Band des Monats Fazil Say

Fazil Say
Fazil Say | FotoFazil Say

Man kann ihn bewundern oder auch ablehnen, gleichgültig lässt er keinen: der türkische Pianist und Komponist Fazil Say. Die französische Tageszeitung Le Figaro sagte einmal über ihn: „Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein.“ 

Fazil Say wurde 1970 in Ankara geboren und begann schon mit vier Jahren, Klavier zu spielen. Mit elf nahm er ein Klavierstudium auf, später widmete er sich auch der Kompositionstätigkeit, angeregt und gefördert durch David Levine und Aribert Reimann, die ihm einen Aufenthalt an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf vermittelten. Später setzte Say seine Studien am Berliner Konservatorium fort.

Doppelrolle als Komponist und Pianist

Bereits als Sechzehnjähriger komponierte er sein Werk Black Hymns. In New York gewann er später den ersten Preis bei den Young Concert Artists International Auditions als Pianist. Es folgten Kompositionen von größer besetzten Werken, außerdem gründete er im Jahr 2000 ein Worldjazz-Quintett, mit dem er unter anderem bei den Jazzfestivals von Montreux und Istanbul auftrat.
Charakteristisch für Says musikalische Arbeit ist die Doppelrolle als Komponist und international bekannter Pianist. Seine außergewöhnliche Virtuosität und sein Temperament zeichnen ihn aus, in seinen Kompositionen und Interpretationen ist er mitunter recht eigenwillig und verfügt über einen enorm weiten musikalischen Horizont. Bei seinen Konzerten hat man stets den Eindruck, der Flügel reiche ihm nicht aus, um all das auszudrücken, was er in der Musik entdeckt.

Einflüsse aus dem Jazz

Sein großes Interesse an Jazz und Improvisation zeigt sich an seinen Kompositionen, in die er immer wieder Elemente daraus einfließen lässt. In diesem Geiste komponierte er hochvirtuose Werkadaptionen für Klavier wie beispielsweise die Jazz-Fantasie nach Mozarts Alla Turca, den Paganini Jazz, die 4 Pieces für DJ and Piano oder sein im Auftrag des türkischen Kultusministeriums komponiertes Oratorium Nâzım auf Verse des türkischen Dichters Nâzım Hikmet.

Zahlreiche Auszeichnungen

Neben zahlreichen Auszeichnungen für seine Interpretationen als Pianist wurde Fazıl Say unter anderem 2007 mit dem Silbernen London International Award und ein Jahr später mit dem Preis des Art Directors Club Deutschland ausgezeichnet. Für seine vierhändige Bearbeitung von Strawinskys „Sacre du Printemps“ erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis.