Au Coeur de la Littérature „Dessous la lampe“ von Racine Senghor

Racine Senghor
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaidis

Unser "Au Coeur de la Littérature" am 29. Juni, der bei der Gelegenheit zu einem "literarischen Ndogou" wurde, empfing Racine Senghor. Er präsentierte seine Gedichtsammlung Dessous la lampe, die vom Verlag Abis Éditions veröffentlicht wurde. Zur Eröffnung der Veranstaltung interpretierte Kemit einen Slam-Text, der dem Autor sagen ließ: "Die Slamer sagen das Wesentliche, indem sie mit den Worten spielen". Der Autor saß ganz bequem neben den Moderatoren Bouya Fall und Oumar Ndiaye.

Racine Senghor ist im Herzen der Saloum-Region in einer fürs literarische Schaffen günstigen Umgebung geboren. Dieser Lehrer für Literaturwissenschaft, der ein talentierter Dichter ist, ist ebenfalls der gegenwärtige Verwalter des Denkmals "Monument de la Renaissance Africaine". In der Vergangenheit war er als Direktor des sekundären Bildungsbereichs und Exekutivsekretär des Projektes ARCHES tätig, das für die Harmonisierung des sekundären Bildungsbereichs im frankophonen Afrika sorgen sollte. Er hat mehrere französische Lehrwerke geschrieben und war Kunstdirektor und Kabinettsdirektor des Ministeriums für Kultur.

Trotz dieser Laufbahn, die neidisch machen kann, versteckt sich hinter diesem Mann, der in einen großen weißen Boubou gekleidet war, einen unheimlich bescheidenden Mann mit einer sehr großen geistigen Aufgeschlossenheit, die vielleicht als Markenzeichen für berühmte Persönlichkeiten gilt.

"Dessous la Lampe" ist eine Gedichtsammlung, die mit einem zugleich originalen und leicht zu lesendem Schreibstil Licht in mehrere Themen bringt. Durch Gedichte wie "Prince de Fort de France » und "Prince héritier des Nobles d'Afrique" erweist Racine Senghor den Gründungsvätern der Negritude-Bewegung aber auch bei der Erwähnung der unvergesslichen/unvermeidlichen Figur Toussain Louverture der ganzen Karibik eine verdiente Ehre.

Auf der Seite 26 der Gedichtsammlung macht der Dichter mit dem Gedicht "Madiba, Tata, Mandela" einen Sprung in Richtung des südlichen Teils des Kontinents, dem ewigen Werk von Nelson Mandela, dessen Größe und Geduld sogar bei Jugendlichen weiterhin große Bewunderung hervorrufen, Achtung zu zollen.

In diesem Zusammenhang erweist er mit dem Gedicht "Sang de Selbé" dem kleinen Mädchen Ndèye Selbé Diouf Ehre, die im Jahre 2008 im Alter von 12 Jahren vergewaltigt und ermordet wurde. Der Autor huldigt diesem kleinen unschuldigen Mädchen posthum, damit kein anderes Mädchen solche Gräueltaten mehr erlebt.

Mehrere Stellen des Werkes preisen die Geburt. Racine Senghor erinnert sich an die Freuden, Tränen und all diese kleinen magischen Momente einer fernen Kindheit. Mit seiner Feder belebt er die Zärtlichkeit einer Mutter wieder. Er machte eine Zeitreise und wirft einen Blick auf die afrikanische Geschichte und es gelingt ihm sogar bis zur Geschichte von Saba aus Äthiopien zu gelangen.

In der Folge kam es zur literarischen Kritik seitens von Onanina Valdez, die es schaffte, sowohl die ästhetische als auch die stilistische Schönheit des Werkes hervorzuheben, indem sie sagte, dass Racine Senghor das Gute und das Böse erwähnt, rühmt und anprangert. Sie fügte hinzu, dass sein Werk ein Beweis für seine Bescheidenheit und sein Humanismus ist.

Der Wechsel mit dem Publikum war ein großer Moment des Austausches und viele Anwesenden haben der Reihe nach dem Autor gratuliert, um dieses unbestreitbar schöne Werk zu feiern. Eine Frage über das "Monument de la Renaissance Africaine", von dem er der Verwalter ist, beantwortete er mit folgenden Worten: "Mittlerweile versöhnen sich die Senegalesen mit diesem Denkmal, das schließlich zu Senegal gehört".

Am Ende gab es als Zeichen für Einheit und Frieden in dieser Fastenzeit der Muslime eine Mahlzeit unter Christen und Moslems, um das Fasten zu brechen.