Elixir Hingabe und Engagement für den Bio-Anbau

Es gleicht einer allgemeinen Mobilisierung …. Ein Wald, Gemüseanbau, Getreideprodukte, Blütenwässer, Aroma- und Heilpflanzen, eine Facebook-Gruppe, ein Restaurant-Zelt zum Kosten der Produkte, in dem sie kleine Bauern empfangen, ein Mittagessen, eine Pause, ein Markt… All dies unter dem dreifachen Label Bio/Natur/regionale Erzeugnisse. Für Tunesien etwas völlig Neues, auch wenn es schon viele Versuche zur Einführung einer Bio-Kultur gab. „Elixir“ lässt nichts unversucht und versucht in allen Bio-Bereichen Fuß zu fassen. 

Elixir wir von zwei Personen geführt: Afif Chiboub, von Beruf Jurist, und Sarra S'hili, eine vielseitig begabte Lebensmittelingenieurin und Absolventin des Nationalen Instituts für Agronomie. Gemeinsam ist ihnen ihre erklärte Leidenschaft für den Bio-Anbau. Sarra S'hili, die für das Tagesgeschäft zuständig ist, bildete sich nach ihrem Ingenieursdiplom eigenständig weiter, um die Funktionsweise dieses Bereichs besser verstehen zu lernen: „Obwohl ich keine Ausbildung in Bio erhalten hatte, konnte ich meine Kenntnisse durch die Lektüre von Fachliteratur und die Informationen auf entsprechenden Internetseiten schnell ausbauen. Zusätzlich haben uns das Fachzentrum für biologischen Landwirtschaft in Chott Meriem und vor allem Houssem Nabli, ein echter Fachmann auf diesem Gebiet technisch sehr unterstützt.“

Bio-Produkte sind v.a. bei Krebserkrankungen sehr zu empfehlen

„Anfänglich hatten wir einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 100 ha in Oudhna, wo wir vor allem Tafeloliven und Mandeln auf traditionelle Art kultivierten. Im Oktober 2013 haben wir auf die biologische Landwirtschaft umgestellt, weil wir den Betrieb durch einen respektvollen Umgang mit der Umwelt aufwerten wollten und wir die Verwendung von Pestiziden und anderen chemischen Produkten im Produktionszyklus ablehnten. Zudem wussten wir, dass Bio-Produkte bei Krebserkrankungen sehr zu empfehlen sind. Wir begannen damit, die Olivenbäume und Mandelbäume auf Bio umzustellen. Heute verfügen wir über einen durch die italienische Zertifizierungsorganisation IMC zertifizierten Bio-Wald von 9 ha. Der Rest befindet sich in der Umstellungsphase und im nächsten Jahr, 3 Jahren nach Beginn des Abenteuers, werden wir vollständig Bio sein“, bestätigt Sarra S’hili, Mitbetreiberin von Elixir.

Ihr besonderer Stolz ist eine kleine Parzelle von 1 ha, auf dem niemals Pestizide verwendet wurden. Diese Parzelle ist ebenfalls nach den Normen für biologische Landwirtschaft zertifiziert und Sarrah baut dort Gemüse an: Pfefferoni, Tomaten, Wassermelonen, Petersilie, Spinat, Radieschen, denn eine der Regeln des biologischen Landbaus ist der Fruchtwechsel.

Empfang der Handwerker zur « Oula », Käse, Konfitüre, Honig…

Elixir verwendet auch Mittel zur biologischen Schädlingsbekämpfung. So werden an den Rändern der Parzellen Minze, Lavendel und andere Aromapflanzen angebaut, da sie sehr effizient im Kampf gegen bestimmte Insekten sind. Verwendet wird auch Brennnessel-Jauche als Insektizid (Einweichen von Brennnesseln in Wasser und Fermentierung). Auch die Mischung bestimmter Pflanzen ist gut (Knoblauch und Tomaten). Eine Produktionslinie, die im Mai 2014 auf einer Fläche von 2000 m2 gestartet wurde, heute 1 ha umfasst und in Zukunft auf 9 ha ausgebaut werden soll.

Anfänglich arbeitete Elixir auf Bestellung für bestimmte Einzelkunden mit nur 14 Angestellten, von denen 3 Fachkräfte waren. Dann kam Sarra die Idee eine Facebook-Gruppe für den Konsum von Bio-Produkten (15.680 Mitglieder) zu gründen und ungefähr zwanzig Kunden kamen auf die Liste. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, hielten die Gründer von Elixir durch und begannen im Februar 2015 den Markt „Bio, Natur und regionale Erzeugnisse“ der speziell auf Einzelkunden ausgerichtet ist. Sie verfügen heute über eine Verkaufsstelle „Vi-Bio et Nature“, ein Geschäft in la Marsa, einen Bio Markt in Sousse … und natürlich über die Verkaufsstelle „Elixir“ in Tunis (Bio, Natur und regionale Erzeugnisse), wo auch Produkte anderer Produzenten angeboten werden: Getreide, Blumenwasser, Konfitüren, aromatische und Heilpflanzen, Gewürze, …

Es gibt auch noch den Markt in einem Zelt, wo Handwerker willkommen geheißen werden („oula“, Käserei, Konfitüre, Honig).

Trotz der zu überwindenden Schwierigkeiten hat Elixir noch viele weitere Projekte. So möchten die Betreiber das Restaurant in neuer Form präsentieren mit take-away Gerichten, Salaten, usw., eine Lehrfarm (in Bau), Ateliers für Kinder und Senioren (Workshops zur Käseherstellung, Gartenarbeit, Einlegen von Gemüsen, …), Fitness-Parcours, Verkostung und Übernachtung am Bauernhof, eine vollständige Palette an verarbeiteten Produkten („oula“, Konfitüre, Harissa, getrocknete Tomaten, Oliven, Olivenöl, …) entwickeln und dadurch auch neue Arbeitsplätze schaffen.