Film Migration im Film

“Die Kümmeltürkin geht”
„Wir sitzen im Süden”

“Die Kümmeltürkin geht”

1985, 88’, Deutsch, mit türkischen Untertiteln
Regie: Jeanine Meerapfel
Darst.: Melek Tez

Im Jahr 1970 kam die Türkin Melek Tez als junge Arbeiterin nach Berlin. Anfeindungen und rassistischen Sprüchen begegnete die selbstbewusste Frau zunächst ironisch und humorvoll. Spielerisch nannte sie sich selbst eine Kümmeltürkin. Aber nach 14 Jahren der Demütigungen geht Melek zurück in ihre Heimat. In einer Mischung aus Dokumentar-, Interview- und nachgespielten Szenen zeichnet die Filmemacherin Jeanine Meerapfel das bewegte Leben und die Erfahrungen von Melek Tez nach.


„Wir sitzen im Süden”
2010, 88’, Deutsch, Türkisch
Regie: Martina Priessner

Sie melden sich mit Ralf Becker und Ilona Manzke. Sie sind freundlich, geduldig und kompetent. „Wir sitzen im Süden“ lautet die Antwort auf gelegentliche Fragen der Kunden nach dem Standort der Firma. Die Callcenter-„Agents“ sitzen tatsächlich im Süden – in klimatisierten Großraumbüros mitten in Istanbul. Deutsche Firmen von Lufthansa bis Neckermann finden hier für wenig Lohn qualifizierte Arbeitskräfte. Was Bülent, Murat, Fatoş und Çiğdem miteinander verbindet, ist ihre Kindheit und Jugend in Deutschland. Selbst nach Jahrzehnten im Herkunftsland ihrer Eltern sind sie nie wirklich angekommen. Sie haben sich in einem „Ersatz-Deutschland“ eingerichtet und mehr als zwanzig Jahre nach ihrer Ankunft ist es ungewiss, ob es eine Möglichkeit für sie gibt, nach Deutschland zurückzukehren.

Zurück