Ausstellung Wenn die Gegenwart Vergangenheit ist

Ines Schaber © Ines Schaber

Di, 10.09.2019 -
So, 10.11.2019

DEPO İstanbul

Tütün Deposu, Lüleci Hendek Caddesi, No: 12, Tophane

Istanbul

Eine Ausstellung, die ein Schlaglicht auf das Interesse zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler an historischen Dokumenten, Found Footage und Archivmaterial wirft.
 
Das Goethe-Institut Istanbul unterstützt Ines Schabers Teilnahme an einer von Daphne Vitali kuratierten Gruppenausstellung im Depo, die unter dem Titel When the Present is History [Wenn die Gegenwart Vergangenheit ist] auf der 16. Istanbul Biennale stattfindet.
 
Kuratiert von Daphne Vitali

Projektmanagerin: Asli Cetinkaya
Organisiert von Depo, Istanbul
 
Wie sprechen Künstlerinnen und Künstler heute über die Gegenwart? Wie befassen sie sich mit aktuellen sozialen und politischen Problemen? Eine ganze Reihe zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler betätigen sich als Archivare, Archäologen und Redakteure und nutzen unterschiedliche Methoden, um bereits existierende Bilder und Dokumente neu zu visualisieren, zu arrangieren und aufzubereiten. Sie befragen den Status des Materials, bringen etablierte Erzählungen aus dem Gleichgewicht und kreieren alternative Lesarten.
 
Die Ausstellung When the Present is History erforscht, wie sich Künstlerinnen und Künstler ganz unterschiedlicher Herkunft und Geografie historische Berichte zu eigen gemacht und diese neu konfiguriert und interpretiert haben und so zu einem breiteren Dialog über Geschichte, Gedenken, Vergessen und kollektive Erinnerung beigetragen haben. Der Ansatzpunkt der Künstler greift dabei häufig auf die Geschichte ihres Landes sowie auf persönlichen Erfahrungen zurück, um über breitere soziale, politische und wirtschaftliche Probleme zu sprechen und neue Sichtweisen zu präsentieren.
 
Die Ausstellung soll Raum für die kritische Reflexion von Kunstwerken bieten, die sich mit dem Erzählen von Geschichte und Historiografie beschäftigen und gleichzeitig eine rückschauende Methodologie anwenden. Durch die Archivforschungen internationaler bildender Künstler bringt die Ausstellung große und kleine Geschichten, sowie mehr oder weniger bekannte vergangene Ereignisse mit zeitgenössischen Problemen in Verbindung. Die Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in der Ausstellung präsentiert werden, drängen uns, uns zu erinnern, wenn andere uns zum Vergessen auffordern und verborgene Geschichten wiederzubeleben und zu rekonstruieren.
 
Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Ege Berensel (Türkei), Banu Cennetoglu (Türkei), Barış Doğrusöz (Türkei), Ines Schaber (Deutschland), Vangelis Vlahos (Griechenland), Yota Ioannidou (Griechenland), Eirene Efstathiou (Griechenland), Stefanos Tsivopoulos (Griechenland / Holland), Zbynek Baladran (Tschechische Republik), Rayyane Τabet (Libanon), Iwan Grubanow (Serbien), Johan Grimonprez (Belgien), Rossella Biscotti (Italien / Holland), Deimantas Narkevičius (Litauen), Maria Helene Bertino, Dario Castelli & Alessandro Gagliardo (Italien)
 
Biografie der Künstlerin Ines Schaber
Ines Schaber ist Künstlerin und Schriftstellerin und lebt in Berlin.
Sie studierte von 1990 bis 1997 Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin, von 1998 bis 1999 Architekturtheorie an der Princeton University und promovierte 2006 am Goldsmiths, University of London. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen und war 2009 Stipendiatin der Villa Romana, Florenz. Ihre Projekte beschäftigen sich mit Ortsbegehungen und -festschreibungen, Individualität und Stadtraum, sowie der gesellschaftspolitischen Relevanz von Bildern.
 
Bekannte Ausstellungsprojekte sind Culture Is Our Business (2004), Picture Mining (2006), Unnamed Series (mit Stefan Pente, seit 2008), und Dear Jadwa (2009).
 
Seit 2005 befasst sie sich mit dem Arbeitsarchiv, einer Reihe von Fallstudien, Texten und künstlerischen Arbeiten, anhand derer sie die Vorstellungen des Archivs untersucht und testet. In ihren oft kollaborativen Projekten, die in der Regel durch eine fotografische Aufzeichnung ausgelöst werden, geht es um die Konstruktion von Erinnerungen und darum, wie im Laufe der Zeit neue Messwerte entstehen.
 

Zurück