Au Coeur de la Littérature „La chèvre de ma grand-mère“ von Irène Gaouda

Irène Gaouda
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaidis

Unser monatliches Literaturtreffen hat das Jahr 2016 auf beste Weise begonnen. Mit der Präsentation des Werkes von Irène Gaouda La chèvre de ma grand-mère wurden die Tiere auf schöne Art und Weise gewürdigt. Die Autorin selbst bezeichnet ihr Werk als eine „Sammlung von Gedichten und Novellen“.

Sie saß neben den Moderatoren Bouya Fall und Oumar Ndiaye, stellte sich zunächst vor, bevor sie über ihr Werk sprach. Irène Gaouda ist eine kamerunische Journalistin, die im Rahmen eines Master-Studiums in Medien und Kommunikation sich momentan in Senegal aufhält. Diese Sammlung, die aus fünf Novellen und zwei Gedichten besteht, und die vom Verlag Edilivre herausgegeben wurde, ist ihr erstes literarisches Werk. In diesem Werk werden vor allem die Konfliktbeladenen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren hervorgehoben.

In der Novelle La tragédie de la reine termite, erzählt die Autorin die Geschichte von Termiten, die, weil der Hüter eines Möbelstückes seine Arbeit nicht getan hat, es endlich geschafft haben, das Innere dieses Möbelstückes zu ihrem Wohnraum zu machen.

Die meisten Texte des Werkes sind alte Schriften, die die Autorin in ihren Schubladen aufbewahrte. Es geht im ganzen Werk um Tierschutz und Respekt vor dem Leben und dem Nächsten.

Um das Lesen des Buches für alle Leser zu erleichtern, entschied sich die Autorin für einen einfachen Schreibstil. Sie lässt sich von den Kräfteverhältnissen, die in unseren Gesellschaften bestehen und von der Verwundbarkeit der Tiere, die gegenüber den Umwandlungen und anderen Grausamkeiten im Endeffekt die eigentlichen Opfer sind, inspirieren.

Dass die Autorin sich für den Verlag Edilivre entschieden hat, erklärt sich dadurch, dass es wegen der von den nationalen Verlagshäusern gestellten Bedingungen keine Einigung gab.

Mit zutreffenden Worten äußerte sich der Literaturkritiker Valdez Onanina über die Schwierigkeiten und Kontraste in diesem Werk, das den Leser in eine afrikanische Kulisse versetzt, um die Bedeutung von Humanität durch spannende, komische am Ende tragische Geschichten hervorzuheben.

Ein Teilnehmer an der Veranstaltung äußerte sich mit kritischen Worten gegenüber dem Verlagshaus Edilivre. Die Autorin hofft, ihr Werk in weiteren Sprachen später wieder herauszugeben. Diese Entscheidung erklärt sich durch den kleinen Umfang des Buches, das nur sechsundsechzig Seiten hat.

Um die Beziehungen zwischen Menschen und Tieren besser darzustellen, setzt Irène in ihrem Werk kleine Tiere (Ameise, Termite, Glühwürmchen, usw.), von ihr als verwundbarer betrachtet, in Szene.

Einige Teilnehmer betonten, dass diese Tiere, die im Alltag den Lebensraum von Menschen teilen, manchmal eine Gefahr für das Überleben des Menschen darstellen. Wenn wir nun das Beispiel von Wanderinsekten, die die Ernte zerstören, von Moskitos, die die Malaria verbreiten und das Beispiel von Epidemien, die Menschenleben kosten, in Betracht ziehen, muss man daraus folgern, dass dieses Zusammenleben nicht in aller Ruhe verläuft.

Zum Schluss bedankte sich die Autorin beim Publikum, das zahlreich erschienen war und bei dem ganzen Team des Goethe-Instituts, das ihr die Möglichkeit gab, ihr Werk im Saal Weimar zu präsentieren. Die Veranstaltung endete mit einem Auftritt des Slamers Kemit, der einen engagierten Text performte.