Khatawat 2018

KFW Khatawat

Kurzfilmwettbewerb zum Thema "Meine Straße"

Der 2013 durch das Goethe-Institut und das Institut Français de Tunisie im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft ins Leben gerufene jährlich stattfindende Kurzfilmwettbewerb für junge Filmstudenten und Amateur-Filmemacher aus Tunesien, trug in den 5 Jahren seines Bestehens zur Ausbildung von mehr als zweihundert jungen Menschen bei. Einigen von ihnen gelang dadurch der Start in eine Filmkarriere in Tunesien und/oder Europa.

Im Jahr 2015 schloss sich das tunesische Filmzentrum Centre National du Cinéma et de l’Image (CNCI) dem Projekt als Hauptpartner an, wodurch der Ablauf des Wettbewerbs gefestigt und seine Kontinuität für weitere drei Jahre sichergestellt wurden. Mit diesem Jahr, anlässlich seiner sechsten Ausgabe wurde der Kurzfilmwettbewerb, der mit Khatawat (CINE PAR’COURT) auch einen neuen Namen erhielt, in die Leitung eines tunesischen Teams übergeben.
Das CNCI veranstaltet mit Unterstützung des Goethe-Instituts seit Anfang des Jahres zahlreiche Workshops, bei denen die Teilnehmenden in den verschiedensten Bereichen der Filmproduktion fortgebildet werden. Am Ende des diesjährigen Kurzfilmwettbewerbs präsentiert jedes Team einen Kurzfilm zum Thema:
 
„Meine Straße“
 
Der Wettbewerb steht ausschließlich Studenten von tunesischen Schulen für Film, audiovisuelle Medien und Kunst sowie jungen Amateur-Filmemachern unter 25 Jahren offen. Dieses Jahr gibt es sieben Gruppen, jede besteht aus mindestens fünf Personen. Jedem Team steht ein Budget zur Herstellung des Kurzfilms zur Verfügung, die Teilnahme der ausgewählten Kandidaten an den sechs Workshops ist verpflichtend.
Aus Deutschland konnte das Goethe Institut mit Marie Noelle Sehr und Marc Parisotto zwei ausgewiesene Experten für das Projekt gewinnen. Marie Noelle Sehr unterstützte die Teilnehmenden sowohl von Deutchland aus, als auch vor Ort bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Drehbücher und der Dramaturgie, während Marc Parisotto eine Masterclass und einen Workshop im Bereich der Tongestaltung durchführt.
Die fertigen Kurzfilme werden einer tunesischen Jury bestehend aus dem Schauspieler Majd Mastoura, dem Filmemacher Walid Mattar und der Leiterin des tunesischen Büros von Human Rights Watch Amna Guellali vorgestellt, die die vielversprechendsten Filme auswählen werden.
Die Filmvorführungen inklusive Preisverleihung finden am 12. Oktober 2018 in der „Cite de la Culture“ statt. Das Gewinnerteam wird zur Teilnahme am Internationalen Filmfestival „Interfilm“ in Berlin eingeladen.
 
Das Reglement für den Wettbewerb kann auf folgender Facebook-Seite eingesehen werden: fb.me/khatawat2018

 

Majd Mastoura ist ein tunesischer Schauspieler, dessen Talent 2014 durch den Film Bidoun 2 von Jilani Saadi bekannt wurde. 2016 wurde er beim 66. Internationalen Filmfestival von Berlin für seine Interpretation von Hedi von Mohamed Ben Attia mit dem silbernen Bären als bester Schauspieler ausgezeichnet. Für die gleiche Rolle erhielt er anlässlich der 70. Filmfestspiele von Cannes den jährlich vergebenen Kritikerpreis („Critics award“) für den besten Schauspieler.
Majd Mastoura wirkte auch in der jüngsten Choreographie von Radhouane Mebbeb Face à la mer, pour que les larmes deviennent des éclats de rire, die beim 71. Festival von Avignon präsentiert wurde, mit.
Er ist einer der Initiatoren der Bewegung Street Poetry (Klem Cheraa) und übersetzte das Buch von Philippe Dujardin « La chose publique ou l’invention de la politique », (Verlag Dar Al-Janoub -Sud éditions) in den tunesischen Dialekt.
 
Walid Mattar ist ein tunesischer Regisseur, der seine Ausbildung in der Fédération Tunisienne des Cinéastes Amateurs machte.
2003 wurde sein erster Kurzfilm Le cuirassé Abdelkarim im Rahmen des Internationalen Amateurfilmfestivals von Kelibia (FIFAK) mit dem ersten nationalen Preis ausgezeichnet.
2005 entsteht Fils de tortue. 2006 realisiert er gemeinsam mit Leyla Bouzid im Rahmen des Projekts „10 Courts, 10 regards“ den Kurzfilm Sbeh El Khir. Im gleichen Jahr dreht Walid Maatar in Frankreich den dokumentarischen Kurzfilm Da Giorgio.
2010 wird sein fünfter Kurzfilm Condamnations beim Cinemed in Montpellier ausgewählt und prämiert. Es folgen Offrande 2011 und Baba Noël im Jahr 2012.
2017 gewinnt er mit seinem ersten Spielfilm Vent du nord drei Preise bei den Journées Cinématographiques de Carthage: den TANIT D’OR Taher Cheriaa für den ersten Film, den Preis für das beste Drehbuch und den Preis der Jury von TV5 Monde.
 
Amna Guellali ist die Leiterin des tunesischen Büros von Human Rights Watch. Sie ist für Recherchen über Tunesien und Algerien in der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika zuständig. Vor ihrem Beitritt zu Human Rights Watch, arbeitete Amna Guellali als Analystin im Büro des Anklägers am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, als Hauptforscherin in der Abteilung für Völkerrecht des Asser-Instituts und als Rechtsberaterin für die regionale Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Tunis.
Sie ist begeisterte Filmliebhaberin und schreibt einen Blog mit dem Titel Cinémonde zu Ehren von Serge Daney.
 
 
 

KFW_2015

KURZFILMWETTBEWERB 2015

Am 15. Oktober 2015 um 18 Uhr 30 werden im Cinéma Colisée die Preisträger des Kurzfilmwettbewerbs 2015 prämiert. Im Gespräch erzählen die Regisseure vom Weg, den ihre Idee bis zum fertigen Film genommen hat, von den Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt, und sie ziehen Bilanz aus dem, was sie aus den Workshops mitgenommen haben. Lesen Sie hier die Interviews der Teilnehmer.