Die zeitgenössische Literatur im deutschsprachigen Raum präsentiert sich in der Türkei in all ihrer Vielfalt und eröffnet neue Perspektiven und Welten. In Gesprächen zwischen Autor:innen und lokalen Partnern sowie dem Publikum werden ausgewählte Themen präsentiert und Einblicke in Arbeit und Werk gegeben. Im Fokus steht der Austausch zur Frage: Was ist das Fremdsein und das vermeintlich vertrauliche Selbst? Handelt es sich nicht eher um die Erfahrung einer langen Irrfahrt?
Das Literaturfest beginnen wir mit Alois Hotschnig. Am 12.05. werden Ariane Koch und Dinçer Güçyeter teilnehmen. Das Literaturfest wird Prof. Dr. Musa Yaşar Sağlam moderieren.
Alois Hotschnig, 1959 in Kärnten geboren, kam zum Studium nach Innsbruck. Er besuchte Vorlesungen in Medizin, Germanistik und Anglistik, widmete sich aber bald ganz der Literatur. 1989 erschien die Erzählung „Aus“, 1990 folgte „Eine Art Glück“. Für den Roman „Leonardos Hände“ (1992) wurde Hotschnig mit dem Anna-Seghers-Preis der Berliner Akademie der Bildenden Künste ausgezeichnet, nach dem Erscheinen seines zweiten Romans „Ludwigs Zimmer“ (2002) erhielt er den Italo-Svevo-Preis. Unter den Auszeichnungen, die dem Autor verliehen wurden, waren der Erich-Fried-Preis und der Gert-Jonke-Preis. Alois Hotschnigs jüngster Roman, „Der Silberfuchs meiner Mutter“, erschien 2021. Alois Hotschnig lebt in Innsbruck. Er schreibt auch Theaterstücke und Hörspiele. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Musa Yaşar Sağlam erhielt nach Abschluss seiner Grundausbildung in Deutschland und seinem Abschluss an der Ankara Atatürk Gymnasium zunächst eine Bachelor-, dann eine Postgraduierten- und Doktorandenausbildung im Bereich der deutschen Sprache und Literatur an der Hacettepe-Universität. Er erhielt 1998 den Titel eines außerordentlichen Professors und wurde 2004 zum Professor ernannt. Er lehrt weiterhin am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Hacettepe Universität, wo er für zwei Semester als Vizedekan, dann für zwei Semester als Dekan und zwischen 2001 und 2012 für ein Semester als Direktor des Instituts für Sozialwissenschaften tätig war. Er ist seit vielen Jahren an Übersetzungsprojekten beteiligt, die von TRT, dem Verfassungsgericht und dem Finanzministerium durchgeführt werden. Seit 2011, dem Jahr seiner Gründung, war er Moderator des türkisch-deutschen/deutsch-türkischen Übersetzungsworkshops mit dem kurzen Namen TAÇAT, der regelmäßig vom Ministerium für Kultur und Tourismus durchgeführt wird. Unter den Übersetzungsarbeiten, die er seit 1995 durchführt, befinden sich die Werke vieler bekannter Autoren.