Slim Gomri Der Fotograf, der den Amerikanern Tunesien und den Tunesiern die USA näherbrachte

Freiberuflicher Fotograf, Senator des Junior Chamber International (JCI) und Lehrer, Slim Gomri vervielfacht seine Interessensgebiete: soziales Unternehmertum, Umweltschutz, soziale Aktivitäten und Bürgerinitiativen in allen Teilen Tunesiens. Seine Ausstellungen sind nur der sichtbare Teil seiner unerschütterlichen Verbundenheit mit einem tief empfundenen Sinn für Bürgerschaft.

„Mein Interesse für diese Kunst wurde immer durch eine formelle und ästhetische Dimension genährt, die sicherlich von den großen international anerkannten Fotografen beeinflusst wurde“, bekennt Slim Gomri und fügt hinzu, dass es jene Fotografen sind, die in schwarz-weiß und in sepia gearbeitete haben und Zeugen einer Epoche sind.

Ein Konzept, das zu einem Zeitpunkt da er durch seine Lesart der Handwerkskunst mit der Makrotechnik seinen Wechsel um Abstrakten unterzeichnete, große Auswirkungen auf seine Vorgangsweise hatte. Als er als Vertreter des JCI zur Handwerker-Fachmesse eingeladen worden war, entschied er sich für Fotos, die inspirierend waren, aber das Objekt selbst nicht zeigten. Eindringen in die Textur, die Linie, die Farben, das Material … das ist der Ausgangspunkt seiner Ausstellung „La rencontre de la matière“ / Begegnung mit der Materie“, die zu einer neuen Betrachtungsweise des Handwerks einlädt, eine abstrakte und moderne Art, die alle anspricht…

Zwei symmetrische Ausstellungen zu den gleichen Motiven Zuerst schnitt er aus seinen schwarz-weiß Aufnahmen Blätter heraus, dann ging er zu Metall und Holz über. In der Fabrik entdeckte er oxidiertes Blech und wurde sofort von dieser anderen Form der Patina der Zeit angezogen, die so wunderbar und zufällig ist. „Dank der außergewöhnlichen Kraft der Kunst, wird dieses Material wieder zum Leben erweckt, steigt aus seiner Asche wieder auf und findet ein zweites Leben. Deshalb lautet der Titel der Ausstellung auch „Second Life“, eigentlich ist es ein „Re-use“ der amerikanischen Art“, kommentiert er.

Technisch gesehen, waren es drei Etappen. Der Beginn dieses Entwicklungsprozesses war der Philodendron, eine Pflanze, die er seit Jahren fotografiert. Dann wandte er sich den schwarz-weiß Abzügen zu und schließlich ging er zum Metall als Trägermaterial über.

Nach den Parallel-Ausstellungen in den USA und in Tunesien, entstand in ihm eine Idee der Bürgerschaft, die er einen „Wendepunkt“ in seinem Leben nannte. Als er dann für das Programm Leaders for Democracy 2007 ausgewählt wurde, nahm er zahlreiche Fotos von Tunesien mit, die er Amerikanern zeigen wollte. Der gleichen Logik folgend, fotografierte er auch in den USA vor Ort, um diese Fotos den Tunesiern zu zeigen. Eine Form der Kommunikation zwischen Bürgern von zwei Ländern. Die Ausstellung war ein Erfolg.

Die Identität des Künstlers trifft auf die Identität des JCI-Mitglieds Die beiden Ausstellungen bildeten eine Symmetrie um die gleichen Motive: Landschaften, Architektur und Menschen, eine Art Dialog zwischen zwei Ländern, zwei Nationen, ohne in irgendeiner Weise Vergleiche zwischen den beiden Ländern oder den beiden Zivilisationen anstellen zu wollen.

Aber sein erfinderischer Geist suchte weiter, bis zur Ausstellung „Second Life“, der ein neues Engagement kennzeichnet, diesmal für eine ökologische und nachhaltige Philosophie. „Ganz allgemein befasst sich Kunst immer mit dem Recycling, sie ist immer der Wunsch, Objekten ein zweites Leben zu schenken, einen Mehrwert zu schaffen, es ist eine edle Vorgangsweise, die dem tunesischen Know-how Wert verleiht…“, kommentiert Gomri und kommt somit zum Ausgangspunkt zurück: der Tunesier im Zentrum einer globalen Konzeption, die von der Kunst zur Gesellschaft und von der Gesellschaft zur Kunst reicht.

In diesem Sinn trifft die Identität des Künstlers bei Gomri auf die Identität des JCI-Mitglieds, das sich für das soziale Unternehmertum, die Umwelt, die Bürgerschaft engagiert. Beide laufen in einem Punkt zusammen: „Ich kommuniziere … und alles was ich tue, ist Kommunikation. Die JCI ist eine sehr wichtige NGO, die Tools für Planung, Management, Promotion, Optimierung zur Verfügung stellt. Wenn man Projekte leitet, dann besagt die JCI-Regel, dass Beginn eine Untersuchung zu machen ist, dann ein Zeitplan erstellt werden muss, ein Budget bereitgestellt werden muss und das erforderliche Personal ausgewählt werden muss. Die wichtigste Etappe nach dem Projekt ist die Bewertung. In der JCI gehen wir parlamentarisch vor, man wählt, man bittet um das Wort … das prägt. Wenn man dann ein persönliches Projekt in Angriff nimmt, dann denkt man automatisch an die gleiche Vorgangsweise.“

Und abschließend: „Wenn ich eine Ausstellung organisiere, dann mache ich meine Untersuchung, gehe nach einem bestimmten Verfahren vor, versuche die Finanzierung sicherzustellen … Darin besteht das Gleichgewicht, in der Kunst wie in der Gesellschaft: man beginnt mit der Unterstützung eines Vereins und nachdem man sich diese Organisationskraft gesichert hat, lässt man seiner Leidenschaft freien Lauf.“