Deutsche Spuren Ukraine Haus des Baron Steinheil

Haus des Baron Steinheil
Haus des Baron Steinheil | Foto: Serhiy Klymenko © Goethe-Institut

Das Haus im spätklassizistischen Stil wurde vom deutschstämmigen Architekten Alexander Schiele im Auftrag von Baron Maxim Steinheil, einem erfolgreichen Unternehmer, restauriert.

Der Gutshof in der Straße Jaroslawiw Wal 3 gehörte dem Staatsrat Serhij Alferjew, dem berühmten Internisten und Professor der St. Wolodymyr-Universität. In seinem Auftrag und nach dem Projekt des Architekten Fedir Golowanow wurde hier ein zweistöckiges Haus gebaut. 1877 wurde das Haus an Baron Maxim (Magnus Karl) Steinheil verkauft. Sein Vater stammte aus einer uralten Familie aus der Zeit des Heiligen Römischen Reiches, seine Mutter – aus der adligen Familie von Steinheil.

Maxim Steinheil war ein erfolgreicher Unternehmer, Weinfachmann und Bankier. Sein jüngerer Bruder Rudolf Steinheil beschäftigte sich mit dem Bau von Eisenbahnen. Dessen Sohn Fedir (Theodor) Steinheil war ein berühmter Mäzen, Wissenschaftler, Museumsfunktionär und der erste Botschafter (1918) des Ukrainischen Staates in Berlin.

Neben dem Gutshof in Kiew besaß Baron Maxim Steinheil Weinberge, Obstgärten und eine Imkerei im Kaukasus. Seine Weine wurden für ihre hervorragende Qualität mehrmals ausgezeichnet und wurden im Groß- und Einzelhandel erfolgreich verkauft. 1878 beschloss Steinheil, den Gutshof umzubauen und beauftragte den deutschstämmigen Architekten Alexander Schiele, die Restaurierung durchzuführen. Übrigens, gerade Alexander Schiele hat die vielen Springbrunnen erbaut, die in den Kiewer Parks bis heute zu sehen und zu bewundern sind.

Im Erdgeschoß befanden sich das Büro und die Verwaltung der Zuckerfabrik, die von Maxim Steinheil gegründet wurde. Im ersten Stock wohnte die Familie von Baron selbst. Im Untergeschoß gab es einen Weinkeller.

Die Hauptfassade wurde mit dem Familienwappen von Steinheil verziert. Nach der Oktoberrevolution im Jahre 1917 wurde der Gutshof verstaatlicht und mehrere Mitglieder der Familie mussten auswandern.

Von 1923 bis 1938 war hier das deutsche Konsulat untergebracht. Ab 1938 befanden sich in dem Gebäude das Schriftstellerhaus und die Redaktion einer Zeitung. Heute befindet sich hier die Residenz des Botschafters von Indien.

Es gibt eine interessante Geschichte zum benachbarten Gebäude: es ist ein einzigartiges Haus, das mit seinen Turmspitzen auf dem Erker an ein Märchenschloss erinnert. So wird es oft fehlerhaft als „Schloss des Baron Steinheil“ bezeichnet, obwohl dieser damit nichts zu tun hatte.

Besucherinformation

Haus des Baron Steinheil
Kiew, wul. Jaroslawiw Wal 3