TUNI-PECHE Der Mut und der Scharfsinn von drei Freunden!

Sie sind drei Investoren, zwei Brüder und ihr Freund. Die beiden Brüder hatten zunächst den Familienbetrieb, ein Textilunternehmen, übernommen und ausgebaut und dann die Aquakultur für sich entdeckt. 2004 beschlossen sie daher das Unternehmen TUNI-PECHE, ein Betrieb, der sich auf die Fischzucht spezialisiert, zu gründen. 

Sie heißen Sami und Selim Driss und Sami Khanfir und sind alle drei Informatikingenieure. Ihre Partnerschaft begann 2009. Kurze Zeit später wurde der Gedanke geboren, zwei sich ergänzende Einheiten zu errichten. Damit entstanden TUNI-PECHE Aquafeed und TUNI-PECHE Aquatrade.

Nun musste die gesamte Entwicklungsstrategie des Unternehmens neu überdacht werden: Festlegung und Umsetzung eines neuen Business Plans für 5 Jahre, Einführung und Aufzucht von Fischen, die es in Tunesien nicht gab, Einstellung von Führungspersonal und sogar die Schaffung eines Forschungszentrums.

Dank ihrer Beharrlichkeit beginnen die drei Gesellschafter 2010 die Früchte ihrer Arbeit zu ernten. Dann kam 2011 und die Revolution. Trotz des ungewissen Umfelds arbeitete das Trio weiter und lernte sich neu zu organisieren und zu positionieren.

Aufzucht des thailändischen Tilapia in Tunesien

Auf der Suche nach neuen Ideen zur weiteren Entwicklung ihres Unternehmens sahen sich die drei Gesellschafter im Ausland um. „Ab diesem Zeitpunkt beschlossen wir, unsere Strategie zu ändern und Fischarten zu züchten, die es bis dahin in Tunesien noch nicht gab“, erklären sie.

Der Gedanke den roten Tilapia – Hamraya de Djerba - in Tunesien zu züchten war damit geboren. „Es handelt sich um eine exotische Fischart, die wir selbst aus Thailand (dem führenden Land im Bereich Aquakultur und qualitativ hochwertiger Fischzucht) importiert haben.“ TUNI-PECHE entwickelte ein komplettes Marketingprogramm zur Einführung von Hamraya de Djerba auf dem Markt. Die internationale Landwirtschaftsmesse in Le Kram (von 28. Oktober bis 1. November 2015) ist für die drei Gesellschafter ein sehr wichtiges Datum.

Nach Tunesien, die Eroberung des afrikanischen Markts

TUNI-PECHE hat ehrgeizige Ziele, es möchte das führende Fischzucht-Unternehmen in Tunesien und in Subsahara-Afrika werden. Denn, „wie viele sagen, befindet sich Afrika am Beginn einer großen wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Revolution“. „Wir wollen dabei in der vordersten Reihe stehen“, bestätigt das Trio.

Verschiedene afrikanische Delegationen, aus Niger, Benin, Togo, Burkina Faso, Tschad und sogar aus Marokko, haben in den letzten Jahren Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen. Dies vor allem deshalb, weil TUNI-PECHE auch eine Technik und ein Know-how für die effiziente Nutzung und Verteilung des Wassers in der Fischzucht entwickelt hat. Mit dieser Technik können große Mengen Wasser eingespart werden. Es gibt praktisch keine Verluste. Wie ist das möglich? „Durch die Schaffung integrierter Projekte wie die Wiederaufbereitung der Abwässer und deren Verwendung zur Bewässerung von Obstbäumen, Reis usw. Wichtig ist dabei, dass diese Abwässer viel effizienter sind als alle anderen Düngemittel. Wir haben diese Erfahrung in Tunesien bereits gemacht. Die Technik funktioniert hervorragend“, bestätigen die Partner von TUNI-PECHE.

Mit dieser neuen Technik möchte TUNI-PECHE Afrika mehr Autonomie in der Landwirtschaft und speziell in der Fischzucht ermöglichen. „Das eigentliche Ziel ist es, die Süd-Süd Kooperation in diesem Bereich so weit wie nur möglich auszubauen.“

Auf der Managementebene werden alle Entscheidungen, sowohl die kleinen als auch die strategischen, nach entsprechender Diskussion, einstimmig durch die drei Gesellschafter getroffen. Somit kann jeder der drei in Abwesenheit der anderen das Unternehmen leiten.

Zudem ist TUNI-PECHE finanziell unabhängig. Das Unternehmen finanziert sich weder über Bankkredite noch über Fremdkapital.

Das Unternehmen beschäftigt 18 Personen, darunter 3 Ingenieure und zwei höhere Techniker.

Gezieltes Marketing

TUNI-PECHE braucht mehr Sichtbarkeit, muss seine Produkte (den roten und den schwarzen Tilapia), das vom Unternehmen produzierte und genau abgestimmte Fischfutter sowie die von ihm entwickelte Technik besser bekannt machen, auch wenn es dafür hohe Transportkosten in Kauf nehmen muss. Das Unternehmen ist auf der Insel Djerba, genauer in Ajim angesiedelt, in einer Region, die mit dem Festland nur über eine einzige Brücke verbunden ist und praktisch über keine Logistik und Transportmöglichkeiten verfügt. Folglich ist der Transport der TUNI-PECHE Produkte aufs Festland für das Unternehmen oft teuer, vor allem auch weil bis zur Brücke ca. einhundert Kilometer zurückzulegen sind.

Dennoch hat das auf die Fischzucht spezialisierte Unternehmen TUNI-PECHE große Entwicklungsperspektiven. Das Unternehmen ist sozial in der Region Djerba integriert und die drei Geschäftsführer haben große Pläne für Tunesien und Afrika.