SivilLAB-Fellows

Charlotte Watermann

Charlotte Watermann -  Bild © Charlotte Watermann Charlotte Watermann wurde 1988 in Köln geboren und beschreibt sich selbst als echtes Kölsches Mädchen. Trotz der Liebe zu ihrer Heimatstadt hat es sie bis heute aber bereits mehrfach in die Ferne verschlagen: Nachdem sie in Indien ihren Freiwilligendienst absolviert hatte, zog es sie gleich darauf im Rahmen ihres Bachelor-Programmes  für zwei Jahre nach Bordeaux/Frankreich. Dort und an der Universität Stuttgart absolvierte sie ihr Grundstudium in Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Entwicklungspolitik. Zudem führte sie ihr B.A. auch zum ersten Mal in die Türkei: Als ERASMUS-Studentin verbrachte sie ein Semester in Istanbul.

Nach Abschluss ihres Bachelors begann Charlotte ein Deutsch-Arabisches Master-Programm an der Universität Stuttgart sowie an der Ain Shams Universität in Kairo/Ägypten. Dort studierte Charlotte parallel zu ihrem M.A. in Sozialwissenschaften den interdisziplinären Masterstudiengang Integrated Urbanism and Sustainable Design. Während des Studiums konnte sie sich näher mit den Themen Stadtplanung in Entwicklungsländern, Slum Upgrading sowie partizipativer Stadtentwicklung in Schwellenländern auseinandersetzen. Zudem arbeitete sie in der Endphase ihres Studiums zeitweise für das Frauenhofer-Institut – auch hier im Bereich Stadtplanung.

Nun ist Charlotte seit Mai 2016 eine der drei SivilLAB-Fellows und widmet sich ihren Projekten in Istanbul. Ausschlaggebend für ihre Bewerbung um einen Platz im Programm war nicht nur die Liebe zum Land, sondern auch die Kombi aus Politik, Stadt und sozialen Projekten – aber auch das Format selbst hat sie überzeugt: Der persönliche Lerneffekt durch die Arbeit vor Ort, die Zusammenarbeit mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Parteien als auch die unkonventionelle Weise der Projektentwicklung machen für Charlotte insbesondere die Stärken von SivilLAB aus.

In Istanbul hat Charlotte nun ihren Schwerpunkt auf nachhaltige Stadtentwicklung gesetzt und in diesem Rahmen bereits ein Urban Design Camp organisiert. In diesem Zusammenhang interessiert sie sich insbesondere für die Vorstädte Istanbuls – also eben jene Orte, in denen internationales zivilgesellschaftliches Engagement noch wenig verbreitet ist.  
 

Jan Schierkolk

Jan Schierkolk - Bild © Jan Schierkolk Jan Schierkolk kommt ursprünglich aus Eskişehirs Partnerstadt Frankfurt am Main. Nach dem Abitur absolvierte er einen sogenannten Anderen Dienst im Ausland (Zivildienstersatz) und arbeitete etwa ein Jahr in einem Sozialprojekt in Guatemala/Zentralamerika. Genau diese „Packung Realität“, mit der er vor Ort in Berührung kam, beschreibt Jan auch als den entscheidenden Auslöser für sein anhaltendes Interesse an anderen Lebensverhältnissen, Ländern und Kulturen. Im Anschluss an das Sozialprojekt absolvierte er seinen Bachelor in Staatswissenschaften an der Universität Passau und verbrachte in diesem Rahmen auch erstmalig acht Monate in Istanbul. Vor Ort lernte er Türkisch und studierte für ein Semester an der Boğaziçi-Universität.

Danach ging es für Jan nicht direkt zurück nach Passau, sondern im Rahmen eines Austauschprogrammes nach Texas/USA. Nach seinem Bachelorabschluss zog es ihn dann gleich weiter nach Genf, um dort einen interdisziplinären Master in Internationalen Angelegenheiten zu machen. Neben dem M.A.-Studium war er u.a. in der Umweltabteilung des Weltwirtschaftsforums und für einen Abgeordneten des Deutschen Bundestages tätig. Rückblickend ist Jan bis heute schon einer Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten nachgegangen – er hat in verschiedenen Ländern gelebt, war politisch aktiv und hat sich auch fortwährend zivilgesellschaftlich engagiert.

Im Kosovo stellte er beispielsweise mit einer befreundeten NGO ein multiethnisches Versöhnungslager für Jugendliche auf die Beine; In Ägypten erlebte er für mehrere Monate den Arabischen Frühling aus nächster Nähe; und bei der Finanzinitiative des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen befasste er sich in der Investmentabteilung mit Fragen zur ökologischen Nachhaltigkeit. Zuletzt war Jan für zwei Jahre als Teach First Fellow für Bildungsgerechtigkeit an einer Hauptschule in Frankfurt tätig. Im Rahmen dieses Programmes hat er sich zum Beispiel mit politischer Bildung, Integration (u.a. geflüchteter Schülerinnen und Schüler), Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), oder aber auch Medienerziehung beschäftigt.

Auch als SivilLAB-Fellow möchte Jan nun wieder an der Arbeit mit Jugendlichen anknüpfen und ist froh darüber, dass seine Gastinstitution, die Stadtverwaltung von Tepebaşı/Eskişehir, ihm dafür u.a. einen Arbeitsplatz direkt in einem Jugendzentrum zur Verfügung stellt. Vor Ort in Eskişehir möchte er mit der Stadtverwaltung selbst, mit Nichtregierungsorganisationen, aber vor allem auch zusammen mit jungen Menschen Themen der Nachhaltigkeit, sowie demokratischer Beteiligung bearbeiten. Außerdem ist ihm die Förderung von Kontakt und Austausch zwischen Deutschland und der Türkei, bzw. konkret den Partnerstädten Eskişehir und Frankfurt wichtig.
 

Karola Reiter

Karola Reiter - Bild © Karola Reiter Karola Reiter ist geborene Berlinerin – studiert hat sie aber in unterschiedlichen Teilen Deutschlands: In Bayreuth schloss sie zunächst ihren Bachelor in Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Religion und Sozialgeographie ab, bevor sie anschließend einen Master in Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bremen begann. Während all dieser Zeit war es ihr ein besonderes Anliegen, beide Fachrichtungen miteinander zu verknüpfen. Vor diesem Hintergrund ist sie stets der Frage nachgegangen, wie sich der Mensch oder die Gesellschaft im Raum verhält und ihn gestaltet – aber auch im Gegenzug, wie der Raum den Menschen oder die Gesellschaft beeinflusst und formt. Neben dem Studium hat sie sich mit dieser Fragestellung auch viel in der Praxis beschäftigt und an diversen Projekten im Bereich soziale Stadtentwicklung und Integrationsarbeit mitgewirkt.

Mit dem Verein Bolzplatzliga organisierte Karola Fußballspiele für Kinder und Jugendliche in sozioökonomisch benachteiligten Stadtquartieren und in Belgrad/Serbien war sie einige Monate bei der Urban Incubator Association tätig, bevor sie zuletzt die Planung eines Nachbarschaftsfestes koordiniert hat. Bei dem Projekt in Berlin-Neukölln wurden verschiedene Initiativen und Vereine zusammengebracht, um gemeinsam ein buntes Straßenfest auf die Beine zu stellen. Nur wenige Wochen nach Realisierung des Festes begann für Karola das SivilLAB-Programm. Auch für sie war die Türkei zu diesem Zeitpunkt bereits kein unbeschriebenes Blatt mehr, denn schon während ihres Bachelors verbrachte sie ein Semester an der Theologischen Fakultät der Uludağ Universität in Bursa und reiste in dieser Zeit viel durch das Land; nach Kayseri kam sie aber erst im Juli 2016 durch SivilLAB.

Vor Ort arbeitet Karola derzeit viel mit Studierendengruppen zusammen. Gemeinsam engagieren sie sich für Geflüchtete: Eine Nachbarschaftsküche mit Kindern aus dem Kiez wurde ins Leben gerufen und jungen Mädchen wird derzeit die Möglichkeit geboten, das Uni-Leben näher kennenzulernen. Ein weiteres Projekt, das sich mit dem Thema Umweltbildung an Grundschulen beschäftigt, ist auch in Planung. Im Rahmen all dieser Tätigkeiten ist es Karola besonders wichtig, gezielt auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen und mit den bestehenden Strukturen in Kayseri zu arbeiten. Letzteres macht für sie auch den besonderen Reiz von SivilLAB aus: Wo sonst bietet sich die Möglichkeit, zwei Jahre eine Stadt erkunden und dabei so viel kreativen Gestaltungsspielraum genießen zu dürfen?!