Acht Fragen an: Eva Stotz

Die Filmemacherin Eva Stotz
Die Filmemacherin Eva Stotz | Foto: Benjamin Jefferys

Eva Stotz wurde 1979 in Isny (Allgäu) geboren und zog dann für das Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) nach Berlin. Sie ist Regisseurin für Kurz- und Dokumentarfilm, ihre Filme sind mehrfach ausgezeichnet worden. Sie ist Mitbegründerin der Dokumentarfilmgruppe Super-9 und Autorin für das Sachbuch Werkstattberichte Dokumentarfilm (UVK Verlag). 2012 gründete Eva Stotz in Berlin ihre Produktionsfirma ronjafilm. In den Istanbuler Protesten dreht sie den politischen Tanzfilm One Million Steps, der 2015 die Premiere in Istanbul feierte und seitdem erfolgreich auf internationalen Festivals gezeigt wird. Eva Stotz gibt Filmkurse für Filminstitute weltweit (Harvard Summer School Berlin, Raindance Institut London, European Film Institut Babelsberg, Kwetu Filmschool Kigali). Momentan ist sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

1. Was ist für Sie „typisch Türkisch“?
 
Mit 10 Leuten und einem Kleinkind im Aufzug - und alle lächeln das Kind an: Mashallah!
Und: In die Metro reindrücken bevor die anderen ausgestiegen sind. Neden?!
 
2. In welcher Weise hat die Begegnung mit der Türkei Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

 
Beim Gezi Protest hab ich kreativen Aufstand und Miteinander neu erlebt. Das werde ich auf jeden Fall nicht vergessen.
 
3. Was ist das Tollste an Ihrer Arbeit?
 
Die natürliche Neugier ausleben zu können. 
 
4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in der Türkei?

 
Das erste mal nachts in Istanbul anzukommen und durch das schlafende Beşiktas und den Fischmarkt zu irren. Und natürlich die kreative Zeit in der Kulturakademie Tarabya.
 
5. Auf was könnten Sie in der Türkei gerne verzichten?

 
Auf eine bedrohliche politische Führung, die das Land zu Angriff oder Verteidigung treibt.
 
6. Was ist Ihr Lieblingsort in Ihrem Wohnort und warum?
 
Berlin: der ehemalige Flughafen Tempelhof. Weil es ein undefinierter Ort ist.
Istanbul: am Mädchenturm auf den Stufen am Bosporus zwischen Luftballonschiessen und Erdbeerverkäufern. Weil ein guter Kaffee am Bosporus glücklich macht. 
 
7. Was sind drei Dinge, ohne die Sie nicht auskommen, die Sie immer bei sich haben?
 
Augen, Nase, Mund
 
8. Welche Kulturleistung aus der Türkei beeindruckt Sie am meisten?

 
Rakı ıst fein.