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Beethoven der Virtuose© M. Gökhan Bağcı

Beethoven der Virtuose

Als Beethoven 1792 nach Wien zog, war er einer der ersten Virtuosen des modernen Klaviers. Im Grunde genommen wuchsen Beethoven und das Klavier zusammen heran, und auch das Klangvolumen der anderen Instrumente erweiterte sich in dieser Zeit fast um das Doppelte.
 

Beethoven bezauberte seine Zuhörer*innen nicht nur durch seine technische Eloquenz am Klavier, sondern auch durch den Ausdrucksreichtum seines Musizierens. Czerny sagte über seine Art zu spielen: „In der Schnelligkeit kann niemand mit ihm konkurrieren.“ Aber auch sein gesangähnliches Spiel und die Vielfalt seiner Farben und Ideen machten einen tiefen Eindruck auf seine Zuhörer*innen. Die bahnbrechende Verwandlung in der Instrumentalmusik betraf nicht nur das Klavier. Beethoven spielte die folgende Cellosonate aus seiner Frühphase zum ersten Mal mit dem französischen Virtuosen Duport zusammen. Auch wenn dieses Werk bei seiner ersten Drucklegung als eine Klaviersonate mit Cellobegleitung bezeichnet wurde, handelt es sich bei seiner Cellopartitur keineswegs um eine sekundäre Stimme. Ja, es erinnert in stilistischer Hinsicht eher an ein Konzert. In dem ersten von Beethoven publizierten Trio stellt er eine höchst feine Textur der drei Partitionen her, deren Interpretation jeweils einer großen Virtuosität bedarf. Die brillante Violinsonate in unserem Programm schließlich war Rodolphe Kreutzer gewidmet, einem der Gründer des französischen Konservatoriums. Er fand sie jedoch unspielbar und spielte sie nie. Die Uraufführung der Sonate fand mit dem Virtuosen Bridgetower statt. Jedoch kam es später zu einem Streit zwischen den beiden – wegen eines Mädchens laut Bridgetower –, und Beethoven änderte die ursprüngliche Widmung.

Sonate für Klavier und Cello Nr. 2  Op. 5  Nr. 2 (1796)
Adagio sostenuto ed espressivo
Allegro molto più tosto presto
Rondo; Allegro
 
Klaviertrio Es-Dur Op. 1  Nr. 1 (1795)
Allegro
Adagio cantabile
Scherzo Trio
Finale. Presto
  
Sonate für Klavier und Violine Nr. 9  Op. 47 'Kreutzer'  (1804)
Adagio sostenuto - Presto
Andante con variazioni
Finale. Presto
 

Gruppenbild © Uğur Kuşat
Özgür Baskın, geboren in İzmir, begann seine Violinausbildung 1993 am Staatlichen Konservatorium der Çukurova Universität, Adana, als Schüler von Prof. Ferhang Hüseyinov. Im selben Jahr gab er sein erstes Solokonzert mit Begleitung des Staatlichen Symphonieorchesters Çukurova. Er erhielt 1995 den ersten Preis des Musikwettbewerbs, den der Rotary Club Türkei landesweit ausgerufen hatte. Baskın setzte seine Ausbildung von 1996 bis 2001 am Staatlichen Konservatorium der Hacettepe Universität als Schüler von Prof. Victor Pikayzen fort. Jeweils den ersten Preis erhielt er 1998 beim Violinwettbewerb des Ministeriums für Kultur und Tourismus und 2000 beim internationalen Violinwettbewerb der Wissenschafts- und Kunststiftung Sedat und Güzin Gürel.
2001 schloss Baskın sein Studium am staatlichen Konservatorium der Hacettepe Universität ab und ging mit einem Stipendium der İş Bankası nach Deutschland, um an der Hochschule für Musik und Theater Rostock die Klasse von Prof. Petru Munteanu zu besuchen.  Sein Meisterstudium absolvierte Baskın in den Jahren 2004 bis 2006 in der Klasse von Prof. Iwona Wojciechowska an der Musikhochschule Lodz in Polen. Während seiner Meisterausbildung arbeitete er mit berühmten Violonist*innen wie Walentyna Jakubowska, Miroslaw Lawrynowicz, Silvie Gazou, Joshua Epstein, Enrico Onofri und Maxim Vengerov. Seine Solokonzerte gab Baskın mit dem Bilkent Symphonieorchester, dem Staatlichen Symphonieorchester Istanbul und dem Staatlichen Symphonieorchester Çukurova.
Zurzeit spielt Özgür Baskın beim Borusan-Quartett und Symphonieorchester Borusan Istanbul. Er gehört zum großen Fachberaterstab des Jugend-Symphonieorchesters Ankara. Er ist im Bereich der Kammermusik intensiv tätig. Seit 2016 spielt er im Trio Ba mit, und sein Vorname steht für den Buchstaben O im Namen des Ensembles BEGOA. In seiner Freizeit geht er seiner Leidenschaft Programmierung nach, vertieft seine Kenntnisse und leistet Beiträge zu Open-Source-Projekten.
Indira Rahmatulla wurde in Taschkent, Usbekistan geboren. Ihre frühe Celloausbildung begann bereits mit ihrem fünften Lebensjahr bei ihren Eltern, die beide Cellist*innen waren. Sie absolvierte ihre mittlere und höhere Schulausbildung an der angegliederten Schule der Fakultät für Musik und bildende Kunst der Bilkent. Danach erhielt sie ein Vollstipendium für ein Studium an der University of Houston als Schülerin von Vagram Saradjian und machte ihren Abschluss in Los Angeles am Colburn School Conservatory of Music in der Klasse von Ronald Leonard. Ihre Meister- und Solistenausbildung erhielt Rahmatulla in Freiburg als Schülerin von Prof. Jean-Guihen Queyras. Als eine der Gründer*innen des Trio Areti machte sie eine kammermusikalische Diplomausbildung beim Instituto Internacional de Musica de Camara als Schülerin von Ralf Gothoni und Eldar Nebolsin. Später war sie Stipendiatin der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz. Sie gewann viele Preise internationaler Wettbewerbe und nahm an Festspielen teil.
Als Kammermusikerin ist Indira Rahmatulla mit vielen renommierten Künstler*innen aufgetreten wie Menahem Pressler, Tabea Zimmermann, Paul Coletti, Kennedy Moretti, Ferenc Rados und Sergio Azzolini. Ihre Erfahrungen als professionelles Orchestermitglied sammelte sie beim Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock (Barock) und beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (Moderne).
Seit 2015 ist Indira Rahmatulla Cellistin im Orchestre de Chambre de Lausanne (OCL).
Çağdaş Özkan, den die Zeitschrift Andante als den „sensibelsten Duo-Pianisten“ bezeichnete, verfügt über ein breites Repertoire und eine lange Erfahrung als Begleiter von Vokal- und Instrumentalmusik. In diesem Bereich blickt er auf eine Ausbildung an einer der renommiertesten US-amerikanischen Hochschule zurück, der Julliard School, an der er  2012 ein Meisterstudium abschloss und für die er Stipendien der Borusan-Stiftung und der American Turkish Society erhielt. Während dieser Ausbildung in den USA trat er in vielen Kammermusik-, Duo- und Orchesterkonzerten in Häusers wie der Carnegie Hall und Alice Tully Hall auf. Er hatte bei der Juilliard School die Gelegenheit, mit bedeutenden Lehrern wie Naoko Tanaka (Violine), Ron Copes (Violine), Darret Adkins (Cello) und Robert Jr. White (Gesang) sowie deren Schüler*innen zusammenzuarbeiten und Konzerte zu geben. Außerdem besuchte er Kurse für Vokalrepertoire und Diktion bei Tom Grubb (Französisch) und J. J. Penna (Deutsch) sowie bei Corradina Caporello (Italienisch), sodass er über eine große Erfahrung in diesem Bereich verfügt.
Özkan nahm an bedeutenden Sommerfestivals teil wie Aspen (2010) und Music Academy of the West (2011) und lernte dadurch viele Musiker*innen aus den USA und der ganzen Welt kennen. 2009 spielte er das 4. Klavierkonzert von Beethoven.
Çağdaş Özkan fand bereits in sehr jungen Jahr Zugang zur Musik über das Akkordeon. Er ist diesem Instrument mit Leidenschaft treu geblieben und pflegt ein Repertoire, das sich aus vielen populären Stücken, Volksweisen und eigenen Bearbeitungen zusammensetzt. Zurzeit arbeitet er als Lehrbeauftragter an den staatlichen Konservatorien der Uludağ Universität in Bursa und der Anadolu Universität in Eskişehir.

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