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Der weiße Würfel
Modul 1

Schule // Workshop // 12–14 Jahre // 2 Stunden // 3 Unterrichtseinheiten
Basteln // Bauen // Papier
Vorkurs // Formenlehre // Gemeinschaft // Reduktion // Material // Balance
Kombinierbar mit Modul 4

Bastelbeispiele Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0 BENÖTIGT WERDEN: 

  • DIN-A4-Papier
  • Bastelbogen Druckvorlage
  • Papierscheren
  • Klebestifte
  • Option: farbiges Papier oder Farben, um die Würfel zu bemalen
  • Variation Mobile: Holzstäbchen, Zwirn oder Nylonschnur

Anleitung

Die Bastelbögen dienen als Vorlage um aus gängigem DIN-A4-Papier Würfel, Quader und Pyramiden zu basteln. Die Teilnehmer*innen des Moduls werden mit geometrischen Grundformen vertraut und können sich aus simplen Materialien ihre eigenen „Bauklötze“ aus Papier bauen. In kleinen Gruppen können aus den gebastelten Würfeln und Quadern im Folgenden gemeinsam Skulpturen, Formen und architektonische Werke entworfen bzw. zusammengefügt werden.  

Das Bauhaus propagierte von Beginn an eine reduzierte, ornamentlose, schlichte und an geometrische Grundformen orientierte Gestaltung. Die Funktion, Produktion, Gebrauchs- und Materialgerechtigkeit sowie die Sichtbarkeit des Konstruktiven standen trotz unterschiedlicher Konzepte der Lehrenden im Vordergrund. Diese Aspekte kommen sowohl bei weitläufigen Architekturensembles als auch bei Einzelgebäuden, funktionalem Mobiliar und nutzerfreundlichem Gebrauchsgerät sowie unscheinbaren Alltagsdingen zum Tragen. Die Häuser, die Georg Muche, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe nach den Bauhaus-Grundsätzen schufen, glichen Würfeln.
Walter Gropius gründete die Schule mit dem Anspruch, Kunst und Handwerk zu verbinden. Ziel war die Ausbildung eines neuen Künstlertypus, der Produkte im Bereich Design und Architektur verbinden sollte, welche sich für die industrielle Massenproduktion eigneten.
 
Zu Beginn der Ausbildung am Bauhaus absolvierten alle Studierenden einen einsemestrigen Vorkurs, der auf pädagogisch neue und experimentelle Weise den Umgang mit Materialien sowie gestalterische Grundprinzipien vermittelte. Die Studierenden entwickelten räumliche Strukturen, bei denen der Zusammenhang von Material, Konstruktion, Funktion, Herstellung und Material im Vordergrund stand und auf bestmögliche Produktion bei minimalem Materialeinsatz und Energie- und Zeitaufwand abzielte.
 
Der Schweizer Maler und Kunstpädagoge Johannes Itten konzipierte den Vorkurs am Bauhaus in Weimar. Für ihn bildete das individuelle Empfinden, subjektive Erkennen und objektive Erfassen die Basis für kreatives Gestalten. In seinem Unterricht als Leiter des Vorkurses (1919–1923) standen Natur- und Materialstudien sowie die Farb- und Formenlehre im Vordergrund, ferner waren Analysen alter Meister sowie das Aktzeichnen Bestandteil seines Unterrichts. 1923 verließ Itten das Bauhaus und László Moholy-Nagy übernahm 1923 die Leitung des Vorkurses, den er gemeinsam mit Josef Albers führte. Moholy-Nagy verlegte den Schwerpunkt von künstlerischen auf technische Fragen. Er übernahm die Pädagogik Ittens, indem er die Schüler selbstständig Materialübungen durchführen ließ. Doch wollte er nicht die reine Individualität seiner Schüler fördern, sondern sie systematisch in einer Synthese der Sinne an die Vermittlung technischer Grundlagen wie Statik, Dynamik und Gleichgewicht heranführen. 1928 wurde Josef Albers offizieller Leiter des Vorkurses. Er ließ mit einfachen Werkzeugen die Materialeigenschaften verschiedener Stoffe wie Metall, Holz und Papier untersuchen und legte einen besonderen Fokus auf die Darstellung und Wirkung von Licht, Schatten und Perspektive.
 
Das Modul 1 greift die Auseinandersetzung mit dem Material Papier aus dem Vorkurs auf, sie untersuchen das Material, setzen sich mit der Beschaffenheit und Konstruktionsmöglichkeiten auseinander und orientieren sich zudem an den geometrischen Grundformen.
Für anspruchsvollere Teilnehmer*innen können die selbst gebastelten Grundformen Ausgangpunkt für ein Mobile sein. Zunächst wird aus Holzstäbchen und Schnur eine Grundkonstruktion gebastelt, die einzelnen Grundformen werden in der Konstruktion so zusammengeklebt, dass die Schnur darin befestigt wird. Nun wird das Mobile aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: Wie verhalten sich die Formen zu einander? Was verändert sich durch die unterschiedlichen Blickwinkel? Wie wirken Licht und Schatten auf den Grundformen, wie verändert sich – je nach Position der Lichtquelle – der Schattenwurf auf der Wand?
Die Teilnehmer*innen setzen sich sowohl mit Balance und Konstruktion auseinander, als auch mit dem Thema Perspektive, Schatten und Licht. Um diese Aspekte zu verdeutlichen, können die Mobiles auch aus den verschiedenen Blickwinkeln fotografiert werden.
Ingolf Kern, Jutta Stein, Kitty Kahane: Wer wohnt in weißen Würfeln? Verlag: Seemann Henschel, Leipzig 2016. ISBN-10: 3865023851 / ISBN-13: 978-3865023858
in der Bibliothek des Goethe-Instituts Athen
  • Bastelbeispiele Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
  • Bastelbeispiele Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
  • Bastelbeispiele Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
  • Bastelbeispiele Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
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