Au Coeur de la Littérature Destins croisés, ein Patchwork von Leben

Destins croisés
Foto (Ausschnitt): Stéphanie Nikolaidis

​In ihrem Roman geht Marième Ndir die Themen der Liebe und der Freundschaft mit Realismus an. Die Romanschriftstellerin fordert den Leser auf, ihr Werk um drei Schwerpunktthemen aufzugreifen, um das damit verbundene Interesse besser zu begreifen.   

Destins Croisés erzählt über die Geschichte von vier senegalesischen Frauen im heutigen Paris. Im Werk tauchen wir in den Alltag und in die Intimität von Nina, Sali, Khady und Charlotte ein, die, jede auf ihre Weise, komplizierte Liebesbeziehungen erleben. Man befindet sich also mitten in einer Folge unaufhörlicher Liebesqualen, Peripetien, romantischer Instabilitäten und Schandtaten, bei denen die vier Heldinnen, die alle schicksalhafte Begegnungen miterleben, im Mittelpunkt stehen.      
 
Nina ist in Marc verliebt, der seit langem ein Freund von ihr gewesen war. Sali „die unverbesserliche Romantikerin“, die in den eingefleischten Frauenheld Samba leidenschaftlich verliebt ist, dem sie seine Seitensprünge jahrelang  verziehen hat, bevor sie  am Ende mit Sambas Freund Thierno glücklich wird. Khady hat Augen nur für Henri, Ninas Cousin, den sie einige Jahre früher verließ, bevor sie nach Frankreich flog, um dort ihr Studium fortzusetzen. Letztendlich heiratete sie ihn, aber nicht ohne Schwierigkeiten. Charlotte, die ältere unter ihnen, heiratete am Ende Louis, einen Franzosen, obwohl sie noch in ihren Kindheitsfreund Karim verliebt ist.     
Für die Romanschriftstellerin besteht der erste Schwerpunkt dieses Werkes darin, „das Liebesleben und die Art und Weise wie jede Frau es führt, zu zeigen. Destins Croisés ist die Geschichte der großen Liebe, die man entscheidet zu erleben oder der man versucht zu entkommen“ erklärte sie und sie fügte hinzu: „Einige Leser sagten zu mir, dass sie auf Nina wütend waren, und betrachteten sie als Egoistin, andere fanden Sali in ihren Beziehungen zu Männern pathetisch, andere verrieten mir, dass sie die Beziehung Khady-Henri lieber hatten usw. Ich erhielt allerlei Rückmeldungen seitens der Leser, die mir zeigen, dass letztere ein deutliches Interesse für die Figuren des Romans haben und dass sie wünschen, dass der Roman eine Fortsetzung hat“.
 
Für die Autorin ist Freundschaft der zweite Schwerpunkt dieses Buches; denn im Grunde genommen wird Destins Croisés eigentlich von der bedingungslosen Freundschaft geprägt, die zwischen den Hauptfiguren existiert, die sich gegenseitig unterstützen und die die Peripetien des Pariser Alltagslebens gemeinsam meistern. „Das Fundament dieser Freundschaft zwischen diesen dick befreundeten solidarischen Frauen, die in Frankreich leben, während ihre Familien im Senegal sind, ist ihre Offenheit und ihre Empathie. Zwischen diesen vier Freundinnen existiert eine starke Beziehung, die  ihr Vertrauen und ihre Geständnisse unterstützt“, erklärte Marième Ndir, die auch selbst zugab, „eine Zuneigung zu diesen Figuren, [die sie] erfunden hat“, zu empfinden.     
 
 
Im Endeffekt fördert das Werk das Bild von starken Frauen, von Karrierefrauen, die die Schwierigkeiten überwinden und die sich in ihren jeweiligen Berufen durchsetzen. Sei es Nina, Khady, Sali oder Charlotte, sie üben alle vier einen menschenwürdigen Beruf aus; eine Einzelheit, die von der Autorin absichtlich dargestellt wurde: „Die Hauptfigur Nina ist eine Karrierefrau, die in der Werbung arbeitet. Neben den vier Heldinnen gibt es auch Ma Penda, die eine erfolgreiche Unternehmerin ist. Sie ist Besitzerin und Geschäftsführerin eines Beauty & Wellness-Shops. Für mich war es wichtig Karrierefiguren auszuwählen, denn ich bewundere die pfiffige Seite der senegalesischen Frau, die einen Sinn fürs Geschäft hat, sei es eine Angestellte, eine Unternehmerin oder eine Hausfrau“, unterstrich sie.    
 
Marième Ndir bezeichnet ihren Roman als ein “Patchwork, das über Leben erzählt, die sich kreuzen“ und sie fasst ihn im folgenden Satz zusammen: „wie Begegnungen, die wir in unserem Leben machen -sei es freundschaftlich, beruflich oder romantisch- unser  Dasein beeinflussen“.