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Beethoven der Visionär© M. Gökhan Bağcı

Beethoven der Visionär

Beethoven besaß von seinem Frühwerk bis hin zu seinen letzten Kompositionen einen unaufhaltsamen Drang, der ihn dazu trieb, über die Grenzen der Tradition hinaus zu blicken und neue musikalische Impulse im Stil und Aufbau, in der Harmonie und im Ausdruck zu setzen.
 

Im C-Moll-Trio, in diesem mutigsten, ja waghalsigsten Werk der Reihe Opus 1 sehen wir Beethovens Vorliebe für plötzliche Überraschungen und geheimnisvolle Abschlüsse sehr deutlich. Die energisch auftretende 5. Cellosonate, Beethovens letztes Werk für Klavier und Streicher, weist die äußerst intensive Fugenstruktur seiner letzten Kompositionen auf. Er hatte, als er an dieser Sonate arbeitete, sein Gehör bereits ganz verloren und konnte sich beim Komponieren nur noch auf sein Vorstellungsvermögen stützen. Aus seinen letzten Jahren ist auch die herzzerreißende Beschreibung überliefert, nach der er auf dem Fußboden sitzend und auf die Tasten hämmernd versuchte, die Schwingungen des dort aufliegenden Klavierkörpers zu spüren, dessen Beine er hatte entfernen lassen. Dieses Zusammenspiel von Meisterschaft und Phantasie kommt in der Geschichte der Menschheit wohl selten vor. Mit der Violinsonate Op. 96 entfernen wir uns von der aufgewühlten mittleren Phase Beethovens, und nähern uns einer aufrichtig artikulierten Hoffnung, einem Einverständnis, einer Fähigkeit zur Selbstüberwindung.

Klaviertrio  in c-Moll, Op. 1 Nr. 3   (1795)
Allegro con brio
Andante cantabile con 5 variazioni
Menuetto/Trio
Finale-Prestissimo
 
Sonate für Klavier und Cello Nr. 5, Op. 102 Nr. 2   (1815)
Allegro con brio
Adagio con molto sentimento d'affetto
Allegro
  
Sonate für Klavier und Violine Nr. 10, Op. 96   (1812)
Allegro moderato
Adagio espressivo
Scherzo; Allegro - Trio
Poco Allegretto

Ellen, Gökhan, Basar © Uğur Kuşat
Neben ihren Solokonzerten in Europa, Afrika, Neuseeland, Kanada und in prominenten Häusern der USA wie Carnegie Hall, Alice Tully Hall und Kennedy Center trat Ellen Jewett in Klangkörpern auf wie Ensemble X, Taliesin Trio, American Chamber Players, New York Chamber Soloists, New York Chamber Ensemble und Mark Morris Dance Company. Jewett war elf Jahre lang Mitglied des mehrfach preisgekrönten Quartetts Audubon und gab in dieser Formation  über 150 Konzerte. Dieses von New York Times mit seinem „atemberaubend schönen, leuchtend klaren Sound“ gelobte Quartett trat 37 Jahre lang an vielen Orten der USA und der ganzen Welt auf, veranstaltete jährlich intensive Streicherseminare im Chautauqua Institute und gab im Sommer 2011 sein Abschiedskonzert. Jewett machte außerdem Kammermusik mit Yo Yo Ma, Maxim Vengerov, James Buswell, Colin Carr, İdil Biret, Ruşen Güneş und Johannes Moser. Als begeisterte Performerin moderner Musik spielte sie viele Welt-Uraufführungen und arbeitete mit Komponist*innen wie Phillip Glass, Sir Michael Tippett, Leon Kirchener, John Harbison, Steven Mackey, Steven Stuckey und Joan Tower zusammen.  Außerdem arbeitete und performte sie mit New Yorker Gruppen zeitgenössischer Musik wie Continuum, Sequiter und Ensemble X. Ihr musikalisches Studium hatte Jewett an der Indiana University, ihren Mastergrad an der State University of New York als Schülerin von Stony Brook absolviert. Zu ihren bedeutendsten Lehrer*innen gehören Joyce Robbins, James Buswell und Josef Gingold. Neben ihrer intensiven Arbeit mit den Quartetts Julliard, Tokio und Budapest hatte Jewett die Ehre, in Konzerten berühmter Dirigenten wie Leonard Bernstein und Seiji Ozawa zu spielen. In der Türkei gastierte sie bereits als Konzertmeisterin der Orchester Borusan Filarmoni, Bilkent Senfoni und İstanbul Devlet Senfoni. Seit einigen Jahren ist sie als künstlerische Intendantin am Projekt Klasik Keyifler beteiligt, das kammermusikalische Festivals und Workshops veranstaltet. Als Lehrerin bekleidete Ellen Jewett an den Musikhochschulen der Universitäten McGill, Stony Brook (SUNY), Ithaca College und Ankara Professuren. Neben ihren unter Labels wie Centaur, Chandos, Albany und Newport erschienenen Aufnahmen spielte sie auch eine 2019 bei Naxos veröffentlichte Soloviolin-CD ein mit Werken türkischer Künstler, darunter der Uraufführung der Partita von Adnan Saygun.
Geboren 1990 in Antalya, erhielt Bağcı seine erste musikalische Ausbildung von Muzaffer Ayhan und Cansu Olgun. Sein Cellostudium absolvierte er als Schüler von Veronika Yeliz Efe, Prof. Engin Sansa, Arthur Rahmatulla,  Prof. Ozan Tunca und Prof. Peter Bruns. Später nahm er teil an den Meisterklassen von Balazs Mate, Ruth Phillips, Mauro Valli, Markku Luolajan-Mikkola, Stephan Forck, Johannes Moser, Jean-Guihen Queyras, Wolfgang Boettcher, Benyamin Sönmez und Çağ Erçağ.
 
Nach einer Reihe von Konzerten in der Türkei und in Europa erhielt Bağcı einen Ruf des Hezarfen Ensemble, womit seine Karriere in der Kammermusik begann. Er trat weiterhin in Konzerten in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Italien auf und spielte Werke Neuer Musik türkischer Komponisten. Zur Entwicklung moderner Musik leistete Bağcı mit Uraufführungen und Einspielungen der Werke junger Komponisten einen wichtigen Beitrag,
so wie er auch, mit dem Hezarfen Ensemble, die Welt-Uraufführung und Einspielung der modernen Oper „Rumi, Say I Am“ des amerikanischen Komponisten Michael Ellison bei der Operadagen Rotterdam bewerkstelligte. Als seine erste Live-Aufnahme erschien sein Konzert im Berliner Musikfestival MaerzMusik unter dem Titel „Live in Berlin“. 
 
Gökhan Bağcı spielte in Orchestern und Kammermusikensembles in Häusern wie Konzerthaus Berlin, Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam, Santa Cecilia Rom, Art Center Hong Kong, Aya İrini İstanbul, Kölner Philharmonie und Theatre des Champs-Élysées Paris.
 
Bağcı gab Kammermusikkonzerte mit Ellen Jewett, Mısırlı Ahmet, Nina Janssen, Tatjana Masurenko und Sarah Chang. Zum ersten Mal in der Türkei spielte Bağcı in der Gruppe „Trio Ba“ alle Klaviertrios von Ludwig van Beethoven in einer Konzertreihe in Ankara.
 
Seit 2016 steht er für den Buchstaben G des Ensembles BEGOA. Bağcı ist als Cellist hauptamtliches Mitglied des Klangkörpers 'Borusan Istanbul Filarmoni' und Gruppenleiter des 'Gedik Filarmoni Orkestrası' bei dessen saisonalen Konzerten. Außerdem ist Bağcı Intendant des letztgenannten Orchesters sowie künstlerischer Leiter von Klasik Keyifler, des Internationalen Musikfestivals in Kappadokien und des Projekts 'Musikdorf Şirince'. 
Kıvrak begann sein Studium am Staatlichen Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorim, das er im Mai 2012 in der Klasse von Eliso Virsaladze mit der höchsten Auszeichnung, dem Roten Diplom, abschloss. Bereits während seines Studiums erhielt Kıvrak Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Kıvrak besuchte das Tevfik-Fikret-Gymnasium in Ankara und nahm schulbegleitend von seinem zehnten Lebensjahr an Unterricht bei Ozan Bilen und Emre Şen. Darauf wechselte er auf das Musikgymnasium an der Universität Bilkent und wurde Schüler zunächst von Namık Sultanov, später von Gülnara Aziz. Von 2004 bis 2008 studierte er an der Fakultät für Musik und Bühnenkunst der Universität Bilkent, und er absolvierte hier die Klavierklasse von Gülnara Aziz mit dem „Höchsten Ehrenzeichen“. Başar Can Kıvrak erhielt im Oktober 2002 beim 1. Internationalen Klavierwettbewerb Ferdi Statzer in Istanbul den dritten Preis und im Dezember 2004 das Yamaha-Stipendium. Im April 2005 wurde er beim zweiten internationalen Wettbewerb „Junge Virtuosen“ in Sofia mit dem großen Preis ausgezeichnet. Kıvrak blickt bereits auf zahlreiche Einspielungen für Ankaraner Rundfunk und Solokonzerte mit verschiedenen Orchestern zurück. Er beteiligte sich an internationalen Klavierfestivals wie Antalya und Nikosia, internationalen Musikfestivals wie in Ankara, İzmir und Gümüşlük, an den Internationalen Tagen Neuer Musik und spielte in der Saison 2016/17 mit Trio Ba zum ersten Mal in der Türkei alle Klaviertrios von Ludwig van Beethoven. Begleitet von dem Sinfonieorchester des Staatspräsidiums unter der Leitung von Raoul Grüneis spielte Kıvrak 2018 mit Cem Babacan das Konzert für zwei Klaviere und Orchester von Max Bruch zum ersten Mal in der Türkei. Im selben Jahr feierte das Klavierkonzert von Bogatay Köprülü eine Welt-Uraufführung mit dem İzmir Festival Orkestrası unter der Leitung von Can Okan und Barış Can Kıvrak am Klavier. Er gründete 2019 mit der Bratschistin Pınar Dinçer das Duo Yin-Yang, das inzwischen mehrere Konzerte im Kulturzentrum Ahmet Adnan Saygun in İzmir und in der Süreyya-Oper in Istanbul gab. Außerdem ist er Mitglied des Kammermusik-Ensembles BEGOA. Barış Can Kıvrak erhielt 2019 am Staatlichen Konservatorium der Anadolu-Universität Eskişehir die Auszeichnung „Künstlerische Kompetenz“ und gehört zum Lehrkörper der Abteilung für Musik an der Fakultät für Kunst und Design der Yaşar-Universität.


 

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