Au Coeur de la Littérature Rawane Diop: De l'indépendance à l'émergence

Rawane Diop
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaidis

Zunächst dank des Inhaltes des Werkes, aber vor allem wegen der hervorragenden Präsentation war das Literaturtreffen am 29. Juli sehr gut gelungen. Dieses Werk von Rawane Diop, das den Titel De l'indépendance à l'émergence, leurres et lueurs trägt, ist ein literarisches Meisterwerk, das dem Leser eine alarmierende Bilanz unseres Landes von der Unabhängigkeit bis heute zeigt.

Zuallererst gab es eine Slam Performance von Kemit, bevor es richtig zur Präsentation des Werkes kam. Nach dem Applaus ergriff der Autor, der bequem neben den Moderatoren Bouya Fall und Oumar Ndiaye saß, das Wort. Rawane Diop, ehemaliger Inspektor bei der Finanzbehörde, ist Lehrer und zugleich Autor. An einem bestimmten Moment in seinem Leben fasste er den Entschluss, ins Ausland zu gehen, um andere Realitäten zu entdecken. Die Idee, das Buch zu schreiben, kam nachdem der Autor feststellte, dass das Land seit dem Erlangen der Unabhängigkeit stagniert. Deshalb sagt er: "Ich habe dieses Buch geschrieben, um solidarisch gegenüber meinem Volk zu sein".

Der Autor ist der Meinung, dass wenn man ein Land entwickeln will, muss man unbedingt für seine Bevölkerung da sein, aber vor allem die Kompetenzen und die endogenen Werte, die zum Durchbruch des Landes beitragen können, in den Vordergrund stellen. Jahrelang haben die Darlehen der Weltbank die Wirtschaft mehrerer afrikanischen Länder lahmgelegt. Das Bildungswesen, das ein Schlüsselsektor der Wirtschaft ist, ist oft gering geschätzt. "In einem Land, wo alles Verhandlungssache ist, ist es schwierig, Schuldige zurechtzuweisen". Senegal ist aufgrund seiner Vielfalt reich, aber die politischen Entscheidungen seiner Politiker sind die Ursache für die Unterentwicklung des Landes. "In diesem Land sind die Mythen bedeutender als die Realität".

Bouya Fall nahm als Erste das Wort und fragte den Autor, wie er die von der bisherigen senegalesischen Präsidenten betriebene Politik analysierte. Die Frage beantwortete Rawane Diop, wie folgt: "Im Hinblick auf seine Präsidentschaftsmandat scheiterte Senghor. Ihm ist nur gelungen, die Kolonisation dauerhaft fortbestehen zu lassen. Mamadou Dia war der Thomas Sankara Senegals, aber alles wurde dafür getan, damit er aus den Gedächtnissen gelöscht wird. Nach zwanzig Jahren Machtausübung hinterließ Abdou Diouf ein unterentwickeltes Land. Wegen seiner Großzügigkeit trug Abdoulaye Wade dazu bei, dass sich ein Verachtungsgefühl bei der Bevölkerung entwickelte, aber er baute Infrastrukturen, hatte sehr viele gute Ideen für das Land, wie zum Beispiel der Bruch mit Frankreich, um die Partnerstaaten zu diversifizieren, selbst wenn dieses Streben nach Freiheit im Jahre 2012 gestoppt wurde".

Die politischen Orientierungen unserer verschiedenen Präsidenten lassen den Eindruck entstehen, dass das Volk, das normalerweise Hauptbeteiligter für die Entwicklung des Landes sein muss, ignoriert wird. Produktion ist der wesentliche Bestandteil für die Entwicklung eines Landes: "Wenn ein Land über seine eigene Währung verfügt, wird dies, das Freiheitsgefühl verstärken". Die Nutzungsverträge unserer Landesressourcen, die unsere Regierenden für eine Laufzeit von fünfzig Jahren unterschreiben, weisen "eine beabsichtigte Kolonisation" aus. Seiner Meinung nach kann das Energieproblem durch Solarenergie und andere moderne Technologien gelöst werden. Der Autor setzte seine Argumentation fort, indem er sagte: "Wenn wir ein Schwellenland werden wollen, müssen wir das vorbereiten, aber nicht verordnen und ein Verhaltenwechsel der Bevölkerung ist Vorbedingung und Voraussetzung dafür". Ein Teilnehmer an der Veranstaltung fügte hinzu: "Damit man zu einem Schwellenland wird, muss man viel arbeiten und sparen". Unsere Länder sind mit dem Problem konfrontiert, dass die Elite oft nur an Privilegien interessiert ist. "Damit ein Präsident zu einem Reformer wird, sollte der Gewinn eines zweiten Mandats nicht vorrangig sein". Der Autor sagte zum Schluss: "Um die Republik unseren Realitäten anzupassen, muss sie neue gedacht werden". Das Bildungswesen muss im Einklang mit den Bedürfnissen des Landes sein, wobei Religion ohne Extremismus ausgeübt werden sollte, damit sich die Gesellschaft mit ihrer Würde versöhnt.