Cooking Sections
​​​​​​​17. ISTANBULER BIENNALE ERÖFFNET AM 17. SEPTEMBER

Über die 17. Istanbul Biennale
© Ahmet Öğüt

verschiedene Orte in Istanbul

Über die 17. Istanbul Biennale

17. ISTANBULER BIENNALE ERÖFFNET AM 17. SEPTEMBER


Die Projekte von mehr als 500 Teilnehmer*innen werden auf mehr als 50 Standorte in der Stadt verteilt

Die 17. Istanbul Biennale, die von der Istanbuler Stiftung für Kultur und Kunst (İKSV) mit Unterstützung der Koç Holding, Hauptsponsor der Biennale 2007-2026, organisiert wird, wird am 17. September eröffnet.

Die von Ute Meta Bauer, Amar Kanwar und David Teh kuratierte Biennale kann bis zum 20. November kostenlos besucht werden.
 
Die 17. Ausgabe der Istanbul Biennale, die seit 1987 von İKSV organisiert wird, bereitet sich erneut darauf vor, Istanbul zu einem Treffpunkt für zeitgenössische Kunst zu machen. Über 500 Teilnehmer*innen, unter ihnen Künstler, Denker, Schriftsteller, Dichter, Forscher, Architekten, Radiomacher, Fischer, Aktivisten, Stand-up-Comedians, Köche, Ethnomusikologen, Ornithologen, Meeresforscher, Puppenspieler, Musiker und viele mehr werden durch individuelle oder kollektive Arbeit mit lokalen Gemeinschaften zur Biennale beitragen.

Neben den kostenlosen Ausstellungen bietet die Biennale auch verschiedene Open-Air-Events, Performances, Begegnungen, Vorträge und Filmvorführungen. Veranstaltungen, Interventionen und unerwartete Begegnungen werden Teil der Ausstellung sein. Das Publikum der Biennale wird mit einer Vielzahl von Projekten konfrontiert, die von Dichterlesungen, Zeitschriftenvorstellungen, Festivals, Filmvorführungen und Podcast-Aufnahmen über Sonderausgaben spekulativer Publikationen, Gartenspaziergänge, Geschichtenerzählen, Sozialforschung, Proteste und Druckworkshops bis zu Puppenspielen und einer Bibliothek von Hafengeräuschen reichen. Das detaillierte Programm kann auf der Webseite der Biennale (bienal.iksv.org) und in den sozialen Medien verfolgt werden.

Die Ausstellungsräume der 17. Istanbul Biennale, die sich auf die Stadtteile Beyoğlu, Fatih und Kadıköy konzentrieren, zeichnen sich nicht nur als Veranstaltungsorte aus, sondern auch durch die Stadtteile, in denen sie sich befinden, und die Beziehung, die sie zu diesen Stadtteilen herstellen. Zusätzlich zu den 12 Ausstellungsräumen in diesen Stadtvierteln wird die Biennale in mehr als 50 Buchläden, Buchhandlungen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Cafés, U-Bahn-Stationen und einem Radiosender in der ganzen Stadt zu Gast sein.

Den kiuratorischen Text der 17. Istanbul Biennale finden Sie hier.

Projekte, die mit Unterstützung des Goethe-Instituts Istanbul realisiert wurden:

Cooking Sections - Çamuralem

Die 17. Istanbul Biennale zeigt das Langzeit-Großprojekt Çamuralem / Wallowland des Künstler- und Aktivistenduos Cooking Sections, das für den Turner Prize, einen der einflussreichsten Kunstpreise im Vereinigten Königreich, nominiert wurde.

Cooking Sections, die Nahrungsmittel als Methode nutzen, um die wichtigen Umweltfragen unserer Zeit zu untersuchen, spüren in Çamuralem / Wallowland, das eigens für die Biennale entwickelt wurde, den Auswirkungen der bedrohten Sumpfgebiete rund um die Stadt auf die Istanbuler Wasserbüffel nach. 

Dabei arbeiteten sie mit Viehzüchtern, Biologen, Umweltschützern, Naturschützern, Ethnomusikologen und vielen anderen zusammen, um eine umfassende Studie über Büffel und die Ernährungs- und Wachstumsmuster der verschiedenen Arten in ihrer Umgebung zu verschiedenen Jahreszeiten durchzuführen. Die Forscher*innen Akgün İlhan, Anadolu Meraları, Burçin Çıngay, Itri Levent Erkol, Melisa Bal und Mustafa Avcı haben neue Untersuchungen durchgeführt, um verschiedene Aspekte des Ökosystems in der Region zu beleuchten. Gülinler komponiert ein neues Lied, das den Wasserbüffeln von Istanbul gewidmet ist.

Das Projekt zielt darauf ab, die Büffelzucht in den Außenbezirken Istanbuls zu bewahren. Obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil des ökologischen und kulinarischen Erbes der Stadt sind, zeigt sich, dass auch das Leben der Büffel durch die Zerstörung von Sumpfgebieten und Grasland infolge der Ausdehnung des Stadtgebiets bedroht ist.

Das Projekt Çamuralem / Wallowland wird während der Biennale bei Büyükdere35 in Beyoğlu mit einer raumspezifischen Installation zu sehen sein. In einem den traditionellen Istanbuler Muhallebicis nachempfundenen Cafe, das eigens für dieses Projekt eingerichtet wird, wird die Forschung über Ernährung und Wachstumsmuster von Lebewesen anhand verschiedener Materialien, Geschmäcker und Geräusche präsentiert.

Das Projekt, das über die nächsten drei Jahre läuft, ermöglicht langfristige Untersuchungen und eine genauere Analyse des Lebenszyklus von Wasserbüffeln. 

The Silent University - Orientierungsprogramm

Ahmet Öğüt & das Team von The Silent University | Team (Yelta Köm,Pelin Tan,Amal Jibril,Suha Nabhan)

Teilnehmende des Orientierungsprogramms der Silent University
Odugbesan Abimbola, Mohammad Sheik Alard, Andrew Allen-Olivar, Fahyma Alnablsi, Noyan Ayturan, Rebwar Fakhry, Bridget Fonkeu, Justin Fonkeu, Philipp Hartmann, Sherko Jahani, Amal Jibril, Suha Nabhan, Salah Zater & İmece İnisiyatifi Derneği (İrem Somer,Mine Boztaş)

Die von Ahmet Öğüt initiierte Silent University ist eine autonome, auf Solidarität und Interaktion basierende Bildungsplattform, die von Dozenten, Beratern und wissenschaftlichen Mitarbeitern, die Vertriebene und Zwangsmigranten sind, betrieben wird. Seit 2012 macht die Silent University die zum Schweigen gebrachten Aspekte des Asylsuchens publik, stellt die Vorstellung von Schweigen als passivem Konzept in Frage und entwickelt alternative, transversale pädagogische Programme, die die Hierarchie zwischen Lehrenden und Lernenden aufbrechen. Das Orientierungsprogramm der Silent University ist als Vorstufe zur Gründung eines neuen Zweigs der Plattform in der Türkei gedacht, in Zusammenarbeit mit den aktiven Zweigen in Stockholm, im Ruhrgebiet und in Hamburg. Das Programm besteht aus einer Reihe von Online- und Vor-Ort-Vorträgen darüber, wie man sich mit Kollektiven in der ganzen Welt solidarisieren und die durch die Grenzpolitik auferlegten Beschränkungen überwinden kann. Die Vorträge wurden in Deutschland, Schweden und der Türkei in Zusammenarbeit mit dem Kunsverein in Hamburg aufgezeichnet. Die Vorträge, die online abrufbar sind, bilden auch einen gemeinsamen Raum zur Erörterung der gegenwärtigen globalen humanitären Krise und zur Erarbeitung tragfähiger Lösungen. Teile des Programms sind im Museum Gazhane und im SAHA Studio im Rahmen der 17. Istanbul Biennale zu sehen.
 

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verschiedene Orte in Istanbul



petra.diehl@goethe.de