Austellung
Heimspiel
Künstler: Manaf Halbouni
Zilberman-Istanbul freut sich, die Pop-Up-Ausstellung Heimspiel von Manaf Halbouni in TomTom Gardens präsentieren zu dürfen. Manaf Halbounis erste Solo-Ausstellung in Istanbul ist vom 10. bis 31. Januar 2020 geöffnet.
Mit freundlicher Unterstützung der Kulturakademie Tarabya.
Das künstlerische Schaffen Manaf Halbounis ist von einem partizipativen Ansatz geprägt und umfasst die Nutzung unterschiedlicher Medien, in die oftmals Gegenstände und Materialien des Alltags eingearbeitet werden. Vor allem aufgrund seiner syrischen und deutschen Wurzeln sowie dem Einfluss seines derzeitigen Wohnorts Dresden, beinhalten Halbounis Arbeiten humorvolle Kritik am globalen politischen System, der Migrationspolitik, den Mainstream-Medien und Nationalitäts- und Grenzkonstrukten.
Heimspiel, das mit dem letzten Monat von Halbounis Stipendiumsaufenthalt an der Kulturakademie Tarabya zusammenfällt, präsentiert neu entstandene Werke, die größtenteils das Ergebnis seiner Zeit in Istanbul sind und maßgeblich von der Stadt inspiriert wurden. Das aus der Sportterminologie übernommene Wort "Heimspiel" spielt mit der Idee von Heimatstadt. Manaf Halbouni fragt, woraus Heimat besteht, stellt das Konzept von Heimat auf den Kopf und beleuchtet seine Unzulänglichkeiten.
Die beiden Skulpturen, die Halbouni aus einem dekorativen Metallmaterial formte, das er in Istanbul entdeckte, zerschlagen das Wort "Watan", was auf Arabisch "Heimatstadt" bedeutet. Die utopische Vorstellung, zu einem Stück Land zu gehören, ein politisch konstruiertes Konzept, wird ähnlich wie Abfall zu einer Kugel zerknüllt.
Ein Leuchtkasten beleuchtet eine Fotografie, die Halbouni auf einer seiner täglichen Radtouren in der Nähe eines Flüchtlingslagers in Dresden gemacht hat. Die rechtsorientierte Bewegung mit dem Namen "1% (Einprozent)" besprühte Mauern in der Nähe von Flüchtlingslagern auf Arabisch mit den Worten "Geht zurück nach Hause", unter denen jemand das Wort "NEIN" hinzufügte.
Als Fortsetzung seiner früheren What If?-Serie - eine ausgedachte Dystopie, in der die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts statt in Europa im Osmanischen Reich und in der arabischen Welt stattfand - entwickelte Manaf Halbouni während seines Aufenthalts in Istanbul neue Landkarten. Ein imaginärer General, Joseph Hadid, der die Hegemonialmacht in dieser Dystopie innehat, wird im Interview im Rahmen der neuen Videoarbeit von Halbouni selbst verkörpert. Manaf Halbouni kehrt die Kolonialisierungsgeschichte um und zieht die Grenzen neu. Er treibt dieses Spiel einen Schritt weiter, um die Weltkarte, wie wir sie kennen, zu zerlegen und eine neue Weltordnung zu entwerfen.
Manaf Halbouni ist ein syrisch-deutscher Künstler. Nachdem er Bildende Kunst in Damaskus studierte, führte er sein Studium an der Akademie für Schöne Künste in Dresden fort. In seinen Arbeiten setzt er sich mit aktuellen (außen-)politischen Diskussionen auseinander. Nach Einzelausstellungen, wie u. a. „Friday late night event“ (2015) im Londoner Victoria & Albert Museum und „Nowhere is Home“ (2016) im Museum der Bildenden Künste in Leipzig, wurde Halbouni mit der Installation „Monument“ (2017) international bekannt: Drei Busse, die hochkant vor der Frauenkirche in Dresden und dem Brandenburger Tor in Berlin aufgestellt wurden. Er transportierte aus dem Krieg in Syrien bekannte Bilder nach Deutschland und schuf so ein Mahnmal gegen den Krieg. Halbouni erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien wie zuletzt 2018 vom Auswärtigen Amt Berlin. 2019 wurden seine Arbeiten in folgenden Gruppenausstellungen gezeigt: „How the light gets in“ im Herbert F. Johnson Museum of Art, Cornell University, Ithaca, NY/USA, „Forgotten Enlightenments“. Halle 14. Zentrum für Zeitgenössische Kunst Leipzig und auf der Havana Biennale de Cuba.
Manaf Halbouni ist von Oktober 2019 bis Januar 2020 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.
Details
TomTom Gardens
Tomtom, Tomtom Kaptan Sk. No:6
34433 Beyoğlu Istanbul
Preis: Eintritt frei