Ausstellung
Irgendwo dort draußen

Ansicht Irgendwo dort draußen
© Gözde Mulla, Grafik: Ka Atölye

Goethe-Institut Ankara (Galeri Vitrin)

Der Kunstraum des Goethe-Instituts Ankara, Galeri Vitrin, präsentiert vom 15. September bis zum 12. November 2023 Gözde Mullas Einzelausstellung „Irgendwo dort draußen“. Im Zentrum der Ausstellung steht die Gewalt des Menschen über die Natur. Die Künstlerin bedient sich dabei des Gegensatzes zwischen Innen und Außen und lädt die Betrachtenden zur Erfahrung einer umgekehrten Beziehung von innen und außen ein.

Das Innen gestaltet sich in der Ausstellung als eine der Außenwelt zugehörigen Naturansicht, die im riesigen Raum der Vitrine feststeckt. Das Außen hingegen ist nicht eins mit der Natur, sondern repräsentiert ihr Gegenteil – den Menschen, der die Natur nur außerhalb der Vitrine betrachten kann. Zusammen mit einem flimmernden Licht, das die Darstellungen von Berg und Himmel begleitet, fügt sich die Ausstellung als eine einzige großformatige Arbeit (4,05 x 5,67 m) in den Raum ein. Die Betrachtenden werden konfrontiert mit einem Bereich, von dem der Mensch und alles Menschgemachte ausgeschlossen bleibt und dessen natürliche Geräusche nicht vernehmbar sind. Die Herrschaft, unter die wir die Natur gestellt haben, und die Gewalt, die wir an ihr verüben, werden in der Ausstellung als ein stiller Begegnungsort inszeniert. Die Ausstellung „Irgendwo dort draußen“, die Mulla anknüpfend and ihre bisherige künstlerische Praxis speziell für die räumlichen Gegebenheit der Galeri Vitrin erarbeitet hat, lädt dazu ein, den Geräuschen hinter der Stille nachzuspüren und über lebendige und leblose Formen der Natur zu reflektieren.

Gözde Mulla (1986, Akşehir) forscht, schreibt und produziert im Bereich der Kunst. Sie begann ihr Grundstudium an der Fakultät für Bildende Künste der Hacettepe-Universität, Fachbereich Malerei, und schloss ihr Masterstudium und ihre Dissertation im selben Fachbereich ab. Ihre Dissertationsarbeit, in der sie sich mit dem Begriff "Zuhause" und den Auswirkungen der Ortsveränderungen in ihrem Leben auseinandersetzte, schloss sie mit einer Ausstellung ab, die an einem heißen Junitag 2019 in ihrem Haus in Ankara stattfand. Der Künstlerin, deren Praxis eine Reflexion ihres Lebens beinhaltet, konnte bisher sowohl aus einer akademischen als auch aus einer freischaffenden Perspektive heraus verschiedene Zugänge zur Kunst gewinnen. Dies führt sie als freie Künstlerin und Autorin in einer aktiven Weise fort. Darüber hinaus bringt sie ihre Erfahrung im Bereich der künstlerischen Leitung als Koordinatorin für Presse und Publikationen in einer Kunstgalerie ein. Ihre kritischen Besprechungen ebenso wie akademische Artikel zu Gegenständen aus dem Bereich Kunst und Kultur wurden in verschiedenen Print- und Onlinejournalen veröffentlicht.

Die Künstlerin, die sowohl mit traditionellen Materialien als auch mit neuen Medien arbeitet, assoziiert Papier und Stift mit dem Konzept der Leere, das ihren Produktionen zugrunde liegt, und bringt es als Nullpunkt des Lebens und des Raums zum Ausdruck. Ihr Projekt, das sie im letzten Jahr um das Medium Ton erweitert hat, wird 2023 unterstützt durch den Fonds für künstlerische Produktion des EU-Projekts CulturCIVIC: Culture and Arts Support Programme. Sie setzt ihre Arbeit zu den Konzepten von Raum, Leere und Schwelle sowie ihre Schriften zur zeitgenössischen Kunst bis auf Weiteres in Ankara fort.


 

Details

Goethe-Institut Ankara (Galeri Vitrin)

Atatürk Bulvarı 131
Bakanlıklar - Ankara

Preis: Eintritt frei

Linda.Roedel@goethe.de