Was bleibt, sind die Geschichten. Vor über 200 Jahren begannen Jacob und Wilhelm Grimm in Deutschland Kinder- und Hausmärchen niederzuschreiben. Diese heutzutage weltberühmte Sammlung ist kein selbstverständliches Kulturgut und gilt daher als Schlüsselmoment zwischen den bis dahin üblichen mündlichen Überlieferungen und dem modernen Märchenbegriff.
Doch Märchen, wie sie die Gebrüder Grimm sammelten, gibt es in allen Kulturkreisen. Ihr Ursprung ist oft unbekannt und unterstreicht die verschwimmende Grenze zur Mythologie. Auf der Suche nach Sagen, Legenden und Mythen reiste der deutsche Multimedia-Künstler Ryan Anders in Thailands südlichste Provinzen. Mit der Unterstützung von Studierenden der lokalen Universitäten suchte er das Gespräch im Café, Zuhause oder auf offener Straße. Entstanden ist eine audiovisuelle Geschichtensammlung mit Überlieferungen aus Songkhla, Narathiwat und Pattani. Im Dezember 2020 veröffentlicht Ryan Anders nacheinander verschiedene Episoden dieser Sammlung und ergänzt die Geschichten aus Thailand mit deutschen Märchen, die er selbst aus seiner Heimatstadt Aachen kennt. So entsteht ein Dialog der Geschichten, der mehr als nur Handlungsstränge übermittelt. Denn oft geht es um fast vergessene Epochen, Relikte und Traditionen, die insbesondere für die Identität von Minoritäten von existenzieller Bedeutung sind.
Die Geschichten werden zwischen dem 03. – 23. Dezember 2020 auf dem Instagram-Kanal des Goethe-Instituts Thailand veröffentlicht.
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