Schulprojekt Wie kann meine Stadt nachhaltiger werden?

Une ville plus durable
©Stéphanie Nikolaïdis

Dieser Frage gingen Schüler*innen im Rahmen eines Workshops in drei Schulen in Dakar und Rufisque Ende Juni nach. Ziel war es, einen Anstoß zu geben, über Frage- und Problemstellungen rund um Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu reflektieren und zu diskutieren.

Laut dem letzten UN-Klimaschutz-Bericht verursachen Umweltverschmutzung und -zerstörung ein Viertel aller Todes- und Krankheitsfälle.Die Autoren des im März 2019 erschienenen Global Environment Outlook fordern die Entscheidungsträger auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um dringende Umweltfragen anzugehen und die Ziele der nachhaltigen Entwicklung sowie andere international vereinbarte Umweltziele wie das Pariser Abkommen zu erreichen.

Ein Umdenken und Änderungen können aber nicht nur der Politik überlassen werden, sondern sind vielmehr auf allen Ebenen gefragt. Gerade die Sensibilisierung der jungen Generation für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist von großer Bedeutung, wird diese doch maßgeblich die Zukunft dieses Planeten mitgestalten.

Für dieses Ziel haben sich das Goethe-Institut und die NGO Treesforthefuture zusammengetan und zwischen dem 18. und 20. Juni Workshopszu nachhaltiger Stadtentwicklung mit Schüler*innen im Alter von 13 bis 17 Jahrenam Lycée Moderne de Rufisque, LycéeThierno Saidou Nourou Tall und LycéeGalandou Diouf organisiert.

Das Atelier gliederte sich in drei Teile. Zunächst wurde ein Ausschnitt aus dem französischen Dokumentarfilm Demain (Cyril Dion, Mélanie Laurent, 2016) gezeigt, um inhaltliche Anstöße für die anschließende Diskussion zu negativen Folgen von Abholzung gegenüber positiven Effekten von Urban Gardening und Permakultur zu liefern.

Im Mittelteil wurden die Schüler*innen dazu angeregt, selbst aktiv nach kreativen Lösungsansätzen zu suchen und konkrete Projektideen für ein nachhaltigeres Dakar und Rufisque zu entwickeln. In Kleingruppen tauschten die Jugendlichenihre Gedanken aus, die in all ihrer Vielfalt auf großen Plakaten Platz fanden. Innerhalb der Gruppen wurde im Anschluss die jeweils beste Idee per Punktevergabe gekrönt, um diese in einer Abschlusspräsentation mit den anderen Mitschüler*innen zu teilen und zu diskutieren.

In den Gruppen immer wiederkehrend war der Wunsch nach mehr Grünflächen auf öffentlichen Plätzen, um zu verweilen und zusammenzukommen sowie nach mehr Platz zum Spielen für Kinder. Ein konkretes Projekt, das von Schüler*innen am Lycée Moderne de Rufisque vorgeschlagen wurde, ist der Bau einer lokalen Universität. Nicht nur, dass das Pendeln nach Dakar für viele Studierende sehr teuer ist. Die Nutzung von mit Benzin oder Diesel betriebenen öffentlichen Transportmittelnträgt auch stark zur steigenden Luftverschmutzung bei.

Hört man sich auch außerhalb der Schulen um, fällt auf: Egal ob jung oder alt, der Wunsch nach Veränderung und einer saubereren und grüneren Umgebung ist omnipräsent. Nur die konkrete Umsetzung scheint oft noch eine Hürde darzustellen. Wie schnell man zusammen Ideen direkt vor Ort in die Tat umsetzen kann, bewiesen die Schüler*innenim letzten Teil des Workshops: Unter Anleitung von Mohamed Traoré, Regionaldirektorfür Westafrika von Treesforthefuture, pflanzten die Jugendlichen zusammen Bäume in den Schulhöfen. Damit auch das Projekt in sich nachhaltig ist, haben die Schüler*innen Patenschaften für die Bäume übernommen und werden sich in den kommenden Jahren, so die Hoffnung, intensiv um ihre neuen Mitbewohner kümmern.

Bleibt noch die Frage was jede*r Einzelne im Alltag tun kann, um nachhaltiger, bewusster und verantwortlicher zu leben und seinen Teil dazu beizutragen, damit die verheerenden Prognosen des UN-Berichts nicht zur Realität werden?Während des Ateliers schlug beispielsweise eine Schülerin vor, konsequenter die sogenannten „3 R’s“ zu beachten: Réduire, Réutiliser, Récycler. Weniger Plastik, mehr Second Hand und das kaputte Smartphone eher reparieren lassen, als es direkt zu entsorgen.

Die Ateliers haben viel Freude bereitet und Hoffnung darauf gemacht, dass wir den Wandel noch heute, und zwar alle zusammen, generationenübergreifend, anstoßen. Für ein nachhaltigeres Morgen.