Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)
Sounds of Corona© Holger Maik Mertin

Stadtklänge aus Istanbul
Sounds of Corona

Wir erleben ein eindrucksvolles Innehalten - und damit einhergehend die gleichsam apathische und fiebrige Spannung des möglichen Danachs. Gravierende Probleme in unserer Gesellschaft führten uns in die jetzige schmerzhafte Situation. 
 

Es offenbart sich eine statisch anmutende Leere, die nach neuen Inhalten lechzt. Uns ist – zwar auf schmerzhafte Weise – aber eine Plattform gegeben worden, die ein Umdenken und -lenken anstoßen kann. Und was einst glitzerte und strahlte – nämlich die schnelle Expansion - wurde entmystifiziert und nachdrücklich infrage gestellt.
COVID-19-Lockdowns dämpften den durchdringenden Lärm der urbanen Verkehrs- und Arbeitswelt und brachten diesen teilweise zum Stillstand. Die Ruhe, die daraus folgt, ist erholsam für den menschlichen Organismus und für die Natur.
Die Lockdown-Stille birgt Chancen. Sie ermöglicht eine innige Kontaktaufnahme mit sich selbst und der Umgebung. Vor dem Hintergrund der veränderten Städte-Lautsphäre erheben sich natürliche und nicht-maschinelle Laute. Es gibt nun die Möglichkeit, den eigenen Organismus in Verbindung mit der Natur und den natürlichen Rhythmen intensiver zu spüren.
"Sounds of Corona" von Holger Maik Mertin ist eine Performance-Aktion & Meditation, ein Aufruf, um die Lücke zu füllen, die der Reset hinterlassen hat. Ein Aufruf, darüber nachzudenken, was wirklich passiert ist.
Mertins Aktionen gehen in Kommunikation mit der Corona-Klangflora Istanbuls. Sie fordern einen Dialog – und einen wahrheitsgemäßen Austausch darüber, was bisher nicht nachhaltig, falsch ausgerichtet und berührungslos war.
Seine Performances sind frei von mentalen oder physischen Unter- oder Zuordnungen; sie zeigen den öffentlichen Raum als ein Instrument. So werden die Pandemie-verlassenen Seitengassen von Sultanahmet zu einer Bühne. Mertin nutzt die Früchte des urbanen Geländes selbst – Stöcke und herumliegende Baum-Zweige sowie Beton-Klumpen. Auf der Galata-Brücke ist er eins mit Wasser und Luft und Metall.
Im “IMÇ", dem einst berühmten „Basar der Musik-Labels“, erinnern uns die Klang & Bewegungs-Aktionen daran, wer in der Pandemie besonders hart getroffen wurde: die türkische Konzert- und  Musikindustrie.


Die Filme

Cemberlitas Vorschau

Wasser

Cemberlitas, Sultan Ahmet-Gegend. Aufgrund eines intensiven Regengusses entstand die Idee zum 1. Teil dieser Performance: eine Interaktion mit dem Regen-Wasser, der Straße, den Autos und der dort nervösen Lautsphäre.
Teil 2 startet in einer abschüssigen leeren Einkaufsstraße. Zu normalen Zeiten ist dieser Ort voll wuseliger Interaktion.

Sultanahmet Vorschau

Sultan Ahmet

Es geht um das Durchforsten und Durchlaufen von viel Raum: die Luft wird zum Klingen gebracht. Es ist raumgreifend, physisch anstrengend. Vor den historisch aufgeladenen Kulissen von Hagia Sophia und Cemberlitas entstehen Annäherung und Reibung mit diesen Sehenswürdigkeiten.
Die Schluss-Szene auf der Galata Brücke verbindet die Elemente Luft, Wasser und Stahl.

Perküsyon Vorschau

Perküsyon - kleine Gasse

Vom Lockdown verlassene Basar- und Bar-Gassen in der Altstadt von Sultan Ahmet sind die Protagonisten. Eine spezifische Stelle im Video lässt zwei prägnante Klangquellen erklingen, mit denen interagiert wird: ein Klimaanlagen-Abluftrohr und ein Abwasser-Kanal samt Metallgitter. Durch die Verlagerung der Position zur jeweils der einen oder anderen Klangquelle ändert sich der Bordun/Grundton der Klangaktion.

IMC

IMC

Der im architektonischen Stil des „Brutismus“ gebaute Gebäude-Komplex “IMC" ist aufgeladen mit der Geschichte der türkischen Musikindustrie. Der Ort steht für die inzwischen verblasste türkische Popmusik-Industrie, die iher Höhepunkt in den 1980er Jahren erlebte.
Mit den Klangstäben als Performance Tool wird auf die enorme musikalische Geschichte dort verwiesen. Im 2. Teil wird ein „Arabesk“-Groove zitiert, dem Musikstil, für den das IMC bekannt war.


Über das Projekt

Idee und Titel von “Sounds of Corona” stammen von der Istanbuler Cinematographin Ayla Kanbur. Bei einem Interview-Porträt im Barin Han, einer ehemaligen Druckerei im historischen Bazar-Viertel Istanbuls, lernte Holger Maik Mertin den Regisseur Erol Adilçe und das Produktionsteam Culture Lab kennen. Daraufhin entstand das konkrete “Sounds of Corona”-Projekt-Vorhaben.

Die „Sounds of Corona“-Videos wurden im Zeitraum von Ende Januar bis Anfang März 2021 für das Goethe-Institut recherchiert und konzipiert. Die Aufnahmen folgten am 6. und 7. März 2021.

Weitere Links
Holger Maik Mertin Kunststiftung NRW Sounds of Corona
Stadtklänge aus Istanbul
Wasser / Sultan Ahmet / Perküsyon - kleine Gasse / IMC
 
Während des Lockdowns in Istanbul entstanden an unterschiedlichen Orten interaktive Klang Performances.
 
Performer: Holger Maik Mertin
Idee und Titel: Ayla Kanbur
Regisseur: Erol Adilçe
Produktion: Culture Lab
Istanbul 6. und 7. März 2021
 

Top