Die „soziale Plastik“ Joseph Beuys` impliziert vor allem eines: das Handeln mehrerer Menschen, um ein gemeinsames größeres Ziel zu erreichen. Damit ist das Werk von Beuys nicht zuletzt ein Dialog mit den Zuschauer*innen und Betrachter*innen, aus welchem sowohl Konsens als auch Dissens entstehen kann. Wenngleich seine in Museen anzutreffenden Installationen im Ausstellungsraum ausgebreitet oder in Vitrinen trocken, rau und starr anmuten, sind sie doch immer ein Prozess präziser und ebenso spielerischer Anordnungen. Ungleich verspielter sind die Performances und künstlerischen Handlungen des Künstlers, in und durch welche sich dieser durchaus selbst zu untergraben weiß. So signierte Beuys alle Filzkostüme einer Basler Fasnacht-Clique, deren Beitrag zur Basler Fasnacht 1978 als Reaktion auf die öffentliche Kritik am Ankauf des Kunstmuseums Basel erwuchs. Der Vortrag von Simon Pfeffel will diese Seite Joseph Beuys erhellen und daraufhin eine Linie der „sozialen Plastik“ über nachfolgende Künstler*innen-Positionen bis heute ziehen.