Lesung
Dr. Saliha Scheinhardt: Lesung aus «Wahnliebe» im deutsch-türkischen Kontext
„O meine Geliebte, es gibt keine Liebe!“
Dr. Saliha Scheinhardt
Im Rückblick 50 Jahre ihrer Einwanderung nach Deutschland wird Saliha Scheinhardt, deutsch-türkische Autorin, die erste ausländische Stadtschreiberin in Deutschland, aus ihrem letzten Roman "Wahnliebe" lesen.
Ihr Roman ist die Geschichte einer sensiblen, verwundbaren Frau, die sich auf ein riskantes Spiel mit der Liebe einlässt. Und das umso schwieriger zu spielen ist, als sie sich dabei in verschiedenen Kulturen zu behaupten versuchen muss. Über eine von Höhen und Tiefen bestimmte Dreiecksbeziehung ist sie mit zwei Männern unterschiedlichster Herkunft verbunden. Doch irgendwann zerreißt die Illusion, dass sie vielleicht gemeinsam "am schönsten Teppich der Liebe weben". Offen tritt zu Tage, woran sie so lange nicht zu rühren wagten. Dilara wächst in Mardin, einer kleinen anatolischen Stadt heran. Eines Tages taucht dort Leon, ein junger Deutscher auf. Ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung. Sie verliebt sich und folgt ihm nach Deutschland. Ihr Glück aber findet sie dort nicht. Die Beziehung zu Leon scheitert. Doch die gemeinsame Tochter bindet die beiden weiterhin aneinander. Eines Tages verstrickt Dilara sich in eine Dreiecksgeschichte zwischen ihrem Mann und Selim, einem raffiniert vorgehenden türkischen Liebhaber aus der Istanbuler High Society. Hin und hergerissen zwischen den beiden droht sie selbst zum Opfer zu werden. Saliha Scheinhardt erzählt die Geschichte einer dem Scheitern entgegen treibenden Leidenschaft, die in drei Liebenden brennt und keiner aufzufangen weiß. Farben, Düfte, Dichtung, Lieder, Mythen, Zauber, Märchenhafte Leben und eine unbeschreibliche Leidenschaft, aber auch Flucht, Überlebungskampf, Verfolgung und Widerstand ziehen durch das ganze Buch wie einen bunten orientalischen Teppich mit tausend Jahre alten Mustern. (Klappentext)
Im Anschluss an die Lesung erfolgt ein Gespräch mit der Autorin.
Pressestimmen»Die deutsch-türkische Autorin erzählt wieder einmal dicht und außerordentlich präsent, sie ist hautnah an ihrer Protagonistin. Dabei gelingt es ihr, die Romanhandlung mit gesellschaftspolitischen Statements und Infos zu verbinden, ohne pädagogisch zu wirken. Beeindruckend und empfehlenswert (...)« (Elisabeth Mair-Gummermann, ekz bibliotheksservice)
Zur Autorin
Dr. Saliha Scheinhardt wurde in der zentralanatolischen Provinzhauptstadt Konya als Tochter einer Arbeiterfamilie geboren. Sie emigrierte vor fünfzig Jahren in die BRD. Trotz widriger Umstände durch einen Sonderbegabtenprüfung ein Pädagogikstudium. 1985 promovierte sie mit einer Doktorarbeit über den Islam in der Türkei und in der Diaspora, auch im selben Jahr bekam sie den hochdotierten Literaturpreis der Stadt Offenbach und wurde damit die erste ausländische Stadtschreiberin in Deutschland. 1993 wurde ihr der Alfred- Müller- Felsenburg Preis für "aufrechte Literatur " verliehen. 1995 bekam sie die "Friedens Silbermedaille" der Stadt Seligenstadt, für ihren humanitären und politischen Einsatz in ihren Werken.1996 wurde ihr die Bronzemedaille der Stadt Alzenau für ihr Werk und ihren Einsatz in Völkerverständigung und für multikulturelles Zusammenleben verliehen.
Schon in jungen Jahren begann ihr engagierter Einsatz für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit. Sie erhob stets ihre Stimme für ein würdevolles und gerechtes Leben und gegen jegliche Form von Ungerechtigkeit nicht nur in ihren zahlreichen literarischen Werken: „Es ist eine bodenlose Ungerechtigkeit, dass Menschen wegen Arbeit und Brot woanders leben und sterben müssen“, so Scheinhardt. Ihre Bücher schreibt sie nur in deutscher Sprache: „So lange habe ich auch gebraucht, um meinen Stil zu finden“, sagt Scheinhardt. „Auf Türkisch kann ich das einfach nicht.“ 1985 bekam sie den hochdotierten Literaturpreis der Stadt Offenbach für ihre erste Trilogie über Frauen und wurde damit die erste ausländische Stadtschreiberin Deutschlands. 1993 bekam sie Alfred-Müller Felsenburg Preis "Für Aufrechte Literatur". Ihr Buch „Frauen, die sterben, ohne dass sie gelebt hätten“ bildete die Grundlage für den viel beachteten und prämierten Film „Abschied vom falschen Paradies“ (Sahte Cennete Veda) von Tevfik Başer.
Verbindliche Anmeldung: ahmet.terkivatan@goethe.de
Details
Goethe-Institut Ankara Atatürk Bulvarı No: 131, Bakanlıklar,
Tel: 0 312 471 41 41
Sprache: Lesung in deutscher Sprache