Artist Talk / Vortrag
The Event of a Thread. Das Ereignis eines Fadens. Globale Erzählungen im Textilen.
Gespräch mit dem Künstler Olaf Holzapfel
Der deutsche Künstler Olaf Holzapfel, dessen Bilder und Videos derzeit im Rahmen der Ausstellung „Das Ereignis eines Fadens“ zu sehen sind, ist zu Gast im Istanbul Modern. Die Ausstellung zeigt verschiedenste Textilobjekte aus aller Welt, beschäftigt sich mit ihren Geschichten und ihrer Funktion als künstlerisches Ausdrucksmittel und präsentiert u.a. Arbeiten von Holzapfel, die in Zusammenarbeit mit dem in Argentinien lebenden indigenen Volk der Wichí entstanden sind.
Zu den künstlerischen Ausdrucksmitteln von Holzapfel gehören Malerei, Bildhauerei, Video und Fotografie. In seinen Arbeiten untersucht er Konzepte wie Architektur, strukturelle Formen, Lebensräume, Grenzen, Natur, Nomadentum, Vergänglichkeit und kulturelle Identitäten. In dieser Ausstellung experimentiert Holzapfel mit einer besonderen Technik und Arbeitsweise: die Werke zeigen vom Künstler am Computer generierte geometrische Muster, die er als Abstraktion des Urbanen entworfen hat und von einem tausende Kilometer von Deutschland entfernt lebenden Volk in Nordargentinien in gewebten Textilobjekten verarbeitet wurden. In dem Künstlergespräch spricht Olaf Holzapfel über seine künstlerische Arbeitsweise und erzählt Hintergrundgeschichten über die Zusammenarbeit mit den Wichí und die entstandenen textilen Objekte.
"Das Ereignis eines Fadens" ist eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen ifa in Zusammenarbeit mit Istanbul Modern und wird unterstützt vom Goethe-Institut Istanbul.
Olaf Holzapfel
Olaf Holzapfel, geb. 1967 in Dresden, lebt und arbeitet in Berlin. Von 1996 bis 2001 studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Anschließend war er zunächst Gaststudent am National Institute of Design in Ahmedabad, Indien und 2002 Artist in Residence an der Columbia University in New York. Von 2006 bis 2008 lehrte er als Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und von 2008 bis 2010 als Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. In seinem Werk untersucht Holzapfel die Beziehung zwischen Technologie und Natur, er arbeitet mit natürlichen Materialien, die für die Menschen, die mit ihnen umgehen, meist symbolische Bedeutung haben. Ausgangspunkt seiner Arbeiten im Bereich der Bildhauerei sind neben der Natur und den regionalen Lebensweisen die lokalen handwerklichen Techniken. Holzapfel war mit Einzelausstellungen u.a. im Mishkan Museum of Art in Ein Harod, Israel, im Museo Nacional de Arte Contemporáneo, Santiago de Chile (gemeinsam mit Sebastian Preece), im Palais de Glace in Buenos Aires, in der Galerie im Taxispalais in Innsbruck, in der Max Wigram Gallery in London, in der Galerie Daniel Marzona in Berlin und in der Galerie Gebr. Lehmann in Dresden vertreten. Außerdem wurden seine Werke in die Staatliche Kunstsammlung Dresden aufgenommen. Im Jahr 2014 wurde Olaf Holzapfel der Gerhard-Altenbourg-Preis verliehen. 2017 wurden seine Arbeiten auf der documenta 14 in Kassel und Athen ausgestellt.
Details
İstanbul Modern Temporary Space
Asmalımescit Mah., Meşrutiyet Cad., No: 99, Beyoğlu
34430 Istanbul
Sprache: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Preis: Eintritt frei