Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)
Die WorkshopteilnehmerFoto: Erhan Arik

Werkstatt für langfristige Foto- und Video-Projekte
Über das Projekt

„Resource Utopia“ ist ein Ausstellungsprojekt, das vom Goethe-Institut Istanbul und dem NOKS Independent Art Space in der Türkei entwickelt wurde. Das Projekt besteht aus drei Werkstätten, die über sechs Monate angelegt sind. Eine Fotobuch-Publikation und Ausstellungen in Istanbul und Berlin bilden den Abschluss.

„Resource Utopia“ stützt sich auf die Begriffe „Kälte- und Wärmestrom“ des deutschen Philosophen Ernst Bloch: Der Kältestrom ist dabei die einfache, direkte, reine Nah- und Fernanalyse von sozialen Umständen und Entwicklungstendenzen. Der Wärmestrom hingegen liegt im „Prinzip Hoffnung“: die Wünsche und Erwartungen der Menschen.
 
Geht es um die Zukunft, kann jeder/jede einen vermutlich eher sorgenvollen Beitrag leisten. Die gängige These über unvermeidbare ökonomische, soziale, politische Eingriffe zeigt die Jetztzeit als etwas Beängstigendes und Fügsames. Unter diesen Umständen ist für individuelles Handeln ein subjektiver Entstehungspunkt unabdingbar: Es scheint nichts anderes übrigzubleiben, als die Realität zu akzeptieren.
 
Doch die Sehnsucht nach einem Ausweg wächst, Fantasien gewinnen an Bedeutung, es wird nach einer Utopie gesucht, die einen Raum schafft für das vermeintlich Unmögliche in der Welt. Doch wann wird eine Utopie zu einer Dystopie? Sind Gentechnik oder künstliche Intelligenz Quelle ewigen Wohlstands oder stattdessen Ursache für die totale Versklavung des Menschen? Ein Diskurs über Utopie wird zum Machtkampf unterschiedlichster Wünsche. In der Werkstatt „Resource Utopia“ werden wir sicher keine endgültigen Antworten auf die Frage nach der Utopie der Menschheit finden, doch das Projekt bietet die Möglichkeit, das Thema mit dem Werkzeug der Fotographie zu ergründen.
 
Die Wahl von Fotografie und Videokunst als Ausdrucksmittel für „Resource Utopia“ ist besonders attraktiv: Es geht stets um den Augenblick, um die Gegenwart. Die Zukunft kann mit diesem Medium nicht dargestellt werden. Fotografie und Video beschäftigen sich mit dem Jetzt und dem aktuellen Moment, doch sobald der Auslöser gedrückt ist, beginnt die Vergangenheit. Auf die gleiche Weise können technisch produzierte visuelle Welten dazu verwendet werden, das im Jetzt steckende Moment der Zukunft zu entdecken und die Gegenwart in der Zukunft zu analysieren. Oder, wie Robert Jungk, Erfinder der Zukunftswerkstätten, es 1952 ausdrückte: „Das Morgen ist schon im Heute vorhanden, aber es maskiert sich noch als harmlos, es tarnt und entlarvt sich hinter dem Gewohnten. Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: Die Zukunft hat schon begonnen. Aber noch kann sie, wenn rechtzeitig erkannt, verändert werden.“

Zurück