Film am Montag

Die bleierne Zeit
© STUDIOCANAL GmbH

Beyoğlu Pera Sineması

50 Jahre 68

Das Jahr 1968 steht für den Kristallisationspunkt einer ganzen Epoche zivilgesellschaftlicher Prozesse, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas und der restlichen Welt. Linksgerichtete gesellschaftskritische politische Bewegungen veränderten die bis dahin geltenden Normen. In West-Deutschland bedeutete das die Entstehung einer Jugendkultur und einer außerparlamentarischen Opposition jenseits der großen Volksparteien. Sexuelle Selbstbestimmung und antiautoritäre Erziehung waren weitere Fixpunkte in einem neuen Wertesystem. In den folgenden Jahren trennten sich die Wege vieler Protagonisten, Akteure und Sympathisanten: für die Mehrheit in den „Marsch durch die Institutionen“, der die Bundesrepublik Deutschland entscheidend veränderte – oder für eine kleine, radikale Minderheit in die Sackgasse des bewaffneten Widerstands der RAF.
Fünfzig Jahre später blickt das Goethe-Institut Istanbul zurück auf dieses ereignisreiche Jahr und bietet dazu gleich mehrere Perspektiven: Eine Diskussion mit Zeitzeugen auf der Internationalen Buchmesse Istanbul am 17. November (mit Peter Schneider und Oya Baydar) sowie einer Filmreihe zu 1968. Den Auftakt bildet am 19.November „Die Sympathisanten“ von Felix Möller (Beyoglu Sinemasi um 19Uhr) im Beisein des Autors Peter Schneider, der im Anschluss an den Film mit dem Publikum diskutieren wird. Jeweils montags um 19 Uhr folgen fünf weitere Filme zum Thema 50 Jahre 1968.

Die Bleierne Zeit
Regie : Margarethe von Trotta 
1981, 106‘, West Deutschland

 
Siebziger Jahre, Bundesrepublik Deutschland: Juliane trifft ihre nach einer Verurteilung wegen eines terroristischen Brandanschlags im Untergrund lebende Schwester Marianne. Die beiden stehen sich nahe – und verstehen sich immer weniger. Wenig später sitzt Marianne im Gefängnis ein; Julianes Besuche enden meistens im Streit. 1977 endet Mariannes Leben in einer Gefängniszelle; Juliane kann die offizielle Version nicht glauben, nach der ihre Schwester freiwillig aus dem Leben geschieden sei, und will die Wahrheit ans Licht bringen. Filmemacherin Margarethe von Trotta hat sich für DIE BLEIERNE ZEIT vom Leben der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und ihrer Schwester Christiane inspirieren lassen. 

Margarethe von Trotta
Geboren 1942 in Berlin; Die deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Schriftstellerin von Trotta gehört zu den Top-Vertretern des sogenannten Frauenfilms. In ihren Arbeiten beschäftigt sich von Trotta oft mit Beziehungsproblemen von Frauen. Sie gewann Palme d'Or mit Paura e amore und Rosa Luxemburg. Als Professorin für Film an der European Graduate School und Regisseurin von über einem Dutzend Filmen wurde von Trotta unter Ingmar Bergman, Rainer Werner Fassbinder und Werner Herzog erwähnt.



 

Details

Beyoğlu Pera Sineması

İstiklal Cad., Halep Pasajı, No: 140, Beyoğlu
Istanbul

Sprache: Originalfassung mit türkischen Untertiteln
Preis: Eintritt frei

fuegen.ugur@goethe.de