Gespräch
Grenzenlos und unverschämt*

Bücher
©Goethe-Institut Istanbul

15. Istanbul Biennale Rahmenprogramm

Pera Museum Auditorium

Gülşen und ich trafen uns zufällig bei einer Filmvorführung in Berlin im Jahr 2012. Der Kaffee, den wir im Foyer tranken, markierte den Beginn einer Freundschaft und einer lebenslangen Zusammenarbeit zwischen einem homosexuellen Cis-Mann, der im Westen der Türkei mit der Identität eines Weiß-Türken geboren wurde, und einer kurdischen Cis-Frau, die in Dersim geboren wurde, die ihr Leben dem Aktivismus und der Frauenarbeit in Deutschland widmet. Während Gülşen und ich einander besser kennenlernten, über die verschiedenen Generationen und unterschiedlichen Sozialisationen hinaus, hat sich auf der ganzen Welt die populistische Politik rasch verbreitet, um jede Möglichkeit der Demokratie auf diesem Planeten zu zerstören.

Aus diesem Grund haben Gülşen und ich wahrscheinlich aneinander festgehalten und haben diese selbstgewählte Familie, unsere Gemeinden und unsere Vorfahren gepflegt. Dieses Gespräch ist eine Gelegenheit, die feministischen Elemente von Gülşens Leben zu teilen, die sich in meiner Arbeit wiederfinden. Wir würden uns freuen, wenn das, was aus unserer Freundschaft hervorgegangen ist, auch ein Stück weit auf Sie übertragen wird.

*Grenzenlos und unverschämt ist ein Gedicht der afro-deutschen Dichterin May Ayim.

Gülşen Aktaş (geb. in Dersim/Türkei) absolvierte das Gymnasium in Urfa und wurde Grundschullehrerin in der Provinz Diyarbakir. Im Alter von 21 Jahren folgte sie ihrer Mutter nach Deutschland. In Berlin und Frankfurt studierte sie Politikwissenschaft und arbeitete in einem der ersten Frauenhäuser in Berlin und bei verschiedenen Immigranten- und Frauenprojekten. Seit 2007 ist sie die Leiterin von Huzur, einem Berliner Freizeitzentrum für Senioren, das Beratungs- und Kulturreisen in Berlin anbietet. Für ihr politisches Engagement erhielt Aktaş im Jahr 2011 einen Verdienstorden von der Stadt Berlin, wo sie immer noch lebt und arbeitet.

Aykan Safoğlu (geb. 1984, Istanbul/Türkei) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte an der Universität der Künste Berlin und dem Bard College in New York. Er war Artist in Residence des SAHA-Studio der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam. Er hat an Gruppenausstellungen teilgenommen, wie z.B. bei Vaterfiguren sind schwer zu finden, nGbK, Berlin (2016); The BILL: For Collective Unconscious, Artspace, Auckland (2016); Home Works 7, Ashkal Alwan, Beirut (2015) und hat seine Arbeiten auf diversen internationalen Filmfestivals gezeigt.
 
 

Details

Pera Museum Auditorium

Meşrutiyet Caddesi No:65
Tepebaşı - Beyoğlu
34430 Istanbul

Sprache: Türkisch

http://15b.iksv.org/kamusalprogram