Gespräch
EXIsTenz
Philosophisch-literarische Gespräche
LITERATUR UND WIDERSTAND
Zu den grundlegenden Fragen, die unsere Existenz immer schon betreffen, gehören die Liebe, die Freiheit, der Tod, der Sinn, aber auch die Aporie des Scheiterns, die innere Zerrissenheit, das Widerstehen, ja der Mut zum Widerstand. Sind der Freiheit nicht immer schon Grenzen gesetzt, etwa durch die Vernunft? Können wir uns überhaupt für die Liebe entscheiden? Oder widerfährt sie uns nicht einfach? Gibt es eine Pflicht zum Widerstand? Lohnt sich der Kampf für die Freiheit?
Mit der Veranstaltungsreihe „EXIsTenz. Philosophisch-literarische Gespräche“ möchte das Goethe-Institut Ankara diesen Fragen auf den Grund gehen, ins Gespräch kommen, positive Akzente setzen und Auswege aufzeigen. Die Gesprächsreihe setzen wir mit der Schriftstellerin Anne Weber zum Thema „Literatur und Widerstand“ am Leitfaden der Freiheit fort, die 2020 für ihr Buch „Annette, ein Heldinnenepos“ den Deutschen Buchpreis bekam. Das Gespräch wird der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Baßler führen. Es wird auf der Facebook Seite des Goethe-Instituts Ankara gesendet.
Die Schriftstellerin und Übersetzerin Anne Weber wurde 1964 in Offenbach geboren und lebt seit 1983 in Paris. Sie hat sowohl aus dem Deutschen ins Französische übersetzt (u.a. Sibylle Lewitscharoff, Wilhelm Genazino) als auch umgekehrt (Pierre Michon, Marguerite Duras). Ihre eigenen Bücher schreibt sie sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache. Ihre Werke wurden u. a. mit dem Heimito von Doderer-Literaturpreis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. Beim S. Fischer Verlag sind u.a. erschienen: Luft und Liebe, Ahnen und Kirio. Bei Matthes & Seitz Berlin sind ihre Übersetzungen der Werke von Georges Perros erschienen: Luftschnappen war sein Beruf und Klebebilder. Für ihr Buch Annette, ein Heldinnenepos wurde Anne Weber mit dem Deutschen Buchpreis 2020 ausgezeichnet.
Prof. Dr. Moritz Baßler ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Münster. Er studierte Germanistik und Philosophie in Kiel, Tübingen und Berkeley; 1993 promovierte er bei Gotthart Wunberg in Tübingen (Die Entdeckung der Textur, Tübingen 1994), bis 1998 war Redaktor des Reallexikons der deutschen Literaturwissenschaft; bis zur Habilitation 2003 (Die kulturpoetische Funktion und das Archiv, Tübingen 2005) war er Assistent bei Helmut Lethen in Rostock. Er hat zahlreiche Publikationen mit den Schwerpunkten Realismus, Literatur der Klassischen Moderne, Literaturtheorie, Gegenwartsliteratur und Popkultur. An Monografien erschienen zuletzt eine Literaturgeschichte (Deutsche Erzählprosa 1850-1950, Berlin 2015) und ein Buch über Pop-Musik (Western Promises, Bielefeld 2019). Er ist Mitbegründer der Zeitschrift POP – Kultur und Kritik (seit 2012).