Alzheimer Family Assistance Endlich Hoffnung für Alzheimer-Patienten

Foto: Tarek Marzougui

„Alzheimer Family Assistance“ ist das erste private Zentrum in Afrika und dem Nahen Osten für die Behandlung und Betreuung von Alzheimer-Kranken.

Als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Mediterranien School of Business in Les Berges du Lac II einerseits und der UVA Darden School of Business in den USA andererseits, ist „Alzheimer Family Assistance“ das erste private Zentrum in Afrika und dem Nahen Osten für die Behandlung und Betreuung von Alzheimer-Kranken

Die Errichtung eines in der Behandlung von Alzheimer-Patienten spezialisierten Therapeutischen Zentrums in Tunesien. Mit der Eröffnung des Alzheimer Family Assistance (AFA) im letzten Januar in der Menzah 4 ist endlich ein Traum in Erfüllung gegangen.

Vor nicht allzu lange Zeit wurde diese degenerative altersbedingte Krankheit als Schicksal hingenommen. Die Familie ist dann oftmals machtlos vor dem plötzlichen Unvermögen eines erkrankten Angehörigen, dessen Gedächtnis anfängt verrückt zu spielen, sich räumlih zu orientieren, die Worte zu finden und zu artikulieren, was ihn am Ende in die Verzweiflung stürzt, das Instrument nicht mehr beherrschen zu können, das ihn als Menschen am besten kennzeichnet: die Sprache. Einige sind ebenfalls nicht mehr in der Lage, den eigenen Sohn oder die eigene Tochter wiederzuerkennen. Andere verhalten sich irrational und unangemessen, ihnen fällt es schwer ihre Triebe unter Kontrolle zu halten und sie können es nicht verhindern, sich aggressiv oder hemmungslos zu benehmen. Was tun, wenn ein geliebter Mensch sich schrittweise von seiner Umgebung absondert, zu seinem gewohnten Alltag nicht mehr zurückfindet und schrittweise in Demenz versinkt?

Der behandelnde Arzt selbst ist vor solchen Fällen oft machtlos. Er kann nicht viel tun außer ein paar Medikamenten verschreiben und weiß im Allgemeinen keine Antwort auf die vielfältigen Fragen der Angehörigen nach Ratschlägen und Hinweisen, die helfen sollen, die Krankheit sowohl für den Patienten als auch für sie einigermaßen erträglich zu machen.

Angesichts einer Situation von solcher Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, ergriff eine Frau die Initiative, ein Fachzentrum für die Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung zu errichten. Die Rede ist von Dr. Afef Hammami. Diese Ärztin und Forscherin hatte den Mut, ein privates, in Afrika und dem Nahen Osten einmaliges Zentrum ins Leben zu rufen.

GAL

Am Anfang war alles jedoch nicht so einfach gewesen. Sie musste zuerst bei den Pionieren auf dem Gebiet eine entsprechende Fortbildung absolvieren. Während der zahlreichen, in den innovativen Zentren der USA abgeleisteten Praktika, hat sie sich mit den eingesetzten Techniken vertraut gemacht. Sie musste danach die zuständigen tunesischen Behörden, von diesem anspruchsvollen Vorhaben überzeugen, Diese Überzeugungsarbeit musste sie auch bei manchen schlecht informierten Ärztekollegen leisten, die an die Effizienz einer Betreuung als Ergänzung zur medizinischen Behandlung nicht so sehr glaubten. Sie musste zum Schluss ein nach menschlichem Maßstab ansprechende und auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Einrichtung. Sie musste aber vor allem ein ebenso motiviertes wie qualifiziertes Team anwerben.

Das Zentrum arbeitet seit sechs Monaten. Er nimmt gegenwärtig fünfzig Patienten auf, die je nach Krankheitsstadium eingeteilt werden. Tagsüber werden sie von Fachleuten in den Bereichen Kunst-, Musik-, Garten- und Kochtherapie betreut. Durch ihre Aktivitäten gewinnen die Patienten ihre Lebensfreude zurück. Sie können Lieder aus der Jugendzeit genießen und die vertrauten Gewürzgerüche riechen. Solche Aktivitäten bauen Aggressionen gegen andere, aber vor allem gegen sich selbst ab.

Die Patienten, mit denen wir geredet haben, sahen weder traurig noch niedergeschlagen aus. Unter ihnen Jamila, eine fröhliche und redselige Frau, die uns ganz stolz ihre farbenfrohe Bilder zeigte, genauso wie Abdelhamid mit seiner mit warmen fröhlichen Farbenbemalte Tote Natur und Nafissa mit ihrem schönen Schmetterling mit den ausgebreiteten roten und blauen Flügeln.

Afef Hammami ist zu Recht stolz auf diese ersten Ergebnisse. Sie will sich mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden geben. Sie plant die Gründung weiterer Zentren in anderen Regionen Tunesiens, zu denen Großtunis, Bizerta, Sousse und Sfax gehören. Aber ihr großer Traum ist es, diese Erfahrung auf Afrika und den Nahen Osten auszuweiten, dass vergleichbare Zentren ins Leben gerufen werden und Patienten geholfen wird, deren Angehörigen immer noch annehmen, dass Menschen, die unter dieser degenerativen Erkrankung leiden, dazu verurteilt sind, allmählich der Amnesie anheimzufallen, so ohne Weiteres.

Zum Schluss, Afef Hammami legt großen Wert darauf, dass dieses Projekt den Hoffnungen der Familien der Patienten gerecht wird. Deshalb unternimmt sie alle erdenklichen Anstrengungen, damit ihr Projekt erhalten bleibt und erfolgreich durchgeführt wird. Für sie gibt es weder Sonnabende noch Sonn- und Feiertage.