Au Coeur de la Littérature „Mak Kadior“ von Mamadou Ndiaye

Mamadou Ndiaye
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaidis

Anlässlich des neuen Literaturtreffens am 25. November empfing der Saal Weimar seinen bisher jüngsten Autor. Es handelte sich nämlich um den diplomierten Wissenschaftler der Universität Cheikh Anta Diop Mamadou Ndiaye, der nun Autor der Gedichtsammlung Mak Kadior ist, die im Verlag Harmattan Senegal erschienen ist. Ein Auftritt des Slamers Kemit eröffnete erstmals die Veranstaltung. Nach dem Applaus des Publikums ergriff der Autor das Wort. Er saß bequem neben den Moderatoren Bouya Fall und Oumar Ndiaye und erklärte zunächst die Gründe, die ihn dazu bewegt haben, zur Feder zu greifen.

Mamadou Ndiaye griff zur Feder, weil er Langeweile verspürte. Er hat die Poesie nicht gewählt, sondern die Poesie hat ihn gewählt, und zwar, an einem Moment, wo er mit den Schwierigkeiten des Studentenlebens konfrontiert war. Die Entscheidung über die Wahl des Buchumschlags traf der Verleger selbst, der ihn für den Kontext und den Inhalt der Gedichtsammlung passend machen wollte. Der Titel Mak Kadior kommt aus den Initialen seines Vornamens und seiner Heimatstadt Thies, Kadior auf Wolof. Was seine zukünftigen Veröffentlichungen betrifft, hat sich Mamadou Ndiaye für den Autorennamen Mak kadior entschieden.

Diese weitgehend lyrische Gedichtsammlung hebt bei mehreren Texten den Reiz eines Engagements hervor, das gegenüber Missständen unserer Gesellschaften Begeisterung, Hoffnung und Leiden verlauten lässt. Dass in der Gedichtsammlung keine Spur von Freude festzustellen ist, hängt mit den Schreibbedingungen des Werkes zusammen: "Ich mag alles, was rein und natürlich ist, wie zum Beispiel mit Kindern in Verbindung kommen. Das Dorf stellt ein Ort dar, der mich zur Meditation anreizt". Um die Frau zu loben, die eine entscheidende Rolle in unseren Leben spielt, erwies er seiner Mutter durch das Gedicht "À ma mère" eine verdiente Ehre. Zum Thema illegale Einwanderung drückt der Autor seine Empörung aus und gibt allen Menschen, die sich in diese Aventure Ambigüe (Anspielung auf Cheikh Hamidou Kane Buch Der Zwiespalt des Samba Diallo) stürzen wollen, den Ratschlag, das aufzugeben. Zugleich appelliert er an ein besseres Verantwortungsbewusstsein seitens der politischen Entscheidungsträger gegenüber Jugendlichen.

Im Gedicht "L'éveil", auf Seite 29, fordert er die Menschen seiner Generation auf aufzustehen, um "nicht die Hirse, sondern das Übel zu zerstampfen". Mamdou Ndiaye macht deutlich, dass er ein großer Fan von Victor Hugos dichterischem Werk sei und nur wenig Zuneigung für Senghors habe, selbst wenn man ihn oft mit letzterem vergleiche. Anschließend las er das Gedicht "Partir" vor, das an Aimé Césaire erinnert; danach war das letzte Gedicht "Peine perdue", das über die Hoffnungslosigkeit eines Dichters, der den Eindruck hat für taube Ohren zu predigen, an der Reihe.

Was die Zusammenarbeit mit dem Harmattan-Verlag anbelangt, betonte der Autor, dass die Ausgabe von Büchern ein allgemeines Problem in Senegal darstelle, aber der Verlag ihm die Aufgabe einigermaßen erleichtert habe, auch wenn er einen finanziellen Beitrag, den die Buchbehörde Direction du Livre et de la Lecture normalerweise übernehmen musste, selbst geleistet habe. Nach Meinung des Autors und von anderen Teilnehmern, die sich zu Wort gemeldet haben, werde diese sog. Behörde wegen parteiischer Verwaltung der ihr zur Verfügung gestellten Mittel oft kritisiert. Mamadou Ndiaye ist der Auffassung, man sollte ein System, das zu unseren Realitäten passe, unbedingt in die Tat umsetzen, und dass die Frage der Zugehörigkeit klar für alle definiert werden müsse. Ein Kollege von ihm ist der Meinung, dass der Autor etwas Außergewöhnliches habe, er sei ein innerlicher Flüchtling, der seine Beklemmungen durch die Poesie äußere.

Mamadou Ndiaye betrachtet seine Gedichtsammlung als ein lokales Werk, das uns erlaubt zur Universalität zu gelangen. Bei diesem Werk geht es über weite Strecken um eine Autobiographie. Poesie ist ein Mittel, das dem Autor ermöglicht seine Angst der Wirklichkeit zu überwinden. Am Ende las Mamadou Ndiaye das sehr persönliche Gedicht "À mon guide" vor, das er nicht kommentieren wollte. Zum Abschluss der Veranstaltung gab es einen engagierten Slam-Auftritt von Kemit, bevor es zu den Widmungen des Werkes seitens des Autors kam.