Tagung
SPEZIESISMUS UND TIERRECHTE

Tierrechte Plakat
@ Harman Şaner Çakmak

Goethe-Institut Ankara

Eine umweltverträglichere, gewaltfreie und natürlich gesunde Lebensweise setzt auch einen respektvollen Umgang mit nichtmenschlichen Tieren voraus. Wir sollten deshalb unser Selbstverständnis überdenken, die Tierhaltung grundlegend umbauen und allen Tieren ein würdiges Leben ermöglichen. So schützen und respektieren wir Tiere, auch uns.
Heutzutage wirft der Umgang der Menschen mit nichtmenschlichen Tieren einige theoretische und praktische Fragen zur Tierethik auf. Die wichtigsten dieser Fragen sind:

  1. Haben nichtmenschliche Tiere Interessen, Bedürfnisse und Zeitvorstellungen?
  2. Können nichtmenschliche Tiere Emotionen wie Einsamkeit, Vergnügen, Schmerz, Frustration, elterliche Liebe usw. empfinden?
  3. Wenn wir diese Fragen wissenschaftlich positiv beantworten, so stellt sich unweigerlich die Frage: wie können wir dann erklären, dass nichtmenschliche Tiere keine Grundrechte wie Leben und Freiheit, einschließlich körperlicher und geistiger Unversehrtheit und Bewegungsfreiheit, haben wie Menschen? Anders gefragt: Welche triftigen Gründe gibt es für die Annahme, dass ein nichtmenschliches Tier Rechte hat?
  4. Sollten aber nichtmenschliche Tiere Rechte haben, so müssen wir konsequenterweise weiter fragen, ob die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen, die unseren Umgang mit nichtmenschlichen Tieren bestimmen, ausreichend sind?
  5. Und worin bestehen die weiteren Konsequenzen der Affirmation der Tierrechte für unser alltägliches und praktisches Leben? Wird dadurch unsere Welt besser oder schlechter?
  6. Sollten wir uns nicht in der Ernährungs-, Bekleidungs- und Unterhaltungsindustrie Produkten zuwenden, die nicht erfordern, dass nichtmenschliche Tiere leiden und sterben, da es keine „humane“ Art gibt, Tiere zu nutzen?
  7. Schließlich die Frage nach dem Zusammenhang von Menschenrechten und Tierrechten: Schließen sich diese beiden Rechte aus? Oder sind Menschenrechte im Grunde auch Tierrechte?
Diese und ähnliche Fragen stehen im Fokus der Konferenz, an der aus Berlin der Politikwissenschaftler und Philosoph, Prof. Dr. Bernd Ladwig, die Journalistin, Schriftstellerin und vegane Aktivistin Zülal Kalkandelen sowie der vegane Aktivist und Doktorand am Institut für Sozialwissenschaften der Koç-Universität, Onur Alptekin, teilnehmen werden.
Am Ende der Konferenz können die Teilnehmer*innen das Buch „Vegan Devrimi ve Hayvan Özgürlüğü“ (Vegane Revolution und Tierfreiheit) der Autorin Zülal Kalkandelen erwerben und signieren lassen.

Programm

14:30 Uhr Eröffnungsreden

14:45 Uhr Prof Dr. Bernd Ladwig: Von Menschenrechten zu Tierrechten: Gerechtigkeit für Tiere (wird ins türkische simultan übersetzt)

15:30 Pause

15:45 Zülal Kalkandelen: Speziesistische Ansätze in fortschrittlichen Ideologien

16:30 Onur Alptekin: Das Wolfbefinden des Anderen denken

17:15 Veganes Catering
 

Details

Goethe-Institut Ankara

Sprache: Türkisch/Deutsch (Übersetzung)

Ahmet.Terkivatan@goethe.de