STUMMES DRAMA: GERHARD LAMPRECHTS WAHRHAFTIGKEIT

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GERHARD LAMPRECHTS WAHRHAFTIGKEIT © Deutsche Kinemathek

Kundura Sinema zeigt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Istanbul und der Deutschen Kinemathek vier Filme von Gerhard Lamprecht, einem der wichtigsten Vertreter des frühen deutschen Films. Bereits als Zehnjähriger begann Gerhard Lamprecht (1897–1974) mit der Anlage eines Filmarchivs, das er später seine »Kinemathek« nannte. 1962 wurde das Material vom Land Berlin erworben; die Geschichte der einst privaten Sammlung lebt bis heute fort als gemeinnütziges Angebot in Form der Stiftung Deutsche Kinemathek. Gerhard Lamprecht bediente viele Genres, doch ragen dabei seine Berlin-Filme besonders heraus. In vielen von diesen Filmen stellte er die Lebensbedingungen der Ärmsten der Bevölkerung in den Mittelpunkt. Einen Bruch in der Kontinuität seines Arbeitens gab es trotz der politischen Wandlungen in Deutschland nicht. Seine Filme waren immer Ausdruck ihrer Zeit  – bis in die späten 1950er Jahre. Die vier ausgewählten Filme können zwischen dem 12. März – 12. April abgerufen werden auf der Online-Plattform von Kundura Sinema.

 
Die Verrufenen, 1925
Deutschland |  Schwarz-Weiß, 80 Min. | Stummfilm, deutsche und türkische Zwischentitel
Regie: Gerhard Lamprecht
Darsteller: Aud Egede-Nissen, Bernhard Goetzke, Mady Christians, Arthur Bergen


Die Verrufenen beruht auf den Erfahrungen von Heinrich Zille und erzählt aus dem Milieu der Berliner Unterschicht; Gerhard Lamprecht hat das Drehbuch zusammen mit Luise Heilborn-Körbitz geschrieben. Es geht um den aus dem Gefängnis entlassenen Ingenieur Robert Kramer: Im Berlin der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg findet er keinen Halt mehr und ist voller Verzweiflung.
 
 
Die Unehelichen, 1926
Deutschland / Schwarz-Weiß, 95 Min. / Stummfilm, deutsche und türkische Zwischentitel
Regie: Gerhard Lamprecht
Darsteller: Ralph Ludwig, Alfred Grosser, Margot Misch, Fee Wachsmuth, Bernhard Goetzke, Hermine Sterler, Max Maximilian


In einer dunklen, schmutzigen Behausung leben drei uneheliche Kinder bei einer Pflegefamilie aus der Unterschicht. Dort erleben sie statt liebevoller Fürsorge nur Gewalt und Armut. Die Hilfe, die die Kinder schließlich bei den Nachbarn finden, und weitere, unerwartete Begegnungen verändern ihr Leben dramatisch.
 
Menschen untereinander, 1926
Deutschland / Schwarz-Weiß, 108 Min. / Stummfilm, deutsche und türkische Zwischentitel
Regie: Gerhard Lamprecht
Darsteller: Alfred Abel, Aud Egede-Nissen, Eduard Rothauser, Renate Brausewetter


Die Menschen, die in den Wohnungen in einem früher herrschaftlichen Haus wohnen, erleben Freuden und Leid, Armut und Betrug. Menschen untereinander zeigt ein Panorama aus dem Berlin der 1920er Jahre.
 
Unter der Laterne, 1928
Deutschland / Schwarz-Weiß, 70 Min. / Stummfilm, deutsche und türkische Zwischentitel
Regie: Gerhard Lamprecht
Darsteller: Lissy Arna, Gerhard Dammann, Mathias Wieman, Hubert von Meyerinck


In Unter der Laterne erlebt die junge Else, stellvertretend für unzählige junge Frauen in den 1920er Jahren, wie die Sehnsucht nach etwas sozialem Aufstieg und etwas Glamour zerbricht an den moralischen und ökonomischen Gegebenheiten der Gesellschaft.