Interview
MUGRAN FOTO WEEK 2016

Mugran Foto Week ©Goethe-Institut/Muhammed Salah

Mugran Foto Week 2016: Interview mit Manfred Ewel, dem Leiter des Goethe-Instituts Sudan

Herr Ewel, Ende September 2016 fand in Khartum die Mugran Foto Week 2016 statt. - Was kann man sich darunter vorstellen?
 

Die Mugran Foto Week 2016 bestand aus drei Veranstaltungen zum Thema künstlerische Fotografie im Sudan. Zum einen waren im Nationalmuseum die Bilder aus unserem letzten Fotografie-Workshop aus dem Vorjahr zu sehen: Zwei Wochen widmeten sich sudanesische Fotografinnen und Fotografen dem Thema „Modern Times“. Entstanden ist eine überraschende, überaus sensible Porträtserie der verschiedenen Fotokünstler.
 
Die Leiter dieses Workshops, die wir dazu zum dritten Mal nach Khartum eingeladen haben, waren André Lützen, ein international arbeitender Fotograf aus Hamburg und seine Kollegin Michelle Loukidis vom Market Photo Workshop, Johannesburg. Sie selbst haben hier natürlich auch fotografiert: Szenen aus dem sudanesischen Alltag. Ihre Blicke auf Khartum konnte man jetzt zum ersten Mal bei unseren Kollegen im französischen Kulturinstitut bewundern – zusammen mit Bildern des bekannten sudanesischen Fotografen, Ala Kheir.
 
Außer diesen beiden Ausstellungen fand eine internationale Master Class statt, bei der zwölf Fotografen aus Westafrika, dem Sudan und anderen afrikanischen Ländern ihre Bilder vorstellten. Beraten wurden sie dabei von Chris Dercon, dem früheren Leiter der Tate Modern Gallery in London, dem Fotografen Akinbode Akinbiyi, der dieses Jahr mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet wurde, sowie weiteren internationalen Kurator/-innen aus Paris, Berlin und Johannesburg.
 
Ein beeindruckendes Programm haben Sie da auf die Beine gestellt. Wieso widmet das Goethe-Institut im Sudan der Fotografie so viel Aufmerksamkeit?
 

Viele kulturell interessierte Menschen in Khartum erwarten vom Goethe-Institut eher ein klassisches Kulturprogramm, wie z.B. Filmabende, Vorträge oder Konzerte. Das machen wir auch, aber diese Veranstaltungen sind jeweils auf einen Abend begrenzt. Durch Workshops zur Vermittlung künstlerischer Fähigkeiten dagegen können deutsche und einheimische Künstler neue Ausdrucksformen im Sudan schaffen, an deren Entstehung die Teilnehmer maßgeblich beteiligt sind und die wir anschließend übers Internet weltweit präsentieren können. So konnten wir beispielsweise auch schon Ausstellungen sudanesischer Fotograf/-innen nach Äthiopien, Ägypten und sogar Deutschland vermitteln.
 
Das Interview führte Lea Wagner in Khartum im September 2016
(https://www.torial.com/lea.wagner )