Gesprächsrunde
Leseclub Online

Online Leseclub
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Online

Lesen Sie gern? Und interessieren Sie sich für deutschsprachige Literatur? Wenn Sie sich auch noch mit Gleichgesinnten über literarische Texte austauschen möchten, kommen bei unserem Online-Leseclub vorbei! 

Unser Leseclub richtet sich an literaturinteressierte, deutschsprachige Personen ab Sprachniveau C1. Er soll das Kennenlernen deutschsprachiger Literatur sowie den Gedankenaustausch über Literatur ermöglichen. 

Unter der Leitung der DAAD-Lektorin Julia Völker werden wir uns an zwei Terminen in Zoom mit zwei Texten Heinrich von Kleists auseinandersetzen und diskutieren, welche Bedeutung sie heutzutage haben:  
 

27. Mai 2021, 19:00 Uhr                Die Marquise von O.…
Erste Sitzung hat stattgefunden. Vielen Dank für Ihr Interesse!


24. Juni 2021, 19:00 Uhr               Das Erdbeben in Chili

(Die Texte sind online frei zugänglich)

Heinrich von Kleist (1777-1811) gilt als Sprachkünstler und Grenzgänger der deutschen Literaturgeschichte. Seine Erzählungen stehen an der Epochengrenze zwischen Klassik und Romantik, sein Leben und Werk faszinierte und inspirierte große Autor*innen des 20. Jahrhunderts wie Kafka, Stefan Zweig oder Christa Wolf. In seinen Texten verarbeitet Kleist gesellschaftspolitische Ereignisse und philosophische Debatten seiner Zeit, scheut sich jedoch nicht, mit bestehenden Denkmustern zu brechen und Hierarchien kritisch zu hinterfragen. In der Auseinandersetzung mit Themen wie Moral, Verantwortung, Schuld und Gerechtigkeit konfrontiert er den Leser immer wieder schonungslos mit menschlichen Abgründen und Schwächen.


Kleists Erzählung "Die Marquise von O…" (1808), die seinerzeit beim bürgerlichen Publikum für Entrüstung sorgte, gilt heute als Klassiker der deutschsprachigen Literatur. Die Geschichte der Marquise von O..., einer „Dame von vortrefflichem Ruf […] die ohne ihr Wissen in andere Umstände gekommen“ ist, hinterfragt unter anderem traditionelle Geschlechterrollen und patriarchale Machtstrukturen und ist in Zeiten von #metoo aktueller denn je. 

In seiner Erzählung "Das Erdbeben in Chili" (1807) schildert Kleist, wie das soziale Zusammenleben der Menschen durch eine Naturkatastrophe erschüttert wird und die Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung zunächst Freiheit bringt, schlussendlich aber zum Zusammenbruch der Zivilisation führt. Die zeitlose Frage nach Moral und Handlungsspielräumen des Menschen in gesellschaftlichen Extremsituationen stellt sich auch in der Gegenwart angesichts der Covid 19-Pandemie, was die Erzählung besonders interessant macht.


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Leseclub in Zoom, 24.06.2021, 19.00 Uhr

 
Julia Völker © privat
Julia Völker
studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart und der Ankara Universität. Nach Abschluss ihres Studiums unterrichtete sie an Universitäten in Burkina Faso und in der Türkei. Seit 2017 ist sie als DAAD-Lektorin für Deutsche Sprache und Literatur an der Istanbul Universität tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören neben der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur auch Erzähltheorie und Literaturdidaktik.

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Sprache: Die Veranstaltungssprache ist Deutsch

meltem.arun@goethe.de