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Beethoven der Humanist© M. Gökhan Bağcı

Beethoven der Humanist

Als Schiller seine Ode „An die Freiheit“ schrieb, den berühmten Text des Chorals der 9. Sinfonie, war Beethoven erst 16 Jahre alt.  Aufgewachsen in Bonn in einer Atmosphäre der Aufklärung war Beethoven von seinem 10. Lebensjahr an Schüler eines Lehrers namens Christian Gottlob Neefe, der voller Begeisterung ein fortschrittliches Erziehungskonzept verfolgte und vom grenzenlosen Potential der Vernunft und der Seele überzeugt war.
 

Von früh an war Beethoven von dem Wunsch beseelt, die Tiefen der Erfahrung des Menschseins zu entdecken, und seine Cellosonate Nr. 1 beginnt mit einer geheimnisvollen, von einem Geist des Hinterfragens durchzogenen außergewöhnlichen Passage. Darauf folgt eine große, überbordende Sequenz, die bis an die Grenzen der Technik geht. Die gefühlsbetonte, stürmische Violinsonate in C-Moll entstand jedoch im selben Jahr wie sein „Heiligenstädter Testament“, in dem er über seine Taubheit schrieb: „Es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben – nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück.“ Das Sendungsbewusstsein, die Menschheit durch immer neue Werke zur Vervollkommnung zu erziehen, war die Triebfeder, aus der Beethovens Kreativität in seiner mittleren Periode Schwung nahm. Von der Freude am Leben durchdrungen klingt das beliebte „Erzherzog-Trio“, ein Standardwerk des kammermusikalischen Repertoires.

Sonate für Klavier und Cello Nr. 1, Op. 5 Nr. 1 (1796)  
Adagio sostenuto
Allegro
Rondo; Allegro vivace
 
Sonate für Klavier und Violine  Nr. 7, Op. 30 Nr. 2 (1802)
Allegro con brio
Adagio cantabile
Scherzo. Allegro / Trio
Finale. Allegro
 
Klaviertrio B-Dur, Op. 97 „Erzherzog“ (1811)
Allegro moderato
Scherzo; Allegro
Andante cantabile ma però con moto
Allegro moderato
 

Konzertbild © Uğur Kuşat
Banu Selin Aşan wurde 1991 in Istanbul geboren und genoss ihre musikalische Ausbildung am Staatlichen Konservatorium der Mimar Sinan für Schöne Künste. Hier schloss sie 2012 als Schülerin von Prof. Çiğdem İyicil ihr Studium mit Auszeichnung ab und absolvierte ebenfalls hier 2016 ihr Masterstudium. Im selben Jahr schloss sie im Klaviertrio Ludus Ensemble ihr Aufbaustudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg als Schülerin von Prof. Niklas Schmidt im Fach Kammermusik an.

2008 wurde sie zunächst beim Violinwettbewerb Gülden Turalı mit dem zweiten Preis ausgezeichnet und erhielt danach das Stipendium der türkischen Stiftung der Bildung (TEV) für Herausragenden Erfolg, das in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wurde.

Banu Selin Aşan ist Mitglied des Philharmonieorchesters Borusan Istanbul und unterrichtet am Staatlichen Konservatorium der Mimar Sinan Universität für schöne Künste in den Fächern Violine und Kammermusik, während sie sich hier auf ihr Staatsexamen vorbereitet. Sie tritt in Solo- und Kammermusikkonzerten auf.
Gözde Yaşar wurde 1985 in Izmir geboren. Sie wurde 1995 in die Vorbereitungsschule für Musik und Bühne der Universität Bilkent, Ankara, als Vollstipendiatin aufgenommen und wurde hier zwölf Jahre lang bei Gara Aliyev im Fach Cello ausgebildet. 2003 interpretierte sie mit dem Jugendorchester Bilkent das Werk "Kol Nidrei" von Max Bruch und wurde in demselben Jahr beim VI. Internationalen Cellowettbewerb Trakya mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie in diesem Jahr einen Ruf des Kammermusikensembles „Lukas David und junge Talente“.

2007 schloss sie ihr Studium an der Fakultät für Musik und Bühne an der Bilkent Universität mit der besten Note ab und erhielt ein Fulbright-Stipendium für ein Masterstudium in den USA. Hier setzte sie ihre Musiklaufbahn fort am Purchase College  der State University of New York (SUNY) als Schülerin von Julia Lichten, Solistin und Mitglied des Kammerorchesters Orpheus. Auf Anregung ihrer Lehrerin hin wurde Gözde Yaşar in eine Konzertreihe aufgenommen und gab Solokonzerte am Performing Arts Center. Aufgrund ihres Erfolges bei einem Konzertwettbewerb spielte sie 2009 Dvořáks Cellokonzert mit dem Orchester Purchase Symphony.

Von 2006 an gab sie in Istanbul und Ankara Konzerte im Rahmen des Projekts „Osmanische Musik“ und stellte eine erweiterte Version dieses Projektes in New York und Ottawa in Begleitung von Mahir Cetiz vor. Diese Konzerte wurden auch für eine CD aufgenommen, deren Veröffetnlichung voraussichtlich 2021 erfolgt. Während sie unter der Leitung von Evelyn Elsing ihr Promotionsstudium weiterführte, arbeitete sie im Bereich der Alten Musik mit Kenneth Slowik, dem künstlerischen Leiter der Smithsonian Chamber Music Society und Kurator der Sammlung musikalischer Instrumente des National Museum of American History. Vom Baroque Performance Institute eingeladen, gab sie im Sommer 2012 in Ohio, Cleveland, Konzerte mit Viola da Gamba und Barockcello und nahm an Workshops über die Musik und den Tanz des französischen Barock teil. Im August 2012 gab sie im Rahmen der Reihe „Washington DC Capitol Hill Concert Series“ mit Jeff Cohen (Flöte) und Joseph Gascho (Cembalo) Konzerte, die von der Washington Post besprochen wurden.

Nach Konzertauftritten in den USA mit dem Apollo Chamber Orchestra, den Baltimore Concert Artists und dem Fairfax Symphony Orchestra führt Gözde Yaşar ihr Musikleben seit 2013 in Istanbul fort als Dozentin am Staatlichen Konservatorium der Mimar Sinan Universität für Schöne Künste und als Mitglied des Philharmonieorchesters Borusan Istanbul. Sie tritt auch weiterhin zu Solo- und Kammermusikkonzerten auf. 
Jerfi Aji wurde 1976 in Istanbul geboren, wo er zunächst an der Technischen Universität ein Studium als Textilingenieur absolvierte, das er an der Boğaziçi Universität mit einem Master in Industrieingenieurwesen weiterführte. Dabei hatte er bereits von seinem 5. Lebensjahr an privaten Klavierunterricht bei Zeynep Aksoy Eğilmez und später bei Hülya Ardıç genommen. Nach seinen Technikstudien führte er seine musikalische Ausbildung am Institut für Musikforschung MIAM der Technischen Universität in Istanbul als Schüler der Staatskünstlerin Ayşegül Sarıca weiter und wurde 2006 ins Peabody Institute der John Hopkins University aufgenommen. Hier schloss er 2011 seine Promotion im Fach Klavier unter der Leitung von Marian Hahn ab. Während seines Studiums hier erhielt er ein Stipendium zur Ausbildung als Opernrepetitor.

Ali spielte in den Meisterklassen von Leon Fleisher, Murray Perahia und Jerome Rose und erhielt die Gelegenheit, mit vielen bekannten Pianist*innen und Musikpädagog*innen wie Thomas Hecht, Dimitry Rachmanov, Angela Cheng und Ali Darmar zusammenzuarbeiten. 2005 nahm er am „International Keyboard Institute and Festival” in New York teil und an der internationalen Sommerakademie ARIA in Muncie, Indiana.

Neben vielen Auftritten in den USA trat Jerfi Aji im Inland in zahlreichen Solo- und Kammermusikkonzerten auf in Sälen wie Süreyya Operası, Albert Long Hall der Boğaziçi Universität, Ahmed Adnan Saygun Sanat Merkezi, Erimtan Müzesi, Akbank Sanat, Borusan Müzik Evi und Fulya Sanat und begleitete als Solist mehrere Konzerte der Orchester Bursa Bölge Devlet Senfoni und Çukurova Devlet Senfoni. Aji ist Mitglied des Trio Kuvars Viyolet, das er mit dem Klarinettisten Evrim Güvemli und der Cellistin Rahşan Apay zusammen gründete, und des MIAM Modern Müzik Topluluğu. Er gab Konzerte mit bedeutenden Musiker*innen wie James Buswell, Amit Peled, Carol Ou, Ellen Jewett, Michael Berkovsky, Hüseyin Sermet und Cihat Aşkın.

2011 erhielt er den vom Peabody Institute für Klavier ausgeschriebenen Gedenkpreis Frances M. Wentz Turner. Er erhielt 2014 den akademischen Grad doçent als Vorstufe einer Professur und lehrt am Institut MIAM in Fächern wie „Einführung in die Musiktheorie“, „Klavierliteratur des 20. Jahrhunderts“, „Formanalyse“ und „Kammermusik“. Jerfi Ali war einer der drei preisgekrönten Finalisten im Januar 2019 beim internationalen Klavierwettbewerb in Catania, Sizilien, dessen Jury vom australischen Seniorpianisten Leslie Howard geführt wurde. 

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