Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)
Beethoven der Romantiker© M. Gökhan Bağcı

Beethoven der Romantiker

Beethovens Musik gilt zwar als eine Brücke zwischen der Klassik und der Romantik, doch finden sich in seinen Kompositionen viele von Mozart und Haydn geerbte klassische Formelemente, darüber hinaus auch Elemente wie die kontrapunktische Handschrift des Barock.
 

Unbestreitbar dennoch ist seine bahnbrechende Rolle in der Musik, derjenige Komponist gewesen zu sein, der die Ideen der romantischen Dichter musikalisch umsetzte. Auch wenn sich Beethoven nicht als „Romantiker“ definiert hat, war seine Musik durchaus wegweisend für die Anhänger dieser Schule. Er wusste sich auch die Neuerungen im Instrumentenbau zunutze zu machen. Die neuen, schweren Bögen der Streichinstrumente und das Tonhaltepedal des Klaviers inspirierten ihn dazu, längere Legatobögen zu schreiben. Und das größere Klangvolumen dieser neuen Instrumente nutzte er, um sich in einem größeren Dynamikbereich zu bewegen. Alle drei Sonaten in unserem Programm beinhalten einerseits freie expressive Elemente, andererseits aber auch gewisse Kontraste. Insbesondere zeigten sich die Frühlingssonate und die 3. Violinsonate mit ihrer lyrischen Ausstrahlung als Vorbilder für die romantischen Komponisten der nächsten Generation. Beide Trios in F-Dur entstanden in Bonn, als Beethoven am Anfang seiner 20er Jahre war. Es ist sehr spannend, diese lieblichen Werke mit ihren Wurzeln in der Klassik zu erleben und mit Beethovens mutigeren, romantischeren Sonaten aus seiner mittleren Periode zu vergleichen.

Sonate für Klavier und Violine Nr. 5, Op. 24 „Frühling“   (1801)
Allegro
Adagio espressivo
Scherzo; Allegro molto / Trio
Rondo; Allegro ma non troppo
 
Klaviertrio Op.38 in Es-Dur, (38 1791)

Allegro moderato
Scherzo; Allegro ma non troppo
Rondo; Allegretto
 
Sonate für Klavier und Violine  Nr. 8, Op. 30 Nr. 3 (1802)

Allegro assai
Tempo di Minuetto, ma molto moderato e grazioso
Allegro vivace
 
Variationen für Klaviertrio Op. 44 in Es-Dur, (1792)
 
Sonate für Klavier und Cello Nr. 3, Op. 69 (1808)

Allegro, ma non tanto
Scherzo; Allegro molto - Trio
Adagio cantabile - Allegro vivace
 

Die Künstler © Uğur Kuşat
Tolga Kulak wurde 1986 in Istanbul geboren und begann 1997 am Staatlichen Konservatorium der Universität Dokuz Eylül İzmir bei Kartal Akıncı, Konzertmeister des Staatlichen Sinfonieorchesters İzmir, Violine zu lernen. 2007 schloß er sein Studium bei Prof. Jerrold Rubenstein ab. Während seiner Ausbildung interpretierte er als Solist zahlreiche Werke der Violinrepertoirs mit bedeutenden Orchestern. Im Jahre 2000 erhielt er den zweiten Preis beim von Lions Club und Yamaha veranstalteten Wettbewerb für Streichinstrumente. In mehreren Meisterklassen für Solo und Kammermusik arbeitete er mit prominenten Musiker*innen zusammen wie Igor Oistrach, Lucas David, Ellen Jewett, Joshua Epstein, Ruşen Güneş, Çiğdem İyicil, Esen Kıvrak und Özcan Ulucan.

Nach seiner Übersiedlung in die Niederlande erhielt er sein Meisterdiplom in der Klasse von Ilya Grubert am Conservatorium van Amsterdam (CVA) und absolvierte parallel eine Neue-Musik-Ausbildung an der Ligeti Academy. Als Konzertmeister des CVA spielte er mit den Dirigenten Otto Tausk und Ivan Meylemens, gab hoch angesehene Konzerte als Mitglied eines selbst gegründeten Streicherquartetts und bildete sich weiter aus als Schüler des Konzertmeisters Liviu Prunaru und der Stimmführer Caroline Strumphler und Henk Rubingh des Orchesters Concertgebouw.

Tolga Kulak trat in zahlreichen Solo- und Kammermusikkonzerten auf in den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland, Spanien, Singapur, China und in der Türkei. Im Sommer 2014 und 2015 war er Gastinterpret beim Verbier Festival Ochestra und spielte hier mit den Solist*innen Martha Argerich, Mischa Maisky, Pinchas Zukerman, Renaud Capuçon und Daniil Trifonov sowie mit den Dirigenten Valery Gergiev, Zubin Metha, James Levine, Ivan Fischer, Charles Dutoit, Jaap van Zweden, Gianandrea Noseda, Esa-Pekka Salonen, Daniel Harding und Manfred Honeck.

Tolga Kulak ist seit 2014 Mitglied des Staatlichen Orchesters und Balletts Izmir und seit 2019 als Konzertmeister tätig. Die Aufgabe des Konzertmeisters hat er auch in mehreren anderen Klangkörpern inne, darunter im Kammermusikensemble der Yaşar Üniversitesi. Kulak spielt auf einer Violine von Santo Serafin aus dem Jahr 1734.
Serdar Mamaç bekam seinen ersten Cellounterricht im Staatlichen Konservatorium der Universität Dokuz Eylül, İzmir und war hier Schüler von Nejat Tekebaş und Ümit İşgörür. Nach seinem Abschluss in İzmir setzte er sein Studium an der Darmstädter Akademie für Tonkunst als Schüler von Christopher Erfa fort und wurde 2001 in die Detmolder Hochschule für Musik aufgenommen. Hier absolvierte er 2003 die Meisterklasse von Karine Georgian.

In verschiedenen Meisterkursen im In- und Ausland bekam er die Gelegenheit, mit Alexander Rudin, Mikael Komitzer und Jean Barthe zusammenzuarbeiten. Mamaç gehörte von 2004 bis 2007 als Cellist der Formation Orkestra Akademik Başkent (OAB) an. Seine Solokonzerte wurden von den Staatlichen Sinfonieorchestern İzmir, Çukurova und Antalya, dem OAB, dem Kammermusikensemble Istanbul und vom Sinfonieorchester Yaşar Üniversitesi begleitet.

Zur Zeit ist Serdar Mamaç als Lehrbeauftragter an der Musikabteilung der Fakultät für Kunst und Gestaltung der Yaşar Üniversitesi tätig und hat am Sinfonieorchester dieser Universität die Funktion des Stimmführers der Cellisten inne.
Birsen Ulucan wurde in Schumen, Bulgarien, geboren und erhielt ihre primäre musikalische Erziehung in der Musikschule Varna, Bulgarien. Sie setzte ihre Ausbildung am Staatlichen Konservatorium der Universität Istanbul, an der Guildhall School of Music und City University of London fort.

Ulucan trat in vielen Konzerten und Festivals im In- und Ausland auf mit befreundetetn Kolleg*innen wie Marta Gulyas, Maxim Vengerov, Isabelle van Keulen, Ayla Erduran, Fernando Perez, Ricsi Rozsa, Peter Barsony, Christian Poltera und Ozan Tunca. Sie legt großen Wert darauf, ihre Erfahrung zu teilen und gründete zu diesem Zweck eine Klavierklasse ohne die Voraussetzung einer Aufnahmeprüfung.

Sie hat bisher drei Einspielungen, die unter dem Label Lila Müzik mit den Titeln Bir Ağaç Gibi [Wie ein Baum], Masallar Rüyalar Fısıltılar [Märchen Träume Geflüster] und Saga erschienen sind.

Top