Au Coeur de la Littérature „La voix des rizières“ von Rufina Dabo Sarr

Rufina Dabo Sarr
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaidis

Wenn Reisfelder wie Menschen sprechen könnten, dann würden sie Rufina Dabo Sarr, die am 24. Februar ihr Werk La voix des rizières im Saal Weimar vorstellte, bestimmt gratulieren. Zu Beginn der Veranstaltung boten das Duo Sall Ngary und Zeinixx eine sehr starke Slam-Performance an. Um die Moderatoren und Gastgeber Bouya Fall und Oumar Ndiaye war die Stimmung ganz entspannt.

Als verheiratete Frau und Mutter von drei Kindern engagiert sich Rufina für Politik und gemeinschaftliche Entwicklung. Seit Jahren kämpft sie für Frauenrechte. Rufina, die von 1983 bis 2003 Lehrerin für Naturwissenschaften war, setzt sich auch als führende Persönlichkeit für die Entwicklung und die Förderung der Wissenschaft und der Technologie ein.

Ihrer Meinung nach ist Entschlossenheit unabdingbar beim Menschen und gerade auf dieser Eigenschaft beruht ihr Engagement. Sie wünscht sich eine stärkere Vertretung der Frauen bei Entscheidungsinstanzen.

Auf eine Frage des Moderators über die Gründe für das späte Erscheinen des Werkes und über die unterschiedlichen Themen, die sie darin behandelt, antwortete sie, wie folgt: "Das war Gottes Plan". Sie fügte hinzu, dass sie das Erscheinen des Werkes ihrer Beharrlichkeit verdankt. Anschließend nutzte sie die Gelegenheit, um sich über die Probleme der Buchveröffentlichung in Senegal zu äußern. Für Rufina, die die meisten Strophen inmitten der Nacht schreibt, bedeutet Schreiben Freiheit. Die Inspiration findet sie in ihrer Wurzel (der Region Casamance). Sie ist Umweltschützerin und erhofft sich durch ihre Feder mehr Frieden in die Herzen der Menschen zu stiften. Wie üblich zeichnete sich die Literaturkritikerin und Journalistin der Senegalesischen Presseagentur (APS) Onanina Valdez durch eine treffende Stellungnahme aus, so dass die überwältigte Autorin merken konnte, dass so viele Botschaften sich hinter diesen aus dem Herzen geschriebenen Versen steckten. Die Meinung der Literaturkritikerin kann, wie folgt, zusammengefasst werden: "La voix des rizières ist eine Sammlung von vierzig Gedichten, in der Rufina Dabo Sarr Themen wie Liebe, Senegal, Afrika, Umwelt, Natur, Ökologie, Erde, Ungerechtigkeit, Traurigkeit, Unglück, Krieg, Frieden mit viel Energie und mit einer perfekten Beherrschung der Sprache angeht. Grammatisch gesehen, ist diese Gedichtsammlung ein Meisterwerk."

Valdez fügte hinzu: "Gerade in diesen Trauerstunden massiver Einwanderung und Identitätsverlust ist La voix des rizières ein Weckruf zum Patriotismus! Es ist ein angenehm zu lesendes und einfach geschriebenes Werk, dessen Zauberkraft darin liegt, dass alle Gedichte ein gewisses Engagement ausweisen und ausdrücken. Vom ersten bis zum letzten Gedicht singt Rufina Dabo Sarr. In La voix des rizières singt sie, denn ihrer Meinung nach, und das schreibt sie in ihrem Werk: "Poesie ist Musik. Musik ist Poesie". Diese Auffassung Rufinas teilt ebenfalls Onanina Valdez, die genauso wie die Autorin die Meinung des französischen Journalisten und Romanschriftstellers des 19. Jahrhunderts Alphonse Karr zurückweist. Letzterer vertrat folgenden Standpunkt: "Musik fängt da an, wo Poesie aufhört". Nach dem Lesen von La Voix des Rizières ist man anderer Ansicht. Valdez hat aber nicht versäumt, eine Bemerkung über die Qualität des Buchdeckels, der verbessert werden muss, zu machen.

Die Schüler des Deutschklubs vom Gymnasium Lycée Moderne de Rufisque, die die Autorenlesung miterlebten, leisteten mit treffenden Fragen einen Beitrag zur Qualität der Diskussion.

Die Frage eines Teilnehmers über die elektronische Veröffentlichung beantwortete die Autorin mit folgenden Worten: "Wir kämpfen, damit unsere Kinder anstatt Phantombücher echte Bücher in der Hand zum Lesen bekommen."

Die Veranstaltung endete mit einer sehr authentischen Slam-Auftritt seitens von zwei Schwestern der Autorin, und zwar Frau Amélie Dabo Samb (Französischlehrerin im Gymnasium Galandou Diouf) und Frau Sylvie Dabo Bassène.