Zeynep Oral und Peter Schneider
Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Grundrecht jeder demokratischen Gesellschaft. Zeynep Oral, Autorin und Mitglied des türkischen PENs und Peter Schneider, einer der politischsten Autoren Deutschlands, sprechen darüber, was es für die Buch- und Medienbranche bedeutet, wenn diese Rechte bedroht werden.
Moderation & Übersetzung: Fügen Uğur
Zeynep Oral | Privat
Zeynep Oral wurde 1946 in Istanbul geboren. Im Anschluss an das Amerikanische Mädchengymnasium in Izmir absolvierte sie die Hochschule für Journalismus in Paris. Danach besuchte sie das Institut für Theaterwissenschaften an der Sorbonne. Von 1967 bis 2002 arbeitete sie für die Tageszeitung Milliyet als Theaterkritikerin, Kolumnistin und Korrespondentin. Sie ist Mitbegründerin der Kunstzeitschrift Milliyet Sanat Dergisi. Seit 2002 arbeitet sie als Journalistin bei der Cumhuriyet Zeitung. Als Journalistin hat sie mit ihrer Arbeit kulturelle und künstlerische Brücken zum sozialpolitischen Leben gebaut. Sie ist Vorsitzende des türkischen PENs, Mitbegründerin von KA-DER, WINPEACE, dem türkisch-griechischen Frauenverein für Frieden und der Vereinigung der türkischen Theaterkritiker, in denen sie auch leitende Funktionen inne hat. Sie hat für ihre Friedenskationen von der UNESCO den Preis „Mütter für Frieden“ und von dem Internationalen Presseinstitut IPI den Preis für „Pressefreiheit“ erhalten. Bislang hat Zeynep Oral siebzehn Bücher veröffentlicht.
Peter Schneider | (c) Ekko von Schwichow
Peter Schneider, geboren 1940 in Lübeck, verbrachte seine frühe Kindheit in Königsberg und in Sachsen. Die ersten Nachkriegsjahre lebte er bei Garmisch-Partenkirchen, bis die Familie 1950 nach Freiburg zog. Dort, in München und Berlin studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1967/68 avancierte Schneider zu einem der Wortführer der 68er-Bewegung und wurde als solcher auch in Italien gefeiert. Nach Abschluss seines Studiums mit dem 1. Staatsexamen wurde ihm 1973 wegen seiner politischen Aktivitäten der Eintritt ins Referendariat verweigert. Mit Lenz (1973), das zum Kultbuch der enttäuschten Linken avancierte, gelang ihm der Durchbruch als Autor. Seitdem schrieb Schneider zahlreiche Erzählungen und Romane, die teilweise in 20 Sprachen übersetzt wurden, sowie Drehbücher, Reportagen, Essays, Reden und Artikel für deutsche und internationale Medien. Seit 1985 unterrichtet er als Gastdozent und Writer in Residence an amerikanischen Universitäten, u.a. in Stanford, Princeton und Harvard. Peter Schneider ist Mitglied des PEN Deutschland. Er erhielt u.a. 1979 ein Villa-Massimo-Stipendium und ist von 1.9.16 bis 30.11.2016 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Er lebt in Berlin.
Die Veranstaltung ist Teil des Gastlandauftritts der Bundesrepublik Deutschland auf der Internationalen Buchmesse Istanbul (12. – 15. November 2016)
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