy of The Artist Foto: Walther Le Kon
  • Courtesy of The Artist Foto: Walther Le Kon
  • Courtesy of The Artist Foto: Walther Le Kon
  • Courtesy of The Artist Foto: Walther Le Kon

Künstlerin aus Vietnam in Leipzig

  • Le Hien Minh © LIA
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  • Lê Hiền Minh © LIA
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  • Lê Hiền Minh © LIA
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Besuch von Herrn Raulff, Präsident des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

In der vergangenen Woche haben die am "Pazifik-Leipzig"-Programm teilnehmenden Künstlern, ihren Aufenthalt in Leipzig begonnen. Herr Raulff, Präsident des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) hat einen Besuch erstattet.

Alle sind begierig darauf, Neues zu lernen. Sie haben bereits Kaffee im Atelier für die Radierung getrunken und eine Stadtführung absolviert bevor es jetzt mit der Arbeit beginnt. Nächste Woche bekommen alle die Möglichkeit nach Berlin für die erste Exkursion zu reisen.

  • LIA 1 © Leipzig International Art Programme
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