Schulradio-Atelier Laboradio

LaboRadio
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaïdis

8 Schulen, 10 Tage, 32 Schüler. Das Ziel: Eine Radiosendung erstellen.

 

Nicht nur aus allen Landesteilen des Senegals, sondern auch aus Deutschland kommen die Schülerinnen und Schüler, die sich Ende November zum Schulradio-Atelier auf der Île de Gorée vor der Küste Dakars treffen. Unter der Projektleitung von Caren Bredin vom Goethe-Institut Senegal wurde in zehn Tagen der Grundstein für ein langfristig angelegtes, bilinguales Schulradioprojekt gelegt: Laboradio!“

Die ruhige Insel und das Gelände der Maison d’Eduation Mariama Bâ bieten den perfekten Ort für unseren Workshop. Nach ersten Kennenlern-Spielen werden Gruppen gebildet: immer ein Radioexperte aus Waldkirch arbeitet zusammen mit drei senegalesischen und deutschen SchülerInnen.

Die Themenwahl ist vielfältig: Es soll um den Klimawandel gehen, um Musik, Freizeitaktivitäten oder Immigration. Mit der Festlegung der Leitfragen beginnt dann die eigentliche Arbeit: Zuerst werden die Schüler auf Original-Ton-Jagd geschickt. Mit Aufnahmegeräten bewaffnet ziehen sie in ihren Gruppen über die Insel und interviewen Touristen, Einheimische oder auch mal die besten Freunde. Die so gewonnenen O-Töne müssen nun selektiert, geschnitten, bearbeitet und in sogenannte Manteltexte verpackt werden. Das ist eine Menge Arbeit, der die Schüler nun über drei Tage lang nachgehen – nur unterbrochen von Kaffeepausen und kleinen Energizern.

Extra Input gibt es, als wir nach Dakar fahren, um drei Radiosender zu besuchen. Die SchülerInnen werden durch die Studios geführt, sprechen mit ModeratorInnen, JournalistInnen und PraktikantInnen und dürfen teilweise auch mal selbst in den Aufnahmeraum. Wieder auf Gorée, wird ein professionelles Casting abgehalten, um aus den 32 SchülerInnen die drei Live-ModeratorInnen für unsere Sendung zu finden. Währenddessen arbeitet unser deutscher Musiklehrer und Jingle-Spezialist Wolfgang Faller an seiner Jingle-Komposition auf den Namen unseres Projekts: „Laboradio!“.

Für den Länderabend stehen schon gegen Mittag die Trommeln bereit; Am Abend wird der kleine Weihnachtsbaum aufgestellt, die Drehorgel spielt ihr Lied, traditionelle Werkzeuge und Instrumente aus der Casamance werden präsentiert und natürlich wird auch getanzt.

Am Donnerstag nimmt das Arbeitstempo deutlich an Dynamik zu. Alle Schüler werden in die Jingle-Aufnahme eingebunden und  unser Techniker Michael Ohnemus führt das Mischpult vor und bereitet alles für die Generalprobe. Während die ModeratorInnen also fleißig an ihren Texten schreiben, beraten in der Musikredaktion die Schüler über die passenden Tracks für unsere Sendung: darunter natürlich deutsche und senegalesische Hits. Als unsere übermüdeten, aber glücklichen ModeratorInnen schließlich zur Generalprobe bereit sind, machen uns die fertigen Beiträge gekoppelt mit Musik und Live-Moderation natürlich stolz wie Oskar.

Voller Vorfreude bricht die ganze Gruppe, gekleidet in die  druckfrischen „Laboradio“-T-Shirts, am nächsten Morgen zum Lycée Galandou Diouf in Dakar auf.  Nach gut einer Woche harter Arbeit bekommen sowohl die SchülerInnen des Radioworkshops als auch die SchülerInnen des Lycées zum ersten Mal die fertige Sendung zu hören. Die Ausstrahlung läuft wie am Schnürchen und erntet viel Beifall - genau wie der gesamte Workshop, der von den SchülerInnen beinahe ausschließlich positives Feedback erhält.
Nach getaner Arbeit blicken wir beim abschließenden Ausflug zurück auf eine Zeit voller Austausch, konstruktivem Schaffen und Spaß. Beim tränenreichen Abschied versichern wir uns gegenseitig: 2019 geht es in Abidjan weiter!