Pressemitteilung Kulturakademie Tarabya in istanbul: Stipendiat*innen 2021/2022

Wohungen Kulturakademie Tarabya_Copyright BarisElif Wohungen Kulturakademie Tarabya_Copyright BarisElif

Di, 11.05.2021 -
Fr, 31.12.2021

Die neuen Stipendiat*innen der Kulturakademie Tarabya stehen fest: Aus rund 330 Bewerbungen hat eine unabhängige Jury 22 Künstler*innen unterschiedlicher Disziplinen ausgewählt. Darunter sind erstmals auch drei türkisch-deutsche Künstler*innen-Tandems, die im Rahmen der neuen Koproduktionsstipendien in Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung vergeben wurden. Die neuen Stipendiat*innen ziehen ab dem 1. Oktober 2021 für jeweils viermonatige Aufenthalte in die Residenz am Bosporus. Zu den Künstler*innen zählen u. a.  die Schriftstellerin Yade Yasemin Önder, die Musikerin İpek İpekçioğlu, der Theaterautor Necati Öziri und das Künstler*innen-Duo Angela Melitopoulos und Kerstin Schroedinger.
 
Die Kulturakademie Tarabya in Istanbul ist ein Residenzprogramm für Künstler*innen aller Sparten. Es eröffnet neue Perspektiven, schafft grenzüberschreitende Begegnungen und nachhaltige Erfahrungen des kulturellen Austauschs zwischen der Türkei und Deutschland. Über 100 Künstler*innen haben bislang in der Residenz gearbeitet. Bewerben können sich Kulturschaffende mit Arbeits- und Wohnsitz in Deutschland aus den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Literatur, Musik, Film, Publizistik und Kulturtheorie sowie dieses Jahr erstmals auch deutsch-türkische Künstler*innen-Tandems (in Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung). Finanziert werden die Stipendien vom Auswärtigen Amt. Das Goethe-Institut trägt die kuratorische Verantwortung für das Residenzprogramm.
 
Jury und Beirat
Für den Aufenthalt 2021/2022 wurden die neuen Stipendiat*innen von einer unabhängigen fünfköpfigen Jury ausgewählt. Zuvor haben 19 unabhängige Fachberater*innen aus Deutschland und der Türkei nach einem Punkteverfahren die Bewerbungen bewertet. Ihre nicht bindenden Rankings lagen der Jury bei der Auswahlsitzung zu Grunde. Zu den Mitgliedern der aktuellen Jury zählen die Filmemacherin und Regisseurin Feo Aladag (Vorsitz), der Direktor des Museum Ludwig in Köln Yilmaz Dziewior, der Islamwissenschaftler und Journalist Rainer Hermann, die Jazzpianistin und Komponistin Julia Hülsmann und die Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung Esra Küçük.  Die Jury wurde vom Beirat der Kulturakademie berufen. Dem Beirat gehören Vertreter*innen des Bundestags, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Auswärtigen Amts und des Goethe-Instituts an. Der Akademiebeirat berät auch über die konzeptionellen Leitlinien für die Kulturakademie.
 
Zu den diesjährigen Stipendiat*innen gehören:
 
1. Oktober 2021 bis 31. Januar 2022:

Yade Yasemin Önder (Literatur)
İpek İpekçioğlu (Musik)
Jean Peters (Darstellende Kunst)
Emre Koyuncuoğlu & Simon Wachsmuth (TANDEM)
 
1. Dezember 2021 bis 31. März 2022:
Olga Vostretsova (Bildende Kunst)
 
1. Februar 2022 bis 31. Mai 2022:
Till Passow (Film)
Petra Nachtmanova (Musik)
Dirk Stewen (Bildende Kunst)
Deniz Utlu (Literatur)
Dicle Beştaş & Didem Yazıcı (TANDEM)
 
1. April 2022 bis 30. Juli 2022:
Sonja Lau (Publizistik/Kulturtheorie)
 
1. Juni 2022 bis 30. September 2022:
Angela Melitopoulos & Kerstin Schroedinger (Bildende Kunst)
Necati Öziri (Darstellende Kunst)
Schokofeh Kamiz (Film)
Achim Lengerer (Bildende Kunst)
Oda Projesi & Nadin Reschke (TANDEM)

1. August 2022 bis 0. November 2022:
David Ranan (Publizistik/Kulturtheorie)
Thomas Köck (Literatur)
 
Über die Kulturakademie Tarabya
Die Kulturakademie Tarabya wurde im Jahr 2012 auf Initiative des Deutschen Bundestags gegründet und ermöglicht einen künstlerischen Austausch zwischen der Türkei und Deutschland. Das Haus der Kulturakademie befindet sich auf dem Gelände der historischen Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya, auf der europäischen Seite Istanbuls etwa 15 km nördlich des Stadtzentrums. In sieben Apartments, einem gemeinsamen Begegnungsraum und zwei Ateliers bietet die Kulturakademie den Stipendiat*innen optimale Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten. Die Kulturakademie wird von der Deutschen Botschaft Ankara betrieben und ist Teil der Kulturarbeit der Deutschen Botschaft in der Türkei. Das Goethe-Institut trägt die kuratorische Verantwortung für die Kulturakademie Tarabya.
 
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.kulturakademie-tarabya.de
 
                                                                                        
KURZBIOGRAFIEN DER STIPENDIAT*INNEN 2021/2022
 
BILDENDE KUNST
Achim Langerer ist als freier Künstler und Dozent im In-und Ausland, in den Bereichen filmische Tonspuren und Performances, Installationen, Skripts und Publikationen tätig. Er ist Gründer kollektiver Projekte wie freitagsküche/ frankfurt (u. a. mit Thomas Friemel, Michael Riedel) und voiceoverhead (mit Dani Gal). Langerer betreibt den Ausstellungsraum und das Publikationsprojekt Scriptings in Berlin.
 
Angela Melitopoulos & Kerstin Schroedinger
Angela Melitopoulos lebt in Berlin und realisiert seit 1985 experimentelle Video-Essays und Installationen. Sie studierte Bildende Kunst bei Nam June Paik an der Kunstakademie in Düsseldorf. Ihre Videos und Installationen wurden vielfach ausgezeichnet und sind seit 1986 auf zahlreichen internationalen Festivals, in Ausstellungen und Museen zu sehen. Ihr letztes Projekt Crossings wurde auf der documenta 14 gezeigt.
 
Kerstin Schroedinger arbeitet in den Bereichen performancebasiertes Video, Film und Soundperformance. Ihre historiografische Praxis hinterfragt die Mittel der Bildproduktion, historische Linearitäten und ideologische Gewissheiten der Repräsentation. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehören DNCB in Zusammenarbeit mit Oliver Husain (Performance 2019) und Blueness (Video/Installation 2017). Ihre Arbeiten wurden u. a. im Whitney Museum of American Art, Forum Expanded der Berlinale, Wavelengths Toronto, Mumok Wien gezeigt und im MIT List Visual Arts Center, Photo Cairo #6 und der Silent Green Betonhalle Berlin ausgestellt.
 
Dirk Stewen, geboren 1972 in Dortmund, lebt und arbeitet in Hamburg. Von 1992 bis 1995 studierte er Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum und im Anschluss Bildende Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 2012/13 war Stewen Stipendiat der Chinati Foundation in Marfa, Texas, und 2013 der Villa Aurora, Los Angeles. Seine Arbeiten waren u. a. in den Einzelausstellungen Transition in der Tanya Bonakdar Gallery in New York und Zen and the Birds of Appetite, Gerhardsen Gerner, Oslo, zu sehen.
 
Olga Vostretsova schloss 2003 ihr Diplom in Philologie und Kulturwissenschaften an der Staatlichen Universität Nowosibirsk ab. Anschließend absolvierte sie den Master-Studiengang Kulturen des Kuratorischen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Neben einem Lehrauftrag im Bereich der Kunstvermittlung an der Universität Leipzig war sie Leiterin der Produzentengalerie b2 sowie der Galerie der HGB. 2018 hatte sie eine Kurator*innen-Residenz im Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems. 2017/2018 arbeitete Olga Vostretsova als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthochschule in Halle, Burg Giebichenstein. In Leipzig gründete sie den Kunstverein Buekue (Büro für kulturelle Übersetzungen). Vostretsova lebt und arbeitet in Leipzig.
 

DARSTELLENDE KUNST
Necati Öziri, geboren 1988, hat Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul, Olsztyn und Berlin studiert. Öziri war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung, unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik und arbeitete am Ballhaus Naunynstraße, Berlin. Von der Spielzeit 2013/14 bis einschließlich 2016/17 war er Teil der Dramaturgie am Maxim Gorki Theater Berlin, davon zwei Jahre künstlerischer Leiter des Studio Я. Seit 2017 ist er Dramaturg des Theatertreffens und Leiter des Internationalen Forums. Necati Öziri wird in der Spielzeit 2020/2021 neuer Hausautor am Nationaltheater Mannheim.
 
Jean Peters, 1984 geboren, ist Journalist, Autor und Aktionskünstler. Er hat in London und Berlin Politikwissenschaften studiert und das medientaktische Kollektiv Peng! gegründet, mit dem er regelmäßig Unternehmen unterwandert, auf mehreren Kunst-Biennalen ausstellt und das mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde. 2018 war er Mitbegründer der NGO Seebrücke und war 2019 für das Recherchezentrum Correctiv undercover in der Klimaleugner*innenszene. Jean Peters lebt in Berlin. 2021 erschien sein Buch Wenn die Hoffnung stirbt, geht’s trotzdem weiter bei S. Fischer. 

 
LITERATUR
Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr, Oberösterreich, lebt und arbeitet als freier Autor, Dramatiker und Regisseur in Berlin. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in Wien und Berlin sowie Szenisches Schreiben in Leipzig. Köcks zahlreiche Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, häufig nachgespielt und in mehrere Sprachen übersetzt. Er wurde von Theater Heute zum Nachwuchsdramatiker des Jahres 2018 gewählt und war mit seiner Regiearbeit die zukunft reicht uns nicht nominiert für den Nestroy-Theaterpreis. Thomas Köck betreibt seit 2017 den Blog nazisundgoldmund.net.
 
Yade Yasemin Önder, 1985 in Wiesbaden geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
Ihr erstes Theaterstück Kartonage wurde zu den Autorentheatertagen 2017
eingeladen und am Burgtheater Wien uraufgeführt. 2018 erhielt sie den Preis für Prosa beim 26. open mike, 2019 den Hauptpreis des Martha-Saalfeld-Förderpreises, 2020 wurde ihr Theaterstück bu sözler bizim – die Worte gehören uns zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. 2022 erscheint ihr erster Roman bei Kiepenheuer & Witsch.
 
Deniz Utlu
wurde 1983 in Hannover geboren, lebt in Berlin und schreibt Romane und Essays. Utlu studierte Volkswirtschaftslehre mit philosophischem Schwerpunkt in Paris und Berlin. Gemeinsam mit Sasha Marianna Salzmann gründete er 2003 das Magazin freitext, das er bis 2014 auch herausgab. 2014 erschien sein Debütroman Die Ungehaltenen. Der Roman wurde von Hakan Savaş Mican für das Berliner Maxim Gorki Theater adaptiert, wo Utlu auch Veranstaltungsreihen kuratiert. Sein zweiter Roman Gegen Morgen wurde 2019 im Suhrkamp Verlag veröffentlicht und gelangte auf die Shortlist des Literaturpreises „Text & Sprache“. Im Jahr 2019 wurde Utlu mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover ausgezeichnet.


MUSIK
İpek İpekçioğlu, 1972 in München geboren, lebt und arbeitet als DJ, Kuratorin und Musikproduzentin in Berlin. Ihre zahlreichen audiovisuellen Arbeiten, Kompositionen und musikalischen Veröffentlichungen entstehen sowohl im Solo als auch in Zusammenarbeit mit Künstler*innen wie Gaye Su Akyol, Hakan Vreskala und Petra Nachtmanova. 2017 und 2019 kuratierte sie das Festival disPlaced-rePlaced im Radialsystem Berlin. İpek İpekçioğlu erhielt für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Musicboard-Stipendium 2017, und war 2018 Stipendiatin der Vila Sul in Bahia/Brasilien.
 
Petra Nachtmanova studierte Oboe, klassischen Gesang und Zentralasienstudien in Wien, Nottingham und Berlin. Die Mitbegründerin der Bands TRALALKA, OKO, TELLI TURNALAR und KARMATÜRJI ist zugleich als Solistin verschiedener Vokalensembles tätig. In den letzten Jahren widmete sich Nachtmanova vor allem der Laute Bağlama, erforschte anatolisches Liedgut und performte dieses als Solokünstlerin. Sie gründete 2017 die Neuköllner Musikreihe BEYNELMILEL, ein monatlich statt findendes Event mit Musik aus Anatolien, Osteuropa, dem Nahen Osten und Zentralasien. Petra Nachtmanova lebt und arbeitet in Berlin.
 

PUBLIZISTIK/KULTURTHEORIE

Sonja Lau, geboren 1981, lebt und arbeitet in Berlin als freie Kuratorin und Autorin. Sie studierte Critical Writing and Curatorial Practice am Chelsea College of Art and Design in London. Laus Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Verhältnis von Kunst und Macht, Möglichkeiten alternativer (Kunst-) Geschichtsschreibung, künstlerischer und kuratorischer Forschung sowie interdisziplinären Arbeitsmethoden. Sonja Lau kuratierte zahlreiche internationale Ausstellungsprojekte und lehrte als Gastdozentin an der HfBK Hamburg und der German University Cairo.
 
David Ranan, geboren 1946 in Tel-Aviv, ist ein deutsch-britisch-israelischer Kultur- und Politikwissenschaftler und Autor. Er absolvierte ein Studium der Volkswirtschaft in Jerusalem, einen MBA in Tel-Aviv und war Doktorand im Bereich Kulturpolitik an der City University London. Seit 2015 ist Ranan Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Zuletzt sind von David Ranan die Bücher Die Schatten der Vergangenheit sind noch lang. Junge Juden über ihr Leben in Deutschland (2014) sowie Muslimischer Antisemitismus. Eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland? (2018) erschienen.


FILM
Schokofeh Kamiz ist eine unabhängige Videokünstlerin und Filmemacherin. Nach ihrem Abitur in Teheran studierte Kamiz Fotografie und Drehbuch an der Iranian Young Cinema Society Karaj und von 2001-2003 audiovisuelle Medien in Braunschweig. Ihre Arbeiten umfassen zahlreiche videojournalistische Tätigkeiten, Schnitt- und Kameraarbeiten, Videoinstallationen sowie Dokumentarfilme, wie Harlan’s Kinder – 8 Tage 80 Wahrheiten (2012), 9 Punkte 9 Bausteine (2014), Die Schule Nr. 3 – Einblicke in Syriens vergessene Revolution (2019) sowie Afer Sabeen (2015-2018), für den sie mit dem SAFFM Directors Choice Award for Courage ausgezeichnet wurde. Schokofeh Kamiz lebt und arbeitet in Berlin.
 
Till Passow, geboren 1968 in München, studierte Film- und Fernsehregie an der Filmuniversität Babelsberg. Seine Abschlussarbeit Mast Qalandar (Der Ekstatische) wurde auf 54 internationalen Filmfestivals gezeigt und erhielt zwölf Auszeichnungen, darunter die Lola des Kulturstaatsministeriums der BRD und den Golden Gate Award des IFF San Francisco. Seine zahlreichen Dokumentarfilme wurden auf internationalen Festivals, wie Sundance, Locarno, CPH:DOX, Palm Springs International ShortFest gezeigt, und waren nominiert für den American Film Institute Docs Award und den International Documentary Award. 2012, 2014 und 2017 war er Jurymitglied des Friedensfilmpreises des IFF Berlinale. Till Passow gibt weltweit als Dozent regelmäßig Kurzfilmworkshops und lebt in Berlin.


TÜRKISCH-DEUTSCHE KOPRODUKTIONSSTIPENDIEN
Oda Projesi & Nadin Reschke
Seit 2000 bilden Özge Açıkkol Susut, Güneş Savaş und Seçil Yersel das Oda Projesi, ein multidisziplinäres Künstlerinnen-Kollektiv in Istanbul. In ihrem gemeinnützigen, unabhängigen Space organisierten sie Projekte, Versammlungen und Aktionen, bis das Oda Projesi 2005 aufgrund von Gentrifizierung geräumt werden musste. Seitdem arbeitet das Kollektiv mobil und beschäftigt sich weiterhin mit Fragen zu gesellschaftlichen Beziehungen, Prekarität, kultureller Arbeit und Elternschaft, mit verschiedenen Medien wie Radio, Büchern und Zeitungen.
 
Nadin Reschke, geboren 1975 in Bernburg an der Saale, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst und Kunsttherapie in Wales und Dresden. In ihrer Arbeit setzt Reschke ihren Fokus auf soziale Themen und arbeitet mit Menschen außerhalb der Kunstwelt zusammen. Sie initiiert einen Dialog und schafft einen Rahmen für soziales Handeln. Reschkes Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und publiziert. 
 
Dicle Beştaş & Didem Yazıcı
Dicle Beştaş wurde 1983 in Diyarbakır geboren und studierte Architektur an der Kocaeli Universität. Nachdem sie in verschiedenen Architektur- und Designbüros in Istanbul gearbeitet hatte, gründete sie das Newa Architektur-Studio in Diyarbakır. Beştaş war Co-Kuratorin der Ausstellung Together and Solo im A4 Open Art Space in Diyarbakır. Seit 2019 ist sie als Koordinatorin von Loading tätig, einem gemeinnützigen, unabhängigen Kunstraum in Diyarbakır.
 
Didem Yazıcı studierte Kunstgeschichte an der Mimar Sinan Universität in Istanbul und Curatorial Studies an der Städelschule und der Goethe Universität in Frankfurt. Yazıcı-Schmidt lebt und arbeitet als freischaffende Kuratorin in Karlsruhe. Ihre kuratorische Arbeit ist inspiriert vom disziplinübergreifenden Denken innerhalb und außerhalb der Kunst und dem Potenzial von Ausstellungen als soziopoetische Räume. Aktuell kuratiert sie die Ausstellung Life Death Love and Justice in Bratislava, die seit April 2021 zu sehen ist.
 
Emre Koyuncuoğlu & Simon Wachsmuth
Emre Koyuncuoğlu, geboren 1966 in Istanbul, ist Theaterregisseurin, Dramatikerin und Übersetzerin. Nach ihrem Studium der Anglistik an der Boğazici Universität absolvierte Koyuncuoğlu einen Master-Studiengang in Theaterwissenschaften an der Istanbul Universität. Zahlreiche Inszenierungen führten sie an verschiedene große Häuser der Türkei sowie ins Ausland, u. a. nach Frankreich, Großbritannien, die USA und mit ihrer Inszenierung von Nathan dem Weisen auch ans Freiburger Stadttheater. Gegenwärtig ist Emre Koyuncuoğlu stellvertretende Intendantin der Städtischen Bühnen Istanbuls, Kuratorin der Open-air Performances im Sakıp Sabancı Museum und Dozentin an der Koç Universität.
 
Simon Wachsmuth, 1964 in Hamburg geboren, ist ein Medien- und Konzeptkünstler, der in Berlin lebt und arbeitet. Wachsmuth studierte Malerei und visuelle Mediengestaltung an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. bei der Documenta 12 in Kassel (2007), der Istanbul Biennale (2009) und der Busan Biennale (2012). Zentrale Themen seiner künstlerischen Arbeit sind die Konstruktion und Rekonstruktion historischer Narrative. Hierbei kombiniert er in seinen Installationen Archivmaterialien mit minimalistischen Formen. Simon Wachsmuth wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem MARTA Preis der Wemhöner Stiftung und dem Outstanding Artist Award des Bundeskanzleramtes in Wien.
 
 

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