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Farbe, Form, Malerei
Modul 8

Schule // Workshop
12–15 Jahre // 2 Stunden // 3 Unterrichtseinheiten
Farbenlehre // Formenlehre // Wassily Kandinsky // Paul Klee

Farbe, Form, Malerei Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0 Benötigt werden:

  • DIN-A4-Papier
  • DIN-A3-Papier
  • farbiges Papier
  • Bunstifte
  • Wasserfarben
  • Papierscheren
  • Klebestifte
  • Farbkopien von Gemälden Wassily Kandinskys und Paul Klees

Anleitung

In diesem Modul setzen sich die Teilnehmer*innen zugleich mit der Farb- und Formenlehre und der Malerei der bedeutenden Künstler, Bauhaus-Meister und Wegbereiter der abstrakten Kunst Wassily Kandinsky und Paul Klee auseinander. Sie betrachten ausgewählte Werke der beiden Künstler und untersuchen Wirkung und Ausdruck von Farben und Formen, bevor sie im nächsten Schritt ihre eigenen Interpretationen in Form von Malerei und Collage anfertigen.

Schritt 1: Die Teilnehmer*innen betrachten gemeinsam Malereien von Kandinsky und Klee und beschreiben, was sie sehen und welche Figuren sie entdecken können. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Schritt 2: Im nächsten Schritt wird besonders auf Farben, Linien und geometrische Grundformen geachtet. Welche Elemente tauchen auf? Wie werden sie miteinander kombiniert? Lassen sich die Bilder komplett auf geometrische Formen wie Kreise, Dreiecke, Quadrate und Rechtecke reduzieren?

Schritt 3: Nun werden Farbkopien der Bilder verteilt und die Teilnehmer*innen können die Grundformen ausschneiden. Sie basteln daraus ihre eigenen Collagen, indem sie die Formen neu anordnen, Elemente verschiedener Bilder kombinieren und mit Buntstiften oder Wasserfarben zu eigenen Figuren verbinden. Aus farbigem Papier können sie zudem weitere Grundformen ausschneiden und in die Collagen einarbeiten.

Schritt 4: Am Ende werden die Bilder aufgehängt und gemeinsam betrachtet. Wie wirken die Farben? Was sind für neue Formationen aus den Grundformen entstanden? Wie könnte ein nächster Schritt der Abstraktion aussehen?
 

  • Oskar Schlemmer - Bauhaus Signet public domain
    Oskar Schlemmer - Bauhaus Signet
  • Vassily Kandinsky, 1933 - Développement en brun public domain
    Vassily Kandinsky, 1933 - Développement en brun
  • Vassily Kandinsky, Bauhaus-Ausstellung im Stedelijk-Museum Ron Kroon / Anefo | CC BY-NC 1.0
    Vassily Kandinsky, Bauhaus-Ausstellung im Stedelijk-Museum

Der Architekt Walter Gropius gründete 1919 das Bauhaus mit dem Anspruch, Kunst und Handwerk zu verbinden. Ziel der Schule war die Ausbildung eines neuen Künstlertypus, der Produkte im Bereich Design und Architektur verbinden sollte, welche sich für die industrielle Massenproduktion eigneten. Die Schule trat mit der Idee an, Lebensvorgänge und somit die Gesellschaft insgesamt gestalten zu wollen, das Schaffen von Gesamtkunstwerken durch gemeinschaftliche Arbeit stand dabei im Fokus. Gleichzeitig waren Interdisziplinarität und experimentelles Ausprobieren entscheidende Komponenten der pädagogischen Ausrichtung. Zu Beginn der Ausbildung am Bauhaus absolvierten alle Studierenden einen einsemestrigen Vorkurs, der auf pädagogisch neue und experimentelle Weise den Umgang mit Materialien sowie gestalterische Grundprinzipien vermittelte. Darauf folgte die Ausbildung in den Werkstätten, die jeweils von einem Formmeister und einem Werkmeister geleitet wurden.

1920 wurde Paul Klee von Gropius an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen. Sein vielseitiges Werk wird dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und dem Surrealismus zugeordnet, er gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Klee wurde 1921 zum Leiter der Buchbinderwerkstatt, 1922 zum Leiter der Metallwerkstatt und von 1922/23 bis 1925 zum Leiter der Glasmalereiwerkstatt. Klee unterrichtete sowohl in Weimar als auch in Dessau seine Elementare Gestaltungslehre im Vorkurs. 1925 erschien Klees „Pädagogisches Skizzenbuch” als zweiter Band der im Bauhausverlag herausgegebenen Reihe Bauhausbücher. Von 1926–1927 bis 1930 war er Leiter des Unterrichts in Freier plastischer und malerischer Gestaltung, ab 1927 leitete er die Freie Werkstatt Malerei bzw. Freie Malklasse. Von 1927 bis 1929–1930 unterrichtete er Gestaltungslehre in der Weberei. Klee verließ das Bauhaus am 1.4.1931. und erhielt eine Professur an der Kunstakademie in Düsseldorf. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihm allerdings fristlos gekündigt.

Im Juni 1922 wurde der mit Klee befreundete Wassily Kandinsky von Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen, wo er bis zu dessen Schließung in Berlin 1933 unterrichtete. Kandinsky war ein Künstler des Expressionismus und einer der Wegbereiter der abstrakten Kunst. Er wird häufig nach eigenen Angaben als Schöpfer des ersten abstrakten Bildes der Welt bezeichnet. Als Kandinsky ans Bauhaus berufen wurde, gehörte er bereits zu den Künstlergrößen der Moderne. In seiner Zeit am Bauhaus kam er mit dem russischen Konstruktivismus in Kontakt, die geometrischen Strukturen setzten sich endgültig in seinen Bildern durch. In Weimar leitete er die Werkstatt für Wandmalerei und unterrichtete an allen drei Standorten die Kurse „Abstrakte Formelemente“ und „Analytisches Zeichnen“ im Vorkurs. In Dessau war er Leiter des Unterrichts in Malerei, ab 1927 leitete er die Freie Werkstatt Malerei bzw. die freie Malklasse. 1926 publizierte er das bedeutende Bauhausbuch „Punkt und Linie zu Fläche“. Nach 1933 emigrierte Kandinsky nach Paris.
Text von Flora Selunka zur Bauhaus-Sparte Bildende Kunst:

“Die zweckorientierte Ausrichtung der Bauhausprogrammatik ist mit dem Bereich der Bildenden Kunst kaum in Einklang zu bringen. Und doch sind es gerade die großen Namen wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Oskar Schlemmer, Johannes Itten oder auch Georg Muche, die wir heute mit dem Bauhaus verbinden. Obwohl die Ausbildung von freien Künstler*innen kein erklärtes Ziel der Schule war, machten bildenden Künstler den maßgeblichen Teil der Lehrer am Bauhaus aus. Neben theoretisch ausgerichteten Kursen zur Form- und Farblehre sowie der Mitgestaltung des Vorkurses unterrichteten sie häufig als Formmeister in den Werkstätten. Obwohl die Werkstätten von einem Form- und einem Werkmeister geleitet wurden, wurde der Rolle des Formmeisters stets mehr Bedeutung zugemessen. Dieses Ungleichgewicht konnte zum Teil erst überwunden werden, als die ersten Absolvent*innen als Jungmeister in Dessau unterrichteten. Der Einfluss und das Gewicht der Bildenden Kunst am Bauhaus war ein ständiger Streitpunkt. In Dessau wurde der Lehrauftrag der Bildenden Künstler*innen auf die Grundlagenausbildung der Studierenden beschränkt. Gleichzeitig boten Kandinsky und Klee freie Malklassen an, die zum Teil sogar in ihren privaten Ateliers stattfanden. Das Bauhaus war aber immer auch Treffpunkt und Impulsgeber für die künstlerische Avantgarde und profitierte von der Bekanntheit seiner 'großen' Maler. Neben zahlreichen Vorträgen erschien eine Reihe von Bauhausbüchern, zu denen u.a. Punkt und Linie zur Fläche von Kandinsky oder Die gegenstandslose Welt von Kasimir Malewitsch gehörten.”
Paul Klee: die Kunst des Sichtbarmachens : Materialien zu Klees Unterricht am Bauhaus; [Ausstellung im Seedamm Kulturzentrum, Pfäffikon SZ, Stiftung Charles und Agnes Vögele, 14.Mai bis 30.Juli 2000], Verfasser: Klee, Paul ; Baumgartner, Michael; Paul Klee Stiftung; Seedamm-Kulturzentrum, ISBN: 3716512192, Veröffentlicht von: Benteli, 272 S., Erscheinungsjahr: 2000
https://athen.bibliothek.goethe.de/cgi-bin/koha/opac-detail.pl?biblionumber=1303

50 Bauhaus-Ikonen, die man kennen sollte, Verfasser: Straßer, Josef, ISBN: 9783791341972, Veröffentlicht von: Prestel, 157 S., Erscheinungsjahr: 2009
https://athen.bibliothek.goethe.de/cgi-bin/koha/opac-detail.pl?biblionumber=4520

Meister Klee! Lehrer am Bauhaus, Verfasser: Eggelhöfer, Fabienne ; Thöner, Wolfgang; Keller Tschirren, Marianne, ISBN: 9783775733540, Erscheinungsjahr: 2012
https://athen.bibliothek.goethe.de/cgi-bin/koha/opac-detail.pl?biblionumber=14262

Wassily Kandinsky - Wege zur Abstraktion, Von: Brucher, Günter, Kandinsky, Verlag: Prestel, München / London / New York 1999, ISBN: 3791320564
https://athen.bibliothek.goethe.de/cgi-bin/koha/opac-detail.pl?biblionumber=1163&query_desc=kw,wrdl%3A kandinsky
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